Walter Nones ist bei der Cho Oyu Expedition tödlich verunglückt

Liebe Berg- und Outdoorfreunde,

eigentlich wollte ich die neuesten Informationen von der Cho Oyu Expedition morgen online stellen. Aber einmal mehr nahm die Geschichte einen anderen Lauf. Wieder hat die Bergsportgemeinde eine Persönlichkeit verloren. Nach Frederik Ericssons Tod bei der K2 Expedition, dem tödlichen Unfall von Kurt Albert letzte Woche, kam heute Morgen die traurige Nachricht, das Walter Nones tödlich verunglückt ist. Der aus Cavalese stammende Bergführer Walter Nones und sein Freund Simon Kehrer erlangten schon 2008 traurige Berühmheit als bei der Expedition am Nanga Parbat ihr Freund Karl Unterkircher tödlich verunglückte. Zu den genauen Hergang des Unglücks kann noch nichts gesagt werden. Unbestätigten Informationen zufolge, konnten Ihn seine Expeditionskameraden Giovanni Macaluso und Manuel Nocker nur tot bergen…

Wir verlieren mit Walter eine Persönlichkeit und vor allem einen lieben Freund, der uns sehr am Herzen lag. Unser Mitgefühl gehört seiner Familie.

Wenn wir neue Information erhalten, werden wir sie an dieser Stelle mit einpflegen…

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Update vom 04. Oktober 2010:

Seine Expeditionskameraden Giovanni Macaluso und Manuel Nocker waren ins ABC zurückgekehrt (Advanced Base Camp) weil es Ihnen auf Grund des Höhenunterschiedes nicht so gut ging. Gestern Morgen sind Sie den Spuren von Walter Nones gefolgt und fanden seinen leblosen Körper in einer Spalte auf einer Höhe von 7000 Metern, an der schwierigsten Stelle des Aufstieges. Daraufhin stiegen die Beiden wieder ins ABC ab und informierten die italienische Botschaft und Walter Nones Frau über den tragischen Unfall.

Weitere Informationen zum Hergang des Unglücks gibt es im Moment nicht…

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Walter Nones

Foto: Walter Nones

Ursprünglicher Expeditionsbericht:

Nach den tragischen Ereignissen am Nanga Parbat im Jahre 2008 war es nun wieder soweit. Walter hat endlich beschlossen, sich einen seiner ersehnten Träume zu erfüllen.

Im September begann seine neue Expedition auf dem Cho Oyu (8.188 m und somit der sechste Achttausender der Welt) in Tibet, dessen Gipfel er über einen neuen Weg entlang der Süd-West-Wand besteigen will, zwischen der slowakischen Route von 2006 und der japanischen Route von 1994, an der Grenze zwischen China und Nepal.

Seit einiger Zeit hatte Walter diese Linie auf der Süd-West-Wand entdeckt. Sie hat einfach alles, was man in solch hohen Lagen vorfinden kann: einen schönen Kanal im ersten Abschnitt, einen Felsabschnitt im mittleren Teil und einen Kamm, über den man schlussendlich den Gipfel erreicht.

Zu Walters Teamkollegen gehören diesmal der Brixner Giovanni Macaluso, mit dem er bereits auf zwei weiteren Expeditionen war, und der Jungbergsteiger Manuel Nocker aus Wolkenstein in Gröden.

Die Vorbereitung für die Expedition ist wie immer sehr kompliziert und zeitaufwendig, alles muss bis aufs kleinste Detail genau geplant werden. Das schlimmste dabei sind die bürokratischen Angelegenheiten, die man erledigen muss. Da ist die körperliche Vorbereitung zwischendurch eine willkommene Abwechslung.

Eine solche Expedition kostet nicht nur viel Zeit und Mühe, sondern auch viel Geld. Deshalb war es für Walter besonders wichtig, Sponsoren zu finden, die mit ihrem Beitrag dieses Abenteuer ermöglicht haben. Ihnen allen ein herzliches Dankeschön!

Walter wird im Laufe seiner Expedition einige Posts veröffentlichen, die regelmäßig in Kurzform auch in deutscher Sprache übersetzt werden.

Viel Spaß beim Lesen!

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6.9.2010 – Das Abenteuer beginnt

Walter ist zusammen mit seinen Expeditionskollegen Giovanni und Manuel vom Flughafen München gestartet. Das neue Abenteuer hat nun begonnen!

10.09.2010 – Zwischenstopp in Nyalam

Das Expeditionsteam hat Nyalam, eine Ortschaft auf 3600 m Höhe gleich nach der tibetischen Grenze, erreicht. Hier werden die drei Bergsteiger ein bis zwei Tage auf ihre Ausrüstung warten, die noch durch den Zoll muss.
Nachdem Walter, Giovanni und Manuel nach ihrer Ankunft einen Tag in Kathmandu (Nepal) verbracht hatten, um bürokratische Angelegenheiten zu erledigen, waren sie am 9. September Richtung Tibet aufgebrochen. Zur vor der tibetischen Grenze mussten sie jedoch aufgrund einiger Erdrutsche zu Fuß und auf anderen Lastwagen ihren Weg fortsetzen. Zur Zeit haben Walter und seine Expeditionskollegen deshalb nur einen Rucksack mit dem Nötigsten dabei.
Die Drei werden nun die Zeit nutzen, um die Gegend zu erkunden und der Kultur dieser fremden Völker näher zu kommen.

14.09.2010 – Im Basislager unter dem Cho Oyu

Nach der Etappe in Nyalam ist das Expeditionsteam nach Tingri (4200 m) weitergefahren. Die Ausrüstung, die mittlerweile den Zoll passiert hatte, war dort bereits eingetroffen.
Heute Morgen haben sich Walter und seine Expeditionskollegen auf den Weg zum chinesischen Basislager gemacht, das auf etwa 5000 m Höhe liegt. Hier konnten sie endlich zum ersten Mal ihr Zelt aufschlagen (bis heute haben sie immer in Hotels geschlafen), in dem sie 2 Nächte verbringen werden, um auf die Yaks zu warten, mit denen sie ihre Ausrüstung zum Basislager ABC (Advanced Base Camp) auf 5700 m befördern können. In der Zwischenzeit hat ihr Körper die Möglichkeit, sich an die ungewohnte Höhenlage anzupassen.
Die drei Bergsteiger befinden sich unterhalb des Cho Oyu, die Süd-West-Wand sieht man von dort jedoch nicht.

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Weitere Infos finden Sie hier:

Porträt von Walter Nones

Porträt von Simon Kehrer

Homepage von Walter Nones

Homepage von Simon Kehrer

Buchvorstellung von TEUFELSWAND

Quelle: Walter Nones

Schöne Bergtouren Team

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