Deutscher Alpenverein ist gegen Flying Fox, Hängebrücke & Co…

Liebe Berg- und Outdoorfreunde,

In Nesselwang im Ostallgäu wird derzeit über massive touristische Bauprojekte an der Alpspitze diskutiert. Geplant sind eine Aussichtsplattform, eine Hängebrücke und ein Flying Fox. Der Deutsche Alpenverein spricht sich nachdrücklich gegen diese Projekte aus. Die touristische Entwicklung im Alpenraum muss natur- und landschaftsverträglich gestaltet sein; das Naturerlebnis sollte im Vordergrund stehen.

Die Aussichtsplattform ist direkt am Alpspitzgipfel geplant. Von dort soll eine rund 80 Meter lange Hängebrücke zum westlichen Nebengipfel führen. Bislang ist der Allgäuer Alpspitzgipfel weitgehend unerschlossen. Lediglich ein Wanderweg führt von der 100 Höhenmeter tiefer gelegenen Bergstation der Seilbahn hinauf. Die Bergstation soll auch Startpunkt für den geplanten Flying Fox sein. Dieser würde an der Mittelstation enden.

Alpspitze - Ostallgäu

Der Gipfel der Alpspitze, vom westlichen Vorgipfel aufgenommen, dazwischen das steil abfallende Kar, über das die Hängebrücke geführt werden soll - Foto: Ingo Buchelt

Erst kürzlich wurde die Alpspitzbahn mit 4,7 Millionen Euro modernisiert. 1,3 Millionen Euro schoss der Bayerische Staat über das Seilbahnförderprogramm zu. Ein Teil der staatlichen Mittel ist für Maßnahmen vorgesehen, die über die Modernisierung der Seilbahn selbst und der Beschneiungsanlagen hinausgehen. Staatliche Subventionen sollten allerdings nicht für fragwürdige und naturschädliche Projekte eingesetzt werden. Bauten in alpiner Umgebung, die den Charakter von Fahrgeschäften haben, fallen nach Ansicht des DAV eindeutig darunter.

DAV fordert öffentliche Diskussion
Soweit die klare Position des DAV. Ob eine Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in der Region diese Position teilt, kann momentan niemand sagen – ein Meinungsbildungsprozess ist dazu bislang nicht gelaufen. Umso wichtiger ist eine öffentliche, sachorientierte Diskussion über die Planungen an der Alpspitze unter konsequenter Berücksichtigung von Naturschutzbelangen. Der DAV fordert daher alle Beteiligten dazu auf, diese Diskussion anzustoßen. Und selbstverständlich steht der DAV als Diskussionspartner zur Verfügung.

Erst vor wenigen Tagen, am 28. November 2010, sprachen sich die Bürger der nahe gelegenen Gemeinde Halblech bei einem Bürgerentscheid gegen die Errichtung eines Alpine Coasters am Buchenberg aus. Mit diesem Nein zum Bau einer Achterbahn in den Bergen setzten sie ein deutliches Zeichen gegen den alpenweit zu beobachtenden Trend, auf Jahrmarktattraktionen als touristische Anziehungs-punkte zu setzen. Die Gemeinde Halblech hat die Konsequenzen bereits gezogen: Sie will die alpine Landschaft wieder in den Mittelpunkt ihrer touristischen Angebote stellen.

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Weitere Infos finden Sie hier:

www.alpenverein.de

Quelle: Deutscher Alpenverein

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