E.O.F.T. 10/11 – 10 Jahre European Outdoor Film Tour…

E.O.F.T. 10/11 –

10 Jahre European Outdoor Film Tour…

es ist wieder bald soweit. Die European Outdoor Film Tour 10/11 startet bald und hat dieses Jahr 10 jähriges Jubiläum. Die European Outdoor Film Tour (E.O.F.T.) ist das größte Filmevent der europäischen Outdoor-Community. Seit zehn Jahren verfolgt sie die Entwicklung in der Extremsportszene und stellt die weltweit besten Abenteuerdokus und Outdoorsportfilme in einem Programm zusammen, das sämtliche Facetten des Outdoorsports abdeckt – unter anderem Bergsteigen, Klettern, Skifahren, Mountainbiking und Kajaking. Das rund zweistündige Filmprogramm ist in jedem Jahr von Oktober bis Dezember durch Europa unterwegs: neben Deutschland, Österreich und der Schweiz stehen auch Italien (seit 2006), die Niederlande (2007) und Belgien (2009) auf dem Tourplan.

E.O.F.T. 2010/11

Foto: E.O.F.T.

 

Wie alle Dokumentarfilme haben es auch Outdoorsport- und Abenteuerfilme schwer im Kino. Auch das Fernsehen strahlt sie meistens nur im Nachtprogramm aus. Was schade ist, denn die bildgewaltigen Filme werden zwar für die große Leinwand gemacht, aber nur selten dort gezeigt. Der Outdoor-Boom der letzten Jahre verhalf zwar dem klassischen Bergfilm wieder zu einem Revival, doch die Inszenierung deutscher Heldengeschichten wie in “Nordwand” oder “Nanga Parbat” hat nicht viel mit den Dokumentationen gemeinsam. Wer keine Schauspieler, sondern echte Helden sehen wollte, der musste früher weite Wege zu Bergfilmfestivals (z.B. in Graz, Tegernsee oder Trento) in Kauf nehmen. Oder man begnügte sich mit einer DVD. Die European Outdoor Film Tour (E.O.F.T.) umgeht diese Problematik und bringt die Outdoorfilme direkt zu den Fans. In diesem Jahr feiert sie ihr zehnjähriges Jubiläum.

Mit 16 Tourstopps in Deutschland hat im Jahr 2001 alles angefangen. Inzwischen sind es über 100 Events in sechs Ländern. So ist die Tour im Laufe der Zeit ihrem Namen immer mehr gerecht geworden. Mit steigender Zahl der Events wächst auch die E.O.F.T.-Community. Allein im letzten Jahr besuchten über 50.000 Zuschauer in einem Zeitraum von drei Monaten eines der E.O.F.T.-Events. Treue Fans kommen jedes Jahr wieder und betrachten die Veranstaltung als Kick-Off für die eigene Winter-Outdoor-Saison. Sie sind selbst sportlich aktiv und nutzen die Gelegenheit, um sich auf den Events oder dem E.O.F.T.-Online-Portal www.eoft.eu über Outdoor-Aktivitäten und die Filme auszutauschen.

Das zweistündige Filmprogramm der E.O.F.T. nimmt die Zuschauer mit auf eine extrem sportliche Abenteuerreise zu den entlegensten Winkeln unserer Erde. Die Themen und ihre filmische Umsetzung variieren von Jahr zu Jahr, spiegeln aber das breite Spektrum des Outdoorsports wieder: Alpinsport und Klettern, Mountainbiking, Kajaking, B.A.S.E.-Jumping und vieles mehr. Wenn auch die meisten Aktivitäten nicht zur Nachahmung empfohlen werden können – der Funke der Inspiration springt immer über. Und dies ist nicht zuletzt ein Verdienst der E.O.F.T.-Protagonisten. Ihre Leidenschaft für den Sport und das Abenteuer grenzt oft genug an Schinderei. Trotzdem haben sie die Sympathie der Zuschauer auf ihrer Seite.

Die Tour startet am 10. Oktober 2010, mit 120 Events in 6 Ländern.

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Programm – Die einzelnen Filme im Überblick:

A bit of a rough: Klettern im englischen District

 

8 Min, England/Schweiz 2010

Das legendäre Peak District in der Nähe von Sheffield hat Kletterer schon immer fasziniert. In den 80er und 90er Jahren eröffneten hier lokalen Klettergrößen wie Jonny Dawes einige der schwersten Routen auf der Insel. Sie gelten als absolute Highlights und wurden bis heute nur selten wiederholt. Diese Herausforderung lässt sich das Mammut Kletterteam natürlich nicht entgehen! Die Routen sind zwar kurz, doch viele Sicherungspunkte gibt es nicht. Umso anspruchsvoller gestalten sich die Kletterzüge. Aber Gritstone bleibt Gritstone und Anna Stöhr, Alex Johnson, David Lama, Céderic Lachat, Magnus Midtbø und Jakob Schubert genießen es den rauen und kompakten Sandstein unter den Fingern zu spüren und die unzähligen Routen auszuprobieren. Selbst die nordenglischen Locals zeigen sich beeindruckt von den Kletterkünsten des internationalen Pro-Teams. Und nach einem anstrengenden Klettertag werden die abgewetzten Fingerkuppen im Broadfield-Pub an einem großen Glas Bier gekühlt.

Mammut Teamtripp 2010

Anna Stöhr bouldert im Peak District, Sheffield, England “West Side Story Fb 7b+” – Foto: Mammut

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300 Days – Der Traum von Robinson

25 Min, Tonga/Schweiz 2010

Wer träumt ihn nicht, den Traum von der einsamen Insel? Kein Stress, himmlische Ruhe. Nur der Wind säuselt durch die Palmenwipfel und das Rauschen der Brandung wiegt Dich in den Schlaf… Soviel zur weitverbreiteten Vorstellung vom “romantischen” Inselleben. Als Xavier Rosset für 300 Tage auf Tofua eincheckt, stellt er bereits nach wenigen Stunden fest, dass die Realität anders aussieht: Er ist allein und am Ende der Welt, zwar der Herrscher über knapp 50 km2 wild bewachsene Inselfläche, aber eben auch nur das Ende der bedauernswert kurzen Nahrungskette, das hier jeden Tag aufs Neue einen Kampf ums Überleben führen muss. Doch er passt sich dem ungewohnten Rhythmus an, fängt Fische und erntet Kokosnüsse, baut sich eine kleine Hütte und lustwandelt schließlich zusammen mit seinen beiden Haus- bzw. Hüttentieren – einem Hund und einen Wildschweinferkel – kreuz und quer über die Insel. Fazit seines Abenteuers: “Egal wie sehr man die Einsamkeit auch sucht, man findet sie ja doch nicht.”

300 Days - Xavier Rosset

Xavier Rosset – Foto: Xavier Rosset

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Alone on the Wall – Free Solo am Half Dome (Yosemite)

8 Min, USA 2009

Wenn er jetzt loslässt, wird es das letzte sein, was er tut. Alex Honnold bliebe dann nicht einmal Zeit um die grandiose Aussicht über den Yosemite National Park zu bewundern. “Der Half Dome ist ein wahnsinnig beeindruckender Fels: unsicherer Granit, Platten, sogar die Risse sind nicht einfach zu klemmen. Auf diese Solo-Begehung bin ich ganz besonders stolz.” Zu recht. Denn normalerweise benötigt eine Seilschaft mehrere Tage um die mit 5.12 bewertete Route Regular Northwest Face zu durchsteigen. Alex braucht dafür nur wenige Stunden – und auf das Seil kann er auch verzichten. “Bei leichteren Routen, hab ich einfach Spaß, unterhalte mich und höre Musik. Ich bin auch schon ans Telefon gegangen.” Doch am Half Dome lässt er lieber alle zehn Finger am Fels. Magnesia hilft zwar ganz gut gegen Schweißhände, aber hier ist die Konzentration genauso wichtig. Und wenn es eine Pille gegen Free-Solo-Panik gäbe: Alex hätte ohnehin keine Hand frei um sie einzuwerfen.

Alex Honnold

Foto: Alex Honnold

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Dream Result: Kajak-Weltrekord – 65 Meter in die Tiefe

USA 2010

Sich mit dem Kajak einen Wasserfall hinunterzustürzen ist nicht jedermanns Sache. Für Tyler Bradt, einer der besten Kajaker der Welt, ist es genau das Richtige. Als er nach sieben scheinbar endlosen Sekunden wieder aus der schäumenden Gischt des Wasserfalls auftauchte, meinte er nur: “Ich hatte mir den Aufprall viel heftiger vorgestellt.” Vermutlich hätte die Vorstellungskraft die Meisten von uns schon vorher verlassen, denn die Palouse Falls im Bundesstaat Washington sind gewaltig. Dass sich Tyler bei dem Fall aus 65 Metern Höhe nur ein paar Verstauchungen zugezogen hat, ist mehr als erstaunlich. Trotzdem würde er es immer wieder tun: “Es gibt nichts Besseres als mit dem Kajak durch die Luft zu fliegen!” Trotzdem war der Weltrekord an den Palouse Falls nicht die erste verrückte Aktion in seinem Leben. Vor zwei Jahre hat er zusammen mit seinem Freund Seth Warren und dem frittenöl-betriebenen Truck “Baby” den ersten CO2-neutralen Roadtrip auf der Panamaricana hingelegt (Oil and Water, E.O.F.T. 08/09).

Dream Result

Foto: Tyler Bradt

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Eternal Flame – Klettern mit den Huberbuam

30 Min, Pakistan/Deutschland 2010

1989 haben Wolfgang Güllich und Kurt Albert die Route “Eternal Flame” am Nameless Tower (6.215m) erstbegangen. Sie waren Freikletter-Pioniere und nahmen als erste die großen Wände im Karakorum ohne technische Hilfsmittel in Angriff. Leider konnten sie die Route nicht komplett frei klettern: Am Ende fehlten ihnen noch vier Seillängen. Vier Seillängen, die in den nächsten 20 Jahren die besten Extremkletterer der Welt herausfordern sollten. Wem würde die erste Rotpunktbegehung der “Eternal Flame” gelingen? Im Sommer 2009 machen sich Thomas und Alexander Huber auf den Weg nach Pakistan um diese Frage mit einem klaren “Uns!” zu beantworten und die Flamme, die ihrer Vorbilder Güllich und Albert hier vor 20 Jahren entzündet haben, endlich vollends zum Leuchten zu bringen. Die Bedingungen am Fels sind dafür jedenfalls perfekt. Sogar das Wetter hält den “Huberbuam” über Wochen den Rücken frei, so dass sich die beiden in aller Ruhe durch die 1000 Meter hohe senkrechte Granitwand nach oben arbeiten können. Doch ganz ohne Probleme geht es dabei natürlich trotzdem nicht ab.

Bericht, Bildergalerie und Trailer von der Expedition Nameless Tower “Eternal Flame”

Bericht, Bildergalerie und Trailer von der Expedition Antartica “Eiszeit”

Eternal Flame

Alexander im perfekten Handriss der fünften Seillänge (VII) – Foto: Huberbuam

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Follow Me – No one rides alone

8 Min, Kanada/Neuseeland 2010

“Wir wollten einen Film machen, der so richtig abgeht und uns daran erinnert, warum Mountainbiking das Tollste überhaupt ist.” Kann man das denn vergessen? Fakt ist, man gewöhnt sich an alles. Sogar an das irre Gefühl mit Vollgas über den Kicker zu brettern und einen Frontflip ohne Bruchlandung hinzulegen. Fakt ist aber auch: Allein macht das Ganze nur halb so viel Spaß. Und weil man unbekanntes Terrain besser gemeinsam erkundet, schicken die Macher von “Roam” und “Seasons” die besten Mountainbiker der Welt in ihrem neusten Werk “Follow Me” zu zweit oder zu dritt auf die Piste. Die lassen es dort so richtig krachen und beweisen, dass der Spaß ohne Teamgeist sehr schnell auf der Strecke bleibt. Ob beim Freeriding in Kamloops oder beim Downhill in Neuseeland – “Follow Me” fetzt und wird auch noch den letzten Mountainbike-Muffel aus dem Sessel in den Sattel treiben.

Follow Me

Foto:

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Free Fall – Guillaume Néry taucht ab – in Dean‘s Blue Hole

4 Min, Frankreich 2010

Die Geheimnisse der Karibik liegen unter der Wasseroberfläche. Vor Long Island, nur wenige Meter vom weißen Sandstrand entfernt, gähnt im türkisblauen Wasser ein dunkles Loch: Dean’s Blue Hole, die tiefste Unterwasserhöhle der Welt. Ein mystischer und scheinbar bodenloser Ort, genau richtig für Guillaume Nérys “Free Fall” durch die stille blaue Welt unter Wasser. Er holt Luft und lässt sich hineinfallen. Eigentlich werden hier Wettkämpfe im Apnoetauchen ausgetragen, aber dieses mal unternimmt Guillaume keinen gewöhnlichen Tauchgang, sondern vollführt einen “B.A.S.E.-Jump” in das 202 Meter tiefes Loch im Meeresboden – und die perfekte Symbiose aus Freediving und B.A.S.E.-Jumping.

Free Fall

Foto:

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Friends of E.O.F.T. “Das Abenteuer ist die Suche nach dem Unerwarteten” (Christian Stangl)

8 Min, Deutschland 2010

Was machen eigentlich…Skyrunner Christian Stangl, die Speedbergsteiger Beni Böhm & Basti Haag, Abenteurer Jon Muir oder Kletter-Star David Lama? Rechtzeitig zum zehnjährigen Tourjubiläum gibt es nun ein Wiedersehen mit alten E.O.F.T.-Bekannten und die Antworten auf jede Menge offene Fragen: Was bedeutet “Abenteuer” für Euch? Zieht Christian Stangl noch immer Traktorreifen den Berg hoch? Welches Kletterprojekt steht bei David Lama als nächstes an? Wollen Beni Böhm und Basti Haag nach der Niederlage am Manaslu überhaupt noch einmal einen Achttausender besteigen? Was denkt Jon Muir heute über seine beiden Extremtrips durchs australische Outback und zum Nordpol?

Christian Stangl

Foto: Christian Stangl

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Glorious Days: Surfen auf der größten Wolke der Welt

8 Min, Australien 2009

Meistens lässt die Morning Glory auf sich warten. Als ob diese Wolke wüsste, dass man sich ihretwegen schon in Geduld üben werde. Meteorologen haben ihre Geheimnisse noch immer nicht vollständig entschlüsselt, Wolkenliebhaber aus aller Welt sind von ihrer imposanten Erscheinung fasziniert und reisen jedes Jahr Ende September nach Burketown an der Küste von Queensland (Australien), um sie zu sehen, zu fotografieren und mit Segelfliegern zu surfen. Mit einem Drachenflieger hat das bislang noch keiner versucht. Jonny Durand möchte der Erste sein. Technisch gesehen ist die Wolke dafür ideal, denn ihr Luftstrom sorgt für genügend Aufwind. Aber so hoch oben kann es schnell zu Turbulenzen kommen. Eine Notwasserung auf dem Meer ist für Jonny jedenfalls keine Option und auch einen unkontrollierten Landeanflug auf die australische Salzebene sollte er vermeiden. Es sei denn, er möchte unbedingt die Bekanntschaft der dort lebenden Krokodile machen.

Red Bull - Glorious Days

Foto: Red Bull

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Nomads – Huck & Chuck auf der Suche nach dem besten Schnee

8 Min, Frankreich 2010

Auf der Suche nach den besten Nordwänden der Alpen sind Loris und Nicolas Falquet, auch bekannt als “Huck & Chuck” schon ziemlich weit herum gekommen. Denn längst nicht jede Abfahrt kann vor den Augen der beiden Freeride-Profis bestehen. Steil muss sie sein – ab 50 Grad Gefälle fängt der Spaß doch erst an – und ohne Powder geht gar nichts. Und wenn trotzdem Lawinengefahr droht, muss eben das Terrain vor der Abfahrt mittels Handgranatensprengung gesichert werden…

Nomads

Foto:

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Weitere Infos zu Tourdaten und Tickets finden Sie unter:

www.eoft.eu

Quelle: Moving Adventures Medien

Schöne Bergtouren Team

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