Ostern 2015 in den Bergen – Grosse Lawinengefahr in den Alpen…

Ostern 2015 in den Bergen –

Grosse Lawinengefahr in den Alpen…

Sturmtief Niklas hat nicht nur im Flachland und in den Mittelgebirgen seine Spuren hinterlassen. Im Hochgebirge haben die extrem starken Winde und teils großen Schneefälle zu einer deutlichen Erhöhung der Lawinengefahr geführt. In weiten Teilen der Ostalpen herrscht große Lawinengefahr. Besonders heikel an dieser Situation: Am morgigen Karfreitag, aber auch ab Sonntag kündigen die Wetterdienste gutes Wetter an. Viele Bergsportlerinnen und Bergsportler werden die freien Tage und Osterferien also für Unternehmungen nutzen. Touren abseits gesicherter Pisten und Wege erfordern derzeit jedoch große Erfahrung. Der Deutsche Alpenverein rät dazu, nur auf flachen vielbegangenen Touren unterwegs zu sein und auf steile Varianten zu verzichten. Steilhänge ab 30 Grad Hangneigung und eingewehte Rinnen und Mulden aller Himmelsrichtungen sind also zu meiden und weiträumig in flachem Gelände zu umgehen. Im Zweifelsfall ist es besser, die Tour zu beenden als ein zu großes Risiko einzugehen.

Skitourengeher bei Abfahrt

Foto: Mario Hübner

 

Die Bedingungen im Detail
In den letzten Tagen sind in den bayerischen Alpen und in den angrenzenden Regionen zwischen 30 und 100 Zentimeter Neuschnee gefallen. Besonders viel Neuschnee gab es im Westen, also im Allgäu, in Vorarlberg, in der Silvretta, am Arlberg und in Außerfern. Weiter im Osten und inneralpin waren die Niederschläge etwas weniger intensiv. Dennoch: Große Lawinengefahr (also Stufe vier von fünf) herrscht derzeit nicht nur in diesen Gebieten oberhalb der Waldgrenze, sondern auch in weiten Teilen der Ostalpen. Grund dafür ist der starke Wind, der zu umfangreichen Schneeverfrachtungen geführt hat. Die so genannten Triebschneepakete liegen nun an vielen steilen Hängen als potenzielle Lawinen bereit. Zur Auslösung braucht es bei großer Lawinengefahr nicht einmal mehr einen äußeren Anlass wie zum Beispiel einen Skifahrer. Auch spontane Lawinenabgänge sind bei derzeitigen Verhältnissen also möglich. Diese Situation wird sich in den nächsten Tagen nicht wesentlich ändern.

Sextner Dolomiten - Lawinenabgang

Lawinenabgang unterhalb der Oberbachernspitze im Altensteintal in den Sextner Dolomiten – Foto: Mario Hübner

 

Know-how für Touren im winterlichen Gebirge
Auch wenn also schönes Wetter in die Berge lockt: Touren abseits gesicherter Pisten und Wege sollten in den nächsten Tagen nur wohlüberlegt und gut geplant angegangen werden. Welche Touren sind geeignet? Habe ich ausreichend Erfahrung? Stehen mir alle wichtigen Infos zur Verfügung? Dazu ist es unbedingt erforderlich, täglich den Lawinenlagebericht und den Wetterbericht abzurufen. Außerdem sollte bei allen Touren die Standard-Notfallausrüstung dabei sein. Sie besteht aus Lawinenverschütteten-Suchgerät (LVS), Sonde und Lawinenschaufel. Ergänzend dazu ist die Mitnahme eines Mobiltelefons und einer Rettungsdecke empfehlenswert.

Quelle: DAV

Schöne Bergtouren Team

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