Hochpustertal – Im Banne der Drei Zinnen in den Dolomiten wandern…

Hochpustertal –

Im Banne der Drei Zinnen in den Dolomiten wandern…

In den Dolomiten wandern, genauer gesagt im Hochpustertal, in den Sextener Dolomiten, an den Drei Zinnen, das stand schon lange auf meiner Liste, wenn ich an Wanderurlaub in Südtirol dachte. Wandern beim Urlaub in Südtirol, das empfinde ich jedes Mal als eine schöne Erfahrung. Jedoch Wandern in den Dolomiten, ist nochmal ein kleines I-Tüpfelchen oben drauf, dann noch in den Sextener Dolomiten, hier an den Drei Zinnen wandern, das kann man nicht beschreiben, das sollte man selbst erfahren, zu mindestens, wenn das Wetter gescheit ist. Ende September sollte soweit sein, bis jetzt hatte ich die Drei Zinnen nur aus der Ferne, bei meinem Besuch in Cortina d´Ampezzo auf einer Klettersteigtour auf den Monte Cristallo, gesehen.

Hochpustertal - Die Drei Zinnen

Blick zu den “Drei Zinnen” aus Richtung Drei Zinnen Hütte – Rifugio A.Locatelli S.Innerkofler , Sextener Dolomiten, Hochpustertal, Italien – Foto: Mario Hübner

 

Früh und durchgeschüttelt in München angekommen? Nein Danke…
Eine unchristliche Zeit zu der ich Ende September in Berlin startete. Um 4:27 Uhr ging mein ICE vom Berliner Hauptbahnhof in Richtung München. Mein Rucksack war voll mit allem möglichen Zeug, was man für die Tagestouren dort unten eben gebrauchen könnte. Es fuhr wieder dieser uralte ICE aus der ersten Generation. In meinem Waggon befanden sich wie immer nur einige wenige Reisende. Ich suchte meinen Platz und richtete mich ein. Getränk, etwas zum Frühstücken, ein Buch und meine kostbaren Ohrstöpsel, damit ich in Ruhe durchschlafen kann.

Der Zug stoppte noch kurz in Berlin-Südkreuz und nahm ordentlich Fahrt auf. Kurze Zeit später erschien der Schaffner, die Fahrkarten wurden kontrolliert und ich setzte endlich meinen Schönheitsschlaf fort. Wieso fahre ich lieber mit dem ersten Zug in aller Herrgottsfrühe von Berlin los, als den Nachtzug um 21:04 Uhr zu nehmen? Dafür gibt es mehrere gute Gründe:

Der CNL ist ein uraltes Zuggespann, wo man abends schon gegen 21 Uhr von Berlin los fahren muss. Die vorhandenen Sitzplätze sind meistens gut gefüllt, die Luft ist schlecht, es schnarchen jede Menge Leute, andauernd wird auf Bahnhöfen angehalten, es ruckelt beim hin- und her koppeln, wenn die Schlafwagen von den einzelnen Startdestinationen rangiert werden, bis es irgendwann endlich der Zug zusammengestellt wurde, welcher am Morgen um 07:05 Uhr in München Hauptbahnhof ankommt.

Bis 9 Uhr pflegte ich meinen Schönheitsschlaf, ein kurzes Frühstück, ein bisschen die Beine im Zug vertreten und zur Entspannung vertiefte ich mich bis München noch in meine Lektüre. Pünktlich gegen 10:49 Uhr fuhr der ICE im Münchener Hauptbahnhof ein.

Wiesnzeit in München – Nein heute geht es nach Südtirol
Es war wie immer zur Wiesnzeit knüppeldicke voll am Münchener Hauptbahnhof. An einem der zahllosen Verkaufsstände erwarb ich zwei belegte Semmeln und einen heißen Kaffee. Mit der Verpflegung in der Hand ging ich auf die Suche nach meinen anderen Mitfahrern. Von München sollten wir mit dem Bus ins Hochpustertal fahren. Martha unsere Reisebegleitung fand ich auch schnell am Bahnhofsausgang. Kurz den Fahrer begrüßt dann stieg ich zu Florian und Martha in den Bus. Das Wetter war bescheiden und machte nicht wirklich Lust auf einen Bergaufenthalt.

Die Autobahn war noch relativ leer um diese Tageszeit. Der Fahrer frönte seiner volkstümlichen Musik. Wir plauderten, schliefen oder lasen und bald darauf passierten mit dem Brenner den Alpenhauptkamm. Das Wetter war hier südlich des Hauptkamms herrlich. Blauer Himmel, warme Luft, ein schöner Spätsommertag eben. In Franzensfenste bogen wir ins Pustertal ab, passierten Bruneck, Toblach und erreichten Innichen.

Hochpustertal - Fussgaengerzone Innichen

Fußgängerzone in Innichen mit schöner Bergkulisse im Hintergrund – Foto: Mario Hübner

 

Hochpustertal – Kaffee bei Sonnenschein und beeindruckender Bergkulisse
Der Ort war eher ruhig, die Nachsaison war im Gange. In der Bar Cafe Rudy trafen wir uns mit unserer örtlichen Ansprechpartnerin Carmen, genossen draußen in der Sonne bei Kaffee und einem kleinen Snack das wundervolle Wetter, die Kulisse der Dolomiten mit Neunerkofel, Gantkofel und Haunold, welche südlich über dem Hochpustertal aufragten. Man tauschte sich aus, lernte sich kennen, anschließend vertraten wir uns die Beine beim Flanieren durch das beschauliche Innichen und inhalierten den Südtiroler Flair der Dolomiten.

Kurze Zeit später verlegten wir nach zu unseren Hotel in Sexten und erreichten im östlichsten Tal Südtirols unseren Zielort und damit den Ausgangspunkt für die nächsten Tage. Das ehrwürdige Hotel Drei Zinnen im Ortsteil Sexten-Moos würde uns als Unterkunft dienen. Ein schönes Hotel mit der charmanten Ausstrahlung vergangener Zeiten. Wir wurden von der Inhaberin Waltraud freundlich begrüßt und bezogen unsere Zimmer.

Das Hotel Drei Zinnen liegt ideal am Eingang zum Naturpark Drei Zinnen. Auf der Südseite des Hotels können die Gäste nachmittags auf der Terrasse oder am Pool ruhen, sich in den Sonnenstrahlen wärmen und die Berggipfel und Steilwände bekannter Dolomitengipfel wie Gsellknoten, Dreischusterspitze, die Sextner Rotwand, Elfer und Einser auf sich wirken lassen.

Hochpustertal - Kirche und Bar Cafe Rudy

Die Kirche und die Bar Cafe Rudy im Zentrum von Innichen – Foto: Mario Hübner

 

Nach Erkundung des Hotels mit seinen vielen Schwarzweiß Bildern auf den Gängen, welche die Geschichte des Hotels widerspiegeln und aller Räumlichkeiten ging es für mich noch in den Ort. Einmal die Straße einige hundert Meter hoch und runter vor dem Abendessen. Schließlich hatte ich den ganzen Tag im Zug und Bus gesessen.

Beim wohlschmeckenden Abendessen im Speisesaal stießen noch 2 weitere Wegbegleiter zu uns. Dieter und Killian waren später angekommen, aber somit war unsere Truppe jetzt komplett. Bei einem gelungenen Abendessen wurde lebhaft Konversation betrieben. Dieter und Killian würden am nächsten Morgen früh zu einer Klettertour an den Drei Zinnen starten. Ich, Martha und Florian würde es ruhiger angehen lassen und als kleine Wandergruppe würden wir von der Plätzwiese auf den Dürrenstein wandern. Alsbald löste sich die Tischrunde auf. Die Einen mussten sehr früh aufstehen und die Anderen waren heute einfach schon zulange aufgewesen.

Hotel Drei Zinnen - Nordseite

Die Nordseite des Hotels “Drei Zinnen” mit herrlicher Bergkulisse im Hintergrund – Foto: Mario Hübner

 

Almabtrieb von der Dürrensteinalm – Wanderung auf den Dürrenstein
Nach einem reichhaltigen Frühstück fuhren wir mit einem Bus nach Toblach zur Bergschule „Globo Alpin“. Hier steigen trafen wir auf unseren Wanderführer und wechselten in seinen Bus. Auf dem Weg zur Plätzwiese stieß Carmen noch zur Gruppe der Wanderer. Wer die Plätzwiese und den Dürrenstein in Ruhe genießen möchte, der sollte sich sehr früh auf den Weg begeben, denn wenn die Wanderbusse den Bergasthof Plätzwiese erreichen, wird es dort sehr lebhaft.

Hochpustertal - Almabtrieb

Almabtrieb von der Dürrensteinalm in den Pragser Dolomiten, Hochpustertal, Italien – Foto: Mario Hübner

 

An der Mautstation (die Bergstraße ist bis 10 Uhr für PKWs befahrbar, danach verkehrt ein Shuttledienst) am Alpengasthof Brüggele tauschte sich der Wanderführer mit dem Kontrollposten aus. Heute fand der Almabtrieb von der Dürrensteinalm statt. Wir sollten uns beeilen und das Auto irgendwo rechts in einer Seitentasche der Mautstraße parken, wenn die Rindviecher in Sicht kamen. In Kehren ging es höher und plötzlich tauchten die ersten Kühe auf. Schnell den Bus seitlich geparkt und dann postierten wir uns und betrachteten das Spektakel.

Hochpustertal - Wanderung auf den Duerrenstein

Beim Aufstieg auf den Dürrrenstein. Links im Hintergrund der Piz Popene, Monte Cristallo und Cristallo di Mezzo, Pragser Dolomiten, Hochpustertal, Italien – Foto: Mario Hübner

 

Anschließend fuhren wir weiter zum Plätzwiesensattel und parkten am Berggasthof Plätzwiese. Die Wanderschuhe geschnürt, den Anblick der Hohen Gaisl genossen, im Süden sah ich den Gipfel des Monte Cristallo, wo ich bei meinem Aufenthalt in Cortina d`Ampezzo erst einige Wochen vorher auf dem Klettersteig unterwegs war. Der Wanderung auf den Dürrenstein (2839 m Höhe) konnte beginnen. Der Pfad führt uns gemächlich über die Dürrensteinalm bergauf. Die Augen zieht es bei dieser Bergwanderung automatisch zum gegenüberliegenden Hohen Gaisl (3446 m Höhe), der höchsten Erhebung der Pragser Dolomiten. Unter uns liegt die Plätzwiese und das Gelände wird steiniger. Je höher desto mehr Gipfel erblicken meine Augen. Namen wie die Drei Zinnen, der Seekofel, der Haunold, der Neuner und der Zehner.

Hochpustertal - Hohen Gaisl

Beim Aufstieg zum Dürrenstein schweift der Blick zur Hohen Gaisl, Pragser Dolomiten, Hochpustertal, Italien – Foto: Mario Hübner

 

Wir erreichen einen Vorgipfel, passieren eine kurze, mit Drahtseilen gesicherte Passage und erklimmen die letzten Höhenmeter auf einem ordentlichen Wanderpfad. Auf 2839 m Höhe steht das Gipfelkreuz des Dürrensteins in den Pragser Dolomiten. „Im Kreuz ist Heil“ so liest sich die Inschrift des Kreuzes und die Aussicht, von hier oben, ist an schönen, klaren Tagen fantastisch. Gemütlich sitzend lasse ich das wundervolle Bergpanorama der Dolomiten auf mich wirken und erlabe mich daran. Bei diesem Ausblick kann man verstehen warum die Dolomiten zum UNESCO Weltnaturerbe gehören. Unter uns an der versicherten Passage hat sich ein Stau gebildet und die Wanderer, welche hinauf zum Gipfel möchten, wächst. Es wird Zeit für den Abstieg und so verlassen wir das Gipfelkreuz des Dürrensteins, schließlich erwarten uns unten im Berggasthof Plätzwiese ein kühles Bier und eine Kleinigkeit als Stärkung.

Hochpustertal - Gipfelkreuz des Duerrenstein

Am Gipfelkreuz des Dürrenstein/Picco di Vallandro (auf 2839m Höhe). Leichter Gipfel, Wunderschöne Aussicht in alle Richtungen, allerdings muss man früh starten, sonst ist der Gipfel voll, Pragser Dolomiten, Hochpustertal, Italien – Foto: Mario Hübner

 

Raschen Schrittes begeben wir uns bergab und frönen auf der Terrasse des Berggasthofes Plätzwiese, den wärmenden Sonnenstrahlen der Herbstsonne. Der Elektrolythaushalt wird zeitnah aufgefüllt und wir lassen es uns gut gehen. So muss Urlaub in Südtirol, Ferien in Südtirol praktiziert werden. Nach einer Weile verabschieden wir uns und treten die Rückfahrt nach Sexten an. Auf dem Nachmittagsprogramm steht noch individuelles Faulenzen/Genießen und so huldige ich auf der Terrasse des Hotels Drei Zinnen den letzten Sonnenstrahlen, bis diese hinter dem Bergen verschwanden.

Hochpustertal - Blick vom Duerrenstein

Blick vom Gipfel des Dürrenstein (auf 2839m Höhe) übers Höhelnsteintal zum Herz der Sextener Dolomiten mit den Drei Zinnen, Hochpustertal, Italien – Foto: Mario Hübner

 

Hier finden Sie auf unserer Website einige Tourentipps zu Wanderungen rund um das Hochpustertal.

Alexander Huber – Drei Zinnen am Limit
Zum Abendessen ging es in das Restaurant Grüne Laterne in Sexten. Bei guten regionalen Speisen, einigen Getränken tauschten wir uns über die Erlebnisse des Tages aus. Die Einen sprachen, von ihren schönen Klettertouren an den Drei Zinnen und die Wandergruppe ließ ihre gemütliche Tour nochmal Revue passieren. Langsam wurde es Zeit für den Aufbruch, schließlich wollten wir noch zum Vortrag „Drei Zinnen am Limit“ von Alexander Huber.

Die Tennishalle von Sexten war gut gefüllt, Alexander Huber begrüßte alle Gäste persönlich und kurze Zeit später zog er die Besucher in seinen Bann. Den Vortrag gab es in der Zusammensetzung noch nicht, denn er hatte Ihn anlässlich des „Drei Zinnen“ Jubiläums zusammengestellt. Es wurde ein kurzweiliger Abend bei Bildern und Anekdoten von seinen Erstbesteigungen an den „Drei Zinnen“. Das Kletterpublikum lauschte andächtig, bei den Erzählungen zu den Routen „Bellavista“, „Pan Aroma“ oder „Hasse Brandler“ free solo.

Hochpustertal - Alexander Huber

Alexander Huber bei seinem Vortrag “Drei Zinnen am Limit” in der Tennishalle von Sexten – Foto: Mario Hübner

 

Nach einem gelungen Vortrag konnten die Zuschauer noch ein signiertes „Drei Zinnen“ Buchexemplar erwerben und als die Halle sich leerte, war auch Zeit für ein kurzes Schwätzchen mit Alexander Huber persönlich. Wir würden Ihn und andere Persönlichkeiten ja morgen bei der Podiumsdiskussion an der Drei Zinnen Hütte wiedersehen. Den Abend ließen wir noch im Foyer des Hotels „Drei Zinnen“ bei einem Gläschen Wein ausklingen.

Drei Zinnen Jubiläum – Prominente Gäste an der Drei Zinnen Hütte
Am Morgen traf man sich beim Frühstück. Ich war wie immer der Erste aus unserer Gruppe und nutze die Morgenruhe. Nach dem Frühstück fuhren wir mit dem Bus über Toblach zum Hotel Drei Zinnenblick am Dürrensee. Hier hatte sich schon eine bunt gemixte Gruppe eingefunden. Zusammen würden wir alle zur Drei Zinnen Hütte austeigen, um dort um die Mittagszeit bei der Podiumsdiskussion „Kletterethik an den Drei Zinnen“ teilzunehmen.

Hochpustertal - Drei Zinnen

Blick zu den “Drei Zinnen” aus Richtung Dreizinnenhütte – Rifugio A.Locatelli S.Innerkofler, Sextener Dolomiten, Hochpustertal, Italien – Foto: Mario Hübner

 

Auf einem Forstweg wandern wir ins Rienztal, die Forststraße steigt allmählich höher und wir sehen kurz die Nordwände der Drei Zinnen. Der Forstweg wird zu einem Wanderweg und am Ende des Tales geht es in Serpentinen durch einen Latschenkiefergürtel und Felsstufen zum Rienzboden hinauf, von wo wir die majestätischen Drei Zinnen erblicken. Von hier aus ist es nicht mehr weit, bis zur Drei Zinnen Hütte. Etwa 200 Höhenmeter und gute 30 Minuten später erreichen wir die Drei Zinnen Hütte.

Hochpustertal - Alphornblaeser an der Drei Zinnen Huette

Ein Schweizer Alphornbläser bei den Festlichkeiten zum Drei Zinnen Jubiläum an der Dreizinnenhütte – Rifugio A.Locatelli S.Innerkofler, Sextener Dolomiten, Hochpustertal, Italien – Foto: Mario Hübner

 

Es herrscht ein emsiges Treiben um das Haus, die Terrasse ist für die Podiumsdiskussion vorbereitet. Viele Wanderer kommen und gehen über die Pfade von und zum Paternsattel bei den Drei Zinnen. Als Erstes machen wir natürlich noch einige Fotos mit uns und den berühmten Drei Zinnen als Hintergrund. Das Wetter hat aufgeklart und die Sonne scheint. Ein waschechter Schweizer bläst auf einem Alpenhorn und eröffnet damit die Veranstaltung.

Hochpustertal - Podiumsdiskussion

Podiumsdiskussion vor beeindruckender Kulisse. Kurt Diemberger, Bene Benedikt, Kurt Stauder und die Herren Reiner Kauschke, Peter Siegert und Gerd Uhner welche im Winter 1963 in 17 Tagen die Sachsen Direttissima gegangen sind. Dreizinnenhütte – Rifugio A.Locatelli S.Innerkofler, Sextener Dolomiten, Hochpustertal, Italien – Foto: Mario Hübner

 

Das Motto dieses Wochenende in Sexten lautete „3 Zinnen – 3 Meilensteine – 3 Routen“. Drei besondere Jubiläen, welche die Bergsteiger und- Kletterszene würdigten: 100 Jahre Erstdurchsteigung der Westwand der Großen Zinne, 80 Jahre Erstdurchsteigung der Nordwand der Großen Zinne, sowie 50 Jahre „Superdirettissima“. Zu dieser Veranstaltung waren viele namenhafte Bergsteiger und Kletterer gekommen: Kurt Diemberger, Alexander Huber, der Dolomitenkletterer Konrad Renzler, Simon Gietl, einige Bergführer und Bergwachtler und natürlich die Sachsen. Peter Siegert, Reiner Kauschke und Gerd Uhner, das Trio welches im Winter 1963 in 17 Tagen bei bis zu -30° C die „Superdirettissima“ oder auch als „Sachsenweg“ bekannte Route erklommen.

Hochpustertal - Simon Gietl, Alexander Huber, Kurt Diemberger

Simon Gietl, Alexander Huber, Kurt Diemberger bei der Podiumsdiskussion an der Dreizinnenhütte – Foto: Mario Hübner

 

Die wilden, jungen Sachsen sind jetzt 50 Jahre später nicht mehr so jung, aber das Feuer und die Begeisterung haben sie noch immer und so lockerten Sie die Podiumsdiskussion auf und sorgten für den einen oder anderen herzhaften Lacher. Alle Anwesenden genossen die Gespräche, die Sonne schien und im Hintergrund zwischen zwei Felszacken auf der Großen Zinne, demonstrierte derweil Armin Holzer auf einer High-Line sein Können.

Hochpustertal - Kletterpioniere

Die jungen, wilden Sachsen Reiner Kauschke, Peter Siegert, Gerd Uhner und ihr Unterstützer Werner Bittner – Foto: Mario Hübner

 

Die Veranstaltung endete langsam, wir tauschten uns, der Eine oder Andere plauschte noch mit den Teilnehmern der Podiumsdiskussion, alle waren zufrieden. Einen Herzlichen Dank an Hugo dem Hüttenwirt der Drei Zinnen Hütte. Alles war gut vorbereitet und Speis und Trank waren vorzüglich. Die Zeit für den Abstieg drängte, denn wir hatten uns noch zum Filmabend im Kulturzentrum Grand Hotel in Toblach einzufinden. Von der Drei Zinnen Hütte wanderten wir an den Bodenseen entlang, langsam hinab ins Altensteintal und bogen anschließend ins Fischleintal ab. An der schönen Talschlusshütte entlang führte uns die Forststraße zur Fischleinboden-Hütte. Hier wurden wir abgeholt und ins Hotel Drei Zinnen gefahren. Die Zeit drängte, damit wir uns erfrischen konnten und rechtzeitig in Toblach eintreffen würden.

Hochpustertal - Podiumsdiskussion

Podiumsdiskussion an der Dreizinnenhütte – Rifugio A.Locatelli S.Innerkofler. Im Hintergrund der Paternkofel (mit 2744m Höhe), Sextener Dolomiten, Hochpustertal, Italien – Foto: Mario Hübner

 

Wir schafften es gerade so und nahmen im Saal des Kulturzentrums Grand Hotel in Toblach unsere Plätze ein. Die meisten Leute von der Podiumsdiskussion an der Drei Zinnen Hütte waren anwesend, sowie viele Persönlichkeiten, Gäste, welche nicht so gut bei Fuß waren und den Aufstieg zur Podiumsdiskussion gescheut hatten. Wir sahen den beeindruckenden Dokumentarfilm „Superdirettissima“ von Lothar Brandler und anschließend wurden unsere wilden, jungen Sachsen, also Rainer Kauschke, Peter Siegert und Gerd Uhner für ihre Leistungen als Kletterpioniere geehrt. Es war eine rührende Szene die Kletterpioniere live erleben zu dürfen.

Hochpustertal - Dreizinnenhuette

Die Dreizinnenhütte – Rifugio A.Locatelli S.Innerkofler mit den Drei Zinnen im Hintergrund, Sextener Dolomiten, Hochpustertal, Italien – Foto: Mario Hübner

 

Den Abend ließen wir mit den Bergsteiger Persönlichkeiten und örtlichen Würdenträgern bei wohlschmeckenden Speisen, Wein und Bier im Restaurant Ariston ausklingen lassen. Ein gelungenes Jubiläum vor der herrlichen Kulisse der Dolomiten in Südtirol, woran wir schönerweise teilhaben konnten und uns noch lange an diese Stunden zurückerinnern werden.

Hochpustertal - Drei Zinnen

Die Drei Zinnen mal etwas anders. Aus schmackhaften Südtiroler Spezialitäten. – Foto: Mario Hübner

 

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Tourentipps, Unterkünfte und sonstige interessante Orte:

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Reiseinfos:

Anreise:
Mit dem Auto: Über die Brennerautobahn bis Ausfahrt Brixen/Pustertal – anschließend auf der Staatsstraße (SS 49/E 66) ins Pustertal bis Bruneck, weiter Richtung Lienz dann bei der Abzweigung nach der Ortschaft Innichen, Richtung Sexten/Kreuzbergpass fahren.

Mit dem Zug: Sexten selbst liegt nicht an der Bahnstrecke, ist aber über den Bahnhof Innichen und dann mit Bussen erreichbar. Die wichtigste Bahnverbindung für die Anreise mit dem Zug ist die Brennerlinie (Innsbruck – Bozen). Um ins Pustertal zu gelangen muss man in Franzensfeste den Zug wechseln und weiter nach Innichen fahren. Dort auf den Bus umsteigen und nach wenigen Kilometern erreichen Sie Sexten.

Beste Jahreszeit:
Zum Wandern und Klettern ist die beste Jahreszeit von etwa Mai bis Oktober, je nachdem wie die Wetterverhältnisse sind. Zum Schneeschuhwandern, Langlaufen, Skifahren und für Skitouren ist die beste Jahreszeit etwa von Anfang Dezember bis Ende März.

Die Recherche erfolgte mit freundlicher Unterstützung vom

Tourismusverband Hochpustertal – Alta Pusteria.

Text & Bilder: Mario Hübner

Schöne Bergtouren Team

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