Buchtipp: Der Weltenwanderer

Buchtipp:

Der Weltenwanderer

Ich möchte euch hiermit das schon in 3. Auflage im Tyrolia Verlag von Gregor Sieböck erschienene Buch “Der Weltenwanderer” vorstellen.

Der Weg der Veränderung

Eine Fußreise zu den Wundern der Welt, zu alternativen Lebenskonzepten und zu sich selbst

“Eines Tages wanderte ich einfach los”, erinnert er sich, nicht ohne Staunen über seinen ersten Schritt. “Bei der Haustür hinaus, in Richtung Atlantik. Das Meer war noch weit entfernt, doch die Freude, einfach aufzubrechen, gab mir Kraft, den Weg zu wagen.”

Die Geschichte einer abenteuerlichen Sinnsuche

Am Anfang stand für Gregor Sieböck die Sehnsucht nach einem Lebenstraum, der es wert war, verwirklicht zu werden. Gefunden hat er das Bekenntnis zu einem einfachen, bewussten Leben im respektvollen Umgang mit der Erde – nach 15.000 Kilometern zu Fuß auf 4 Kontinenten und nach zahlreichen Abenteuern und Begegnungen mit faszinierenden Menschen und ihrer persönlichen Weltanschauung. Diese Erfahrungen sind die Bilanz seiner ersten “Pilgerreise”, die er nach einer großen Vortragstournee nun auch in Buchform vorlegt.

Der Weltenwanderer

Bei Amazon.de…

Ein Plädoyer für mehr Mut zur Eigenverantwortung

Drei Jahre lang wanderte der Wirtschaftswissenschafter um die halbe Welt. Seine Reise führte ihn auf dem alten Jakobsweg von Österreich bis zum Atlantik, quer durch die einsamen Weiten Patagoniens, auf den Spuren der Inkas über die Anden, entlang der Küste von Kalifornien, zu den Tempeln Japans und durch die Wildnis Neuseelands. Dem Leser will er nicht nur die Vielfalt an alternativen, verantwortungsvollen Lebensstilen, die er dabei kennen gelernt hat näher bringen, sondern sein Buch soll auch andere dazu ermutigen, ihren ganz persönlichen Lebensweg zu suchen. Einen Weg, auf dem Gregor Sieböck viel mehr gefunden hat, als er sich je erträumt hatte …

_______________________________________________

Leseprobe:

Die Realität der modernen Zeit holte mich ein, denn es waren Präsidentschaftswahlen in den USA, und im Radio hörte ich, dass einige 1000 Kilometer weiter nördlich George W. Bush wieder gewählt worden war, der die Welt im Sinne von Heute stehen wir am Abgrund und morgen sind wir schon einen Schritt weiter führen würde. Als Rodrigo und ich über die dunklen Wolken am Firmament der internationalen Politik und die verantwortungslosen Entscheidungsträger_ innen auf der ganzen Welt diskutierten, erklang im Radio plötzlich die Stimme der legendären argentinischen Sängerin Mercedes Sosa. Mit überzeugender und sicherer Stimme sang sie: Todo cambia … – “Alles ändert sich, nichts dauert ewig.” Sie hatte völlig recht.

Am nächsten Morgen, als ich noch im Bett lag, rief Rodrigo ganz aufgeregt: “Gregorio, Gregorio! Schau doch beim Fenster hinaus!” “Was hat er bloß?”, dachte ich mir, sprang sogleich aus dem Bett und sah, wie der Chimborazo im gelblich-orangen Morgenlicht leuchtete: ein unvergesslicher Anblick! Die Welt konnte so wunderschön sein.

Rodrigo träumte von einer gerechten Welt, in der die Menschen im Einklang mit der Natur lebten. Deswegen hatte er vor ein paar Jahren die Comicfigur des Condormán ins Leben gerufen. Der Condormán war ein Held, der im Andenhochland lebte und den Menschen zeigte: “Schaut doch her, vieles können wir auch ganz anders machen. Wir müssen nicht so viel Müll erzeugen und diesen dann einfach wegwerfen. Die Felder können wir dank biologischem Landbau auch ohne Chemikalien bestellen. Die Urwälder sind viel mehr als nur der Wert des Holzes, denn sie schaffen einen Lebensraum für viele Lebewesen. Konsum ist nicht unser einziger Lebensinhalt, denn die wahre Quelle unserer Freude erschließen wir in den Begegnungen mit Freunden und wenn wir für die Welt etwas Schönes schaffen.” Rodrigo wollte einige Wochen
nach unserem Treffen als Condormán durch Ecuador unterwegs sein. Am Tag plante er jeweils einen Halbmarathon zu laufen und abends wollte er Marionettentheater für die Kinder aufführen, um ihnen spielerisch seine Werte zu vermitteln. Der Condormán war voller Kraft und Lebensgeist.

Die Utopien von heute sind die Realität von morgen, schrieb Henry Dunant, der Gründer des Roten Kreuzes, einmal in sein Tagebuch. Starke Worte, die mir auf der Wanderung und im Leben immer wieder Mut machten, mein Ziel nicht aufzugeben. Nach fünf Monaten Fußmarsch auf der königlichen Inka – straße war es schließlich so weit: Ich hatte endlich Quito, Quiiiiitooooooo erreicht! Es war November 2004 und ich war seit Bad Ischl bereits 9730 Kilometer gewandert. Diese Distanz entspricht ungefähr der Luftlinie zwischen Österreich und Ecuador! In den vorangegangenen Monaten hatte mich die Faszination der einsamen Hochflächen in Peru und Ecuador in ihren Bann gezogen. Zugleich schwang auch noch der Zauber Patagoniens nach. Entlang des Weges hatte ich wunderbare Menschen getroffen und ihre einfache Lebensweise zu schätzen gelernt. Kurzum, ich hatte mich in Lateinamerika verliebt. All diese Gedanken gingen mir durch den Kopf, als ich in Quito ankam. Ich flog richtiggehend in diese Stadt hinein und war voller Energie und Tatendrang, hatte ich doch die schwierige Wegstrecke entlang der Inkastraße erfolgreich beendet: Was für ein Glück! An der Plaza de San Francisco wartete Katia mit einer bunten Girlande auf mich. Bald darauf waren wir umringt von einer Schar Schuhputzern, die wir kurzerhand alle zu Fruchtsaft und Kuchen einluden. Ihre Augen leuchteten und ich war glücklich, die Ankunft in Quito zusammen feiern zu dürfen. Ist es doch eine Freude, das Glück zu teilen.

Vor einigen Jahren hatte ich als Zivildiener in Ecuador mit dem Verein Jugend eine Welt über ein Jahr lang in einem Straßenkinderprojekt mitgearbeitet. Jugend eine Welt unterstützt Projekte in der ganzen Welt und ermöglicht österreichischen Jugendlichen, in den Ländern des Südens Erfahrungen bei der Arbeit mit den Straßenkindern zu sammeln. Diese Erlebnisse während des Zivildiensts haben mein Leben von Grund auf verändert. Zuvor hatte ich in Wien drei Jahre lang Wirtschaft studiert und meistens Börsencharts und Gewinnkennzahlen im Auge behalten, dort schaute ich in die Augen der Straßenkinder und das werde ich nie vergessen. Ich wünschte, alle Wirtschaftstreibenden und Politiker_innen dieser Erde könnten wenigstens einmal in ihrem Leben in die Augen dieser Kinder schauen und einige Wochen mit ihnen arbeiten. Die Kinder auf Quitos Straßen sind die direkte Konsequenz der menschen- und umweltverachtenden Finanzpolitik des Neoliberalismus und dieser würde wohl nicht mehr so lange währen, wenn sich die Entscheidungsträgerinnen der Konsequenzen ihres Handelns bewusst wären. Als ich 2004 in Quito ankam, wendete der ecuadorianische Staat 75 Prozent seines Jahresbudgets für internationale Zinsrückzahlungen auf und musste in der Folge Ausgaben für Soziales drastisch einschränken.

Ich wollte Natalia besuchen. Wir hatten uns während meines Zivildiensts in Ecuador kennen gelernt. Damals hatte sie eine Konditorei mit herrlichen Schokokuchen geführt. Die Pastelleria gab es immer noch und Natalia lächelte, als ich eintrat. Ich war unrasiert, hatte lange zerzauste Haare, el Vagabundo eben. Wir schauten uns in die Augen und fielen uns sogleich in die Arme: Es gibt Momente im Leben, da bleibt die Zeit einfach stehen! Die fünf Jahre, in denen wir uns nicht gesehen hatten, hat es wohl nie gegeben.

Ich lud Natalia in ein italienisches Restaurant ein. Am selben Abend spielte Ecuador gegen Brasilien in Quito Fußball und das Unmögliche geschah: Ecuador gewann 1:0. Ein Jahrhundertspiel! Ganz Quito war auf den Beinen und bald tanzten alle, auf der Straße und in den Bars. Natalia und ich saßen im Restaurant. Wir schauten uns tief in die Augen und verloren uns in ihnen. Das war mir schon lange nicht mehr passiert, mir, dem Vagabunden, der immer nur von einem Ort zum anderen zog. Ob des Umherziehens blieb keine Zeit für die Liebe zu einer Frau und an einer kurzen Beziehung war ich nicht interessiert, denn sie hätte nur das Abschiednehmen schwierig gemacht. Ich lebte lieber alleine, somit gab es keinen Abschiedsschmerz, aber natürlich auch keine Beziehung. Ich war verliebt in den Weg und das reichte mir. Aber dieser Abend war anders. Wir tanzten Salsa. Die Stadt war verrückt. Es schien, als hätte die Welt aufgehört zu existieren, und wir lebten ohne einen Gedanken an morgen.

Am nächsten Tag gingen wir lange spazieren und tranken Kaffee. Eine Beziehung? Sie wäre uns wohl nur für eine sehr kurze Zeit geschenkt, das wussten wir beide. Ich würde weiterziehen und Natalia bleiben. Lebe den Augenblick! Trotzdem zweifelte ich. Wahrscheinlich hatte ich schon allzu lange alleine gelebt und das Ausgesetztsein auf der Inkastraße hatte mich zum Einzelgänger gemacht.

Abends gingen wir ins Kino und schauten uns den Film über die Lateinamerikareise des jungen Che Guevara an, El Diario del motociclista – Tagebuch einer Motorradreise. Am Ende seiner Reise sagte el Che: “Yo ya no soy yo.” – “Ich bin nun nicht mehr ich.” Mir ging es ähnlich! Ich hatte mich verändert. All die Herausforderungen unterwegs hatten mich stärker gemacht, die Ungerechtigkeiten zwischen Reich und Arm, die ich unterwegs gesehen hatte, hatten meinen Blick auf die Welt verändert und das Zusammentreffen mit den Schafhirten auf der Inkastraße hatte mich angeregt, mein Leben zu vereinfachen, es langsamer und bewusster zu leben.

Lateinamerika hatte mich in seinen Bann gezogen und ich war seiner Faszination verfallen. Natalia servierte mir einen Tee in der Pastelleria und auf der Tasse stand Home sweet home. Heimat? Wo war meine Heimat? Würde ich jemals eine solche finden oder immer ein Vagabund bleiben? Und doch, Natalia hatte es geschafft. Sie machte diesen Ort für einen Augenblick zu meiner Heimat und die Dankbarkeit dafür werde ich mein Leben lang in mir tragen: Liebe, Heimat, Abschied – so große Worte und ich als Mensch dahinter fühlte mich manchmal so klein.

_______________________________________________

Der Autor:

Gregor Sieböck, geb. 1976 in Oberösterreich, absolvierte nach dem Abschluss seines Wirtschaftsstudiums in Wien und Havanna einen internationalen Universitätslehrgang in Umweltwissenschaften in Schweden. Seit 2003 ist er als “Weltenwanderer” unterwegs. Sein neues Projekt “Wegkreuzungen” führt in seit dem Sommer 2008 diesmal durch Europa, der dazugehörige Diavortrag geht mit Herbst 2009 auf Tournee durch Österreich und Deutschland.

Bei Amazon.de…

_______________________________________________

“Der Weltenwanderer”

Global Change – Zu Fuß um die halbe Welt

Gregor Sieböck

288 Seiten, 137 Abbildungen und handgezeichnete farbige Skizzen,

15 x 22,5cm, gebunden mit Schutzumschlag

ISBN :  978-3-7022-3042-5

_______________________________________________

Weitere Infos finden Sie hier:

www.tyrolia-verlag.at

Homepage von Gregor Sieböck

Quelle: Tyrolia-Verlag

Weitere Artikel aus dem Tyrolia Verlag bei Amazon.de…
Schöne Bergtouren Team

About Schöne Bergtouren Team