Wärthl, Michael

Michael Wärthl


Michi, Jahrgang 70, lebt mit seiner Frau Simone und den beiden Jungs Marc und Luca im Süden Münchens. Mit 24 Jahren war er der jüngste Bergsteiger, der den K2 (8611m) je bestiegen hat. Seit damals ist er als Profibergsteiger um die halbe Welt gereist und zählt heute zu den fähigsten Allroundbergsteigern Deutschlands.

Portraet Michael Waerthl

Foto: Michael Wärthl

 

Nicht weniger als sechs Patagonien-Reisen hat er unternommen. Unter anderem gelangen ihm schwierige Erstbegehungen wie die Route “Vogelfrei” an der Schüsselkar Südwand (13 SL, 10/10+). 2002 glückte ihm die vierte Besteigung der Gurla Mandata (7694m), sowie die Ama Dablam (6856m). 2003 war er der erste Bergführer der einen Kunden erfolgreich durch die Supercanaleta am Fitz Roy (3405m) führen konnte.

Michael Waerthl Am Saribung Gipfel 6328m mit Sarki Sherpa

Michael Wärthl mit Sarki Sherpa am Saribung Gipfel (6328m) – Foto: Michael Wärthl

 

Im selben Jahr wiederholte er als erster die Route “La vida es silbar” (28 SL, 9/9+) in der Eiger Nordwand. 2004 gelang es Ihm erfolgreich den Nanga Parbat (8125m) zu Führen. 2006 folgte dann der Gasherbrum II (8035m) und 2007 dann der Cho Oyu (8201m).

Michael Wärthl in Asolo Malequoum 7b

Michael Wärthl in Asolo Malequoum 7b (Oman, 2010) – Foto: Michael Wärthl

 

Im Winter 2006 gelang ihm die erste on sight Begehung des extremen Eisklassikers “Flying Circus” (M10 in Kandersteg). Seit mehreren Jahren arbeitet er im Ausbildungs- und Trainerteam der DAV Nachwuchsförderung für Alpinisten. Seit 2004 bildet er, als Mitglied des Bundeslehrteams, auch Berg- und Skiführer aus. Seit 2007 ist er auch im Bundeslehrteam des DAV für Bergsteigen und Sportklettern tätig. Regelmäßig führt er schwere alpine Klassiker. Vom Walker, Freney, Droites- bis zur Eigernordwand steht immer etwas auf dem Programm. Am allerliebsten ist er allerdings irgendwo mit seiner Familie im Urlaub, natürlich zum Bergsteigen und Klettern.

Michael Waerthl mit Familie auf Neulandsuche im Oman

Mit Familie auf Neulandsuche im Oman – Foto: Michael Wärthl

 

Erst im zarten Alter von 14 fand er daran Gefallen, sich auf Berge zu quälen. Dann ging alles recht flott. Über das Skitourengehen kam er zum Klettern. Und während einer fünfwöchigen Türkeifahrt, in deren Mittelpunkt die Berge standen, entdeckte er die Freude am Reisen. Mit gerade 18 stand er auf seinen ersten Sechstausendern, dem Nevado Illimani und dem Huyna Potosi in den bolivianischen Anden. Mit 20 Jahren glückten ihm mit dem Korsсhenewskaja und dem Pik Kommunismus gleich zwei Siebentausender.

Michael Waerthl in Flying Circus 1 SL M9

Michael Waerthl in Flying Circus, 1SL, M9 – Foto: Michael Wärthl

 

In heimischen Gefilden war er sowieso ständig unterweXtreme. Seine Besuche im Hörsaal der FH München waren an den Fingern einer Hand abzählbar – dagegen bemühte er sich, die Zahl seiner Bergtouren gegen Unendlich wachsen zu lassen. Getreu seinem Motto “Der Everest ist überall” sah er in jedem Hügel eine Herausforderung. Dies war die Zeit der Jagd. Nach den großen Namen. Nach dem, was man gemacht haben muss: Großglockner, Ortler, Piz Badile, Triolet, Droites, all die Nordwände. Dazu eine Reihe Alpinklassiker und moderner Routen wie “Locker vom Hocker” (VIII-), “Hannibals Alptraum” (IX+), “Batman” (IX), “Amarcord” (IX-). Und so weiter und so fort.

Michael Waerthl in Flying Circus II

Michael Waerthl in Flying Circus II – Foto: Michael Wärthl

 

Irgendwie schaffte er es trotzdem, das Studium der Feinwerktechnik erfolgreich abzuschließen. Da er jedoch auch beruflich in den Bergen bleiben wollte, absolvierte er die Ausbildung zum Staatlich geprüften Berg- und Skiführer. In seinen ersten Twen-Jahren reiste er zwei Mal ins pakistanische Karakorum. Leider blieben die Versuche, die Siebentausender Momhil Sar und Ogre zu besteigen, erfolglos. Erfolgreich war er dagegen 1994 am K2. Nach dieser Expedition widmete er sich noch ausschließlicher dem Bergsteigen. Etliche Reisen in die Rocky Mountains (Kanada), in den Himalaya (Nepal und Tibet), in den Karakorum (Pakistan) und nach Patagonien (Argentinien) folgten.

Michael Waerthl - Unvollendetes Projekt am Seebenseefall

Michael Waerthl in einem unvollendetes Projekt am Seebenseefall – Foto: Michael Wärthl

 

An seiner Begeisterung für die Berge und an seiner Reiselust hat sich bis heute nichts geändert. Und doch ist alles anders, denn seine Frau Simone Bogner und seine beiden Jungs Marc und Luca wollen natürlich bei der Tourenplanung berücksichtigt werden. Durch gemeinsame Tage in den Bergen ist seine Leidenschaft um eine Facette reicher geworden. Es kann also weitergehen.

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Lebenslauf:


25.05.1970: Geboren in …

1998:
– Staatliche Bergführerprüfung

2000:
– Aufnahme ins DAV-Ausbilder- und Trainerteam für Nachwuchsförderung

2003:
– Mitglied im Bundelehrteam für Berg- und Skiführer

Beruf:
– staatlich geprüfter Berg- und Skiführer
– Profibergsteiger

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Sein Expeditionen / Unternehmungen / Begehungen:


1986:


Türkei-Kletterreise, erste Klassiker in den Alpen.

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1988:


Nevado Illimani (6462m) und Huayna Potosi (6088m) – Cordillera Real, Anden, Bolivien
Beide Berge mit Gipfelerfolg.

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1990:


Pik Korsсhenewskaja (7105m) und des Pik Kommunismus (Pik Ismoil Somoni) (7495m) – Pamir, Tadschikistan
Besteigung beider Berge im reinen Alpinstil.

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1991:


Hoher Göll (2522m) – Berchtesgadener Alpen, Deutschland
Erste Wiederholung der Huber-Route “Scaramouche” (10-) am Westwandpfeiler.

Momhil Sar (7343m) – Hispar Muztagh, Karakorum, Pakistan
Abbruch auf 6200m Höhe.

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1993:


Baintha Brakk (Ogre) (7285m) – Panmah Muztagh, Karakorum, Pakistan
Abbruch auf ca. 6100m Höhe.

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1994:


K2 (8611m) – Baltoro Muztagh, Pakistan/China
Am 23. Juli Gipfelerfolg mit Ralf Dujmovits,  Veikka Gustafsson, Axel Schlönvogt und Michael Groom. Bis 2008 war Michael Wärthl mit 24 Jahren der jüngste Bergsteiger der den Gipfel je ohne Sauerstoff erreicht hatte.

Uzun Brakk (6422m) – Panmah Mustagh, Karakorum, Pakistan
Erste Wiederholung der Uzun Brakk Südwestwand (auf 5600m, 750m und Schwierigkeiten bis zum unteren 8. Grad).

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1995:


Fritz Roy (3406m) – El Chaltén, Patagonien, Argentinien
Versuch einer Wiederholung der Route “El Corazon” (1400m, 8+/A4), Aufgabe nach ca. 800m Wandhöhe.

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1997:


Erstbegehung der Route “Vogelfrei” an der Südwand der Schüsselkarspitze (10/10+, 350m) im Wettersteingebirge (Österreich).

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1998:


Cerro Torre (3133m) – Campo de Hielo Sur, Patagonien, Argentinien/Chile
Winterbesteigungsversuch der Ferrari Route, Abbruch nach der Helm Seillänge ca. 300 m unterhalb des Gipfels.

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1999:


Aguja Poincenot (3002m) –  Fritz Roy Massiv, Patagonien, Argentinien.
Gipfelerfolg.

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2000:


Erste M 10 mit der Begehung der Jasper Route “Traumfänger” (M 10-) in der Sigmund Thun Klamm, Kaprun (Österreich).

Einzige bisher bekannte Wiederholung (inkl. 2008) der Route “Himmelsleiter” (7/WI 7- R) und der Route “Komet” (8/A1/WI 7- R) im Pinnistal, Stubaitaler Alpen (Österreich).

Dritte Begehung der Route “Traumfänger” (M7+/WI 6+ R) im Pinnistal, Stubaitaler Alpen (Österreich).

Cerro Dos Cumbres (3249m) und des Cerro Rincón (2243m)
Zweite Besteigung,  jeweils im reinen Alpinstil.

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2002:


Gurla Mandata (7728m) – Nalankar Himal, China (West-Tibet)
Vierte Besteigung des Gipfels mit sieben Freunden zusammen.

Ama Dablam (6851m) – Khumbul Himal, Nepal
Erfolgreiche Leitung einer kommerziellen Amical Alpin Expedition.

Eiger (3970m) – Berner Alpen, Schweiz
Eiger Nordwand, Heckmaier Führe, als Bergführer im Rahmen einer Foto und Filmdokumentation der Erstbegehung von 1938.

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2003:


Eiger (3970m) – Berner Alpen, Schweiz
Erste Wiederholung der Eiger Nordwand Route “La vida es silbar” (9/9+, 1000m).

Fritz Roy (3406m) – El Chaltén, Patagonien, Argentinien
Am 11. November Gipfelerfolg über die anspruchsvolle Supercanaleta mit Freund und Gast Claus Haberda.

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2004:


Nanga Parbat (8125m) – Punjab Himal, Pakistan
Im Mai/Juni Besteigung des Nanga Parbats als Leiter einer kommerziellen Amical Alpin Expedition. Am 18. Juni 2004 Gipfelerfolg mit 7 von 8 Teilnehmern.

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2005:


Eiger (3970m) – Berner Alpen, Schweiz
Zweite Führung der Eiger Nordwand, Heckmair Führe.

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2006:


Erste komplette “onsight” Begehung der Jasper Route “Flying Circus” (M10) an der Breitwangfluh in Kandersteg (Schweiz).

Gasherbrum II (8035m) – Karakorum/Baltoro Muztagh, Pakistan/Indien
Erfolgreiche Führung einer Amical Alpin Expedition mit David Göttler zusammen. Am 10. Juli Gipfelerfolg mit 11 Teilnehmern der Expedition.

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2007:


Cho Oyu (8201m) – Khumbul Himal, Tibet, Nepal/China
Besteigung des Cho Oyu als Leiter einer kommerziellen Expedition (8201m, Tibet)

Eiger (3970m) – Berner Alpen, Schweiz
Eigernordwand, Dritte Führung für das Schweizer Fernsehen.

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2008:


Alpamayo (5947m) und des Huascarán (6768m) – Cordillera Blanca, Anden, Peru
Erfolgreiche Führung auf beide Berge.

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2009:


Huayna Potosi (6088m) – Cordillera Real, Anden, Bolivien
Gipfelerfolg.

Sajama (6542m) – Sajama Nationalpark, Anden, Bolivien
Gipfelerfolg.

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2010:


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Bücher:


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Weitere Infos finden Sie hier:

Homepage von Michael Wärthl

Quelle: Michael Wärthl

(letzte Aktualisierung: 22.10.2010)

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Schöne Bergtouren Team