Asgard Project – Gewinnt noch den Preis “Best Mountaineering Film”…

Asgard Project –

Gewinnt noch den Preis “Best Mountaineering Film”…

Kürzlich gewann das “Asgard Project” noch einen Preis und zwar beim 4. Internationalen Mountain Film Festival in Slowenien, gab es dafür die Auszeichnung als “Best Mountaineering Film“. Es wird Zeit euch einen Einblick in das Abenteuer von Leo Houlding und seinem Team zugeben.  Die arktische Wildnis Kanadas ist der spektakuläre Schauplatz für die neueste Herausforderung vom Spitzen-Bergsteiger und Athleten Leo Houlding. Die Besteigung einer der härtesten Felswände der Welt ohne künstliche Hilfsmittel (Freiklettern) ist Teil eines bahnbrechenden Filmes von Alastair Lee.

Wir sind nur ein paar Minuten davon entfernt, auf einem Gletscher zu landen, der sich tief in der Arktis Kanadas befindet und hunderte Meilen abseits liegt. Als die zwei sich erhebenden 1000 Meter hohen Türme in Erscheinung treten, kommt das Adrenalin hoch. Unsere DC3 Dakota umkreist den Berg und wir schieben unsere Vorräte aus dem Flugzeug, dann sind wir am Zug zu springen. Wir fallen aus einer Höhe von 1600 Metern und machen den unglaublichsten Fallschirmsprung unseres Lebens. Nachdem wir sicher gelandet sind, dämmert es uns plötzlich, wo wir gelandet sind und wie einsam es ist.”  so beschreibt Leo Holding seine Ankunft auf Baffin Island, einem der abgeschiedensten Orte der Erde, wo er Anfang August als Erster den Mount Asgard im “freeclimbing” bezwingt (ohne künstliche Hilfsmittel) und zur Krönung per Base-Jump vom Gipfel springt.

The Asgard Project

Foto: The Asgard Project

 

Leo stellte ein siebenköpfiges Team mit einigen der besten Extremkletterer der Welt für die Expedition zusammen. Mit dabei waren auch sein Gefährte, Carlos Suarez, und der Amerikaner Sean “Stanley” Leary. Diese beiden Bergsteiger gehören zu den Besten ihres Faches. Für den Erfolg des Mount Asgard Projects musste aber auch jedes andere Element perfekt sein, damit das Team erfolgreich sein kann. Sie kletterten spät in der Saison, was gefährlich ist, das Treiben der Polarbären nimmt zu und das Team hatte nicht nur mit Verletzungen und logistischen Problemen zu kämpfen.

The Asgard Project - Abseilen

Beim Abseilen – Foto: Alastair Lee/Berghaus

 

Als Teamleiter war ich dafür verantwortlich, sicherzustellen, dass wir die beste Ausrüstung bei uns haben“, sagt Leo. “Ich entschied mich für eine Auswahl aus der Berghaus Extrem Kollektion, von Base- und Midlayers bis zu Softshells und isolierten Jacken. Ich war mir sicher, dass die Ausrüstung dem “Missbrauch”, den wir ihr zufügen, standhalten und dennoch die geforderte Leistung bringt und uns den nötigen Schutz bietet.”

The Asgard Project - Leo Holding

Leo Houlding zu Beginn des Aufstieges – Foto: Alastair Lee/Berghaus

 

Das Team wurde mit einem 1100 Meter hohen Aufstieg entlang der nordwestlichen Bergwand des Mount Asgard konfrontiert, welche 23 Stunden am Tag im Schatten liegt. Der 12-Tage-Aufstieg war brutal. “Wir schafften zwei bis drei Seillängen am Tag, allerdings brauchten wir für jede 40-Meter-Seillänge vier bis fünf Stunden. An einigen Tagen mussten wir uns sogar anstrengen, eine einzige zu schaffen. Die gröβte Herausforderung war das Wetter. Es gab schwere Eisstürme und die Temperaturen lagen konstant unter Null. Das eiskalte Felsgestein liess unsere Hände taub werden, so dass wir keine andere Option hatten, als Handschuhe zu tragen und die Ausrüstung zu Hilfe zu nehmen.

The Asgard Project - Leo Holding

Leo Houlding kämpft sich nach oben – Foto: Alastair Lee/Berghaus

 

Jede Nacht schlugen Leo und Team das Lager in den Portaledges auf, welche von der vertikalen Bergwand hingen. Unter diesen befand sich ausser Luft nichts. Vier Tage lang waren sie auf Grund des schlechten Wetters an die Bergwand gefesselt, während ihre dünne  Unterkunft von Winden mit 110 km/h gebeutelt wurde. Das aufgekochte Wasser in unseren Flaschen, gefror innerhalb einer Stunde. “An der Felswand erwies sich die Berghaus Incinerator Duvet Jacke als entscheidend, um uns vor den Elementen zu schützen. Ohne die passende Ausrüstung hätten wir definitiv Erfrierungen und Unterkühlungen erlitten“, sagt Leo.

Als sich das Wetter schrittweise verschlechterte, zweifelte Leo ernsthaft daran, ob sie es bis zum Gipfel schaffen würden. “Es war ein Leidensweg“, erklärt er. “Die Kälte machte es schwierig, am Morgen aus den Biwaks zu kommen, unsere Hände waren zu Grunde gerichtet, blutig, und die Sicherheit meines Teams begann mich zu beunruhigen, besonders weil die zweiköpfige Filmcrew, welche uns begleitete, weniger erfahren war.  Dann traten die Nordlichter in Erscheinung und das Wetter wurde gut genug, um den Aufstieg zu vollenden, nachdem ein wilder Eissturm, welcher unsere komplette Ausrüstung mit einer dicken Frostschicht überzogen hatte, erste Diskussionen über einen Rückzug aufkommen lies. “Ich bekam noch einmal einen Schrecken in der Nähe des Gipfels, als sich ein Skyhook löste und ich 15 Meter tief fiel. Aber ich schaffte es mit extremen Kraftaufwand, mich hochzuhieven und den Gipfel zu erreichen.“, fügt er hinzu.

Auf der Kuppe legten Leo und Stanley ihre Flügelanzüge und Fallschirme an und stürzten vom ebenen Turmgipfel in die Tiefe Richtung Boden und erreichten dabei die Endgeschwindigkeit. “Normalerweise verspürt man nach einem dieser Sprünge große Freude. Dieses Mal habe ich nichts gefühlt. Ich bangte um die anderen, die wir auf dem Gipfel zurückgelassen hatten und noch nach unten mussten.“, sagt er. Es war ein Gefühl von Erleichterung, als sich das erschöpfte Team 36 Stunden später und nach 20 Abseillängen letztendlich ihnen anschloss. “Wir haben den Gipfel von Mount Asgard erreicht, aber auch nur um Haaresbreite. Es war zehn Mal härter als der Aufstieg zum Mount Everest und war nur einen Schritt von dem Gefühl “Oh, mein Gott, wir werden sterben.” entfernt.

Quelle: Berghaus

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