Traumpfad München – Venedig
1. Tag (Anreise nach Mittenwald und Aufstieg zur Hochlandhütte)
Gegen 14:30 Uhr kam ich am Bahnhof Mittenwald an. Das Wetter war schön (nicht zu warm und nicht zu heiß). Ich schulterte meinen 33kg schweren Hinkelstein (= Rucksack) und die Tour begann. Rechter Hand vom Bahnhof sah man die westliche Karwendelspitze und die “Karwendelbahn“, die gerade hinauffuhr.
Ich wandte mich Richtung Karwendelgebirge und stieglangsam den Ochsenbodensteig hinauf. Kurz darauf überholte mich eine Gruppe Wanderer und wir wechselten uns öfters mit der Führung ab, da Sie einige Male Pause machten, während ich nur für Fotopausen anhielt. Der Ochsenbodensteig schraubte sich in kurzen Kehren immer höher und ich bekam eine schöne Sicht aufs Wettersteingebirge und Mittenwald.
An der Weggabelung, wo es zur “Dammkarhütte” hinaufging, genoss ich eine längere Rast und verschlang einige Müsliriegel, welche ich mir eigentlich nur für die harten Tage lassen wollte. Aber der Pokerabend mit den Freunden, am Tag vorher bis hinein in die Nacht, forderte jetzt seinen Tribut.
Es wurde langsam dunkel und die”Hochlandhütte” kam in Sicht. Kurz nach 20 Uhr traf ich dort ein. Die andere Gruppe Wanderer von vorhin grüßte mich wieder, und ich nahm schließlich an einem Tisch mit 2 Leuten aus Berlin platz. Die Wirtin fragte mich, was ich möchte und so orderte ich eine Linsensuppe und ein Bier.
Auf die Frage, ob ich in der Hütte übernachten wollte, verneinte ich dies und sagte das Ich lieber biwakieren möchte. Die anderen Leute schauten mich ungläubig an. Wie sich herausstellte, war die große Gruppe Wanderer auch auf den München-Venedig-Weg für 2 Wochen unterwegs.
Die Wirtin verwies mich auf eine Wiese etwa 15 Minuten hinter der “Hochlandhütte” in Richtung Wörnersattel. Hier schlug ich meinen Lagerplatz auf und machte alles Regenfest. Gegen 22 Uhr legte ich mich in meinen Schlafsack nieder.
Aber die erste Nacht war für mich Städter wieder arg ungewohnt. Die Geräuschkulisse, die Abgeschiedenheit, mein Magengrummeln und die Wärme im Schlafsack trugen ihren Teil dazu bei. Gegen 1 Uhr hatte ich dann die beste Kombination gefunden, wie ich schön schlafen konnte.
Im Hüttenschlafsack komplett drin, den Ajungilak halb aufgezippt und die Gore-tex-Hülle komplett geschlossen und den Wärmekragen auch dicht. Mein Kopf lag in der frischen Nachtluft und ich schlief unter einem schönen Sternenhimmel ein.
(Strecke: 15,4 km, Aufstieg: 808m, Abstieg: -m, reine Gehzeit: 3h 7min)
2. Tag (Hochlandhütte – Karwendelhaus)
Gegen 6:30 Uhr wurde ich wach, und fühlte mich für das kurze Schläfchen ziemlich ausgeruht. Ich schmiss den Kocher an, und bereitete mir heißes Wasser für Kaffee und Milchpulver zu. Kaffee machte ich mir, aber ich entschied mich gegen Cornflakes und für kalte „Spaghetti Bolognese“.
Der Kaffee war eklig, aber ich weiß nicht, ob es daran lag, dass zu wenig Kaffeepulver drin war, das Dauersieb neu oder einfach am Bachwasser. Jedenfalls entsorgte ich ihn kurzerhand. Die Spaghetti schmeckten bei 8°C nicht lecker, aber machten satt.
Die Sonne ging auf und die Gipfel vom Wettersteingebirge färbten sich rötlich. Hinter mir an den Gipfeln entlang hing dichter Nebel. Es war ein sehr schöner Morgen. Ich packte meine Sachen zusammen und brach gegen 8 Uhr auf. Der Rucksack lastete schwer auf meinen Schultern und ich sollte ihn noch viele Male heute verfluchen.
In Ruhe stieg ich zum Wörnersattel auf. Der Weg führte in Serpentinen immer höher. Hinter mir kam dann von gestern die große Truppe Wanderer in Sicht und überholte mich, als ich mir die Hosenbeine abzippte. Ich sollte die Leute erst heute Abend im “Karwendelhaus” wiedersehen.
Als ich oben am Wörnersattel ankam, hatten mich die Leute aus Berlin eingeholt. Hier legte ich auf der windabgewandten Seite eine Pause ein und sah mir den weiteren Wegverlauf im Geröllfeld an. Der Gjaidsteig ging anfangs ziemlich steil hinunter, sah dann aber eben aus.
Ich musste beim Abstieg sehr behutsam sein, damit ich nicht wegrutschte. Langsam fing ich an den Rucksack zuverfluchen, da er eine Eigendynamik entwickelte und ich sehr langsam gehen musste um heil runter zukommen. Ich schaffte es bis zum Kammleitenjoch, und ab hier wurde es immer schwieriger.
Im Geröll surfte ich runter und an den Wänden war der Pfad steil und glitschig. Am schlimmsten waren die abschüssigen Stellen, wo die Steine ganz klein waren und man nicht wusste, ob man feststeht oder beim Drauftreten wegrutscht.
Das Adrenalin pumpte oft durch meinen Körper und einmal packte ich mich sehr unelegant hin. Zum Glück fiel ich beim Wegrutschen nach hinten, denn links ging es einige Meter steil hinunter. Nach einiger Zeit kam der Bärnalpfall in Sicht und ich machte mir Gedanken wie der weitere Wegverlauf aussah.
Die natürlichste Variante wäre in Klettersteigmanier an den Felsenbändern empor. Murphys Law wurde wahr und es kam so. Mit leichtem Gepäck eine schöne luftige Angelegenheit, aber mit meinem Hinkelstein Horror pur.
Ich machte viele Pausen, zog mich an den Stahlseilen empor und an manchen Stellen ging es auf allen Vieren weiter. Aber ich schaffte es und genoss meine wohlverdiente Pause an der Bärnalpscharte, heil froh oben zu sein. Der weitere Weg sah nicht mehr so spannend aus, und ich dachte mir ich werde in 3 Stunden im “Karwendelhaus” sein.
Es war gerade 14:30 Uhr, aber ich sollte erst gegen 20 Uhr dort eintreffen. Den Bärnalpsattel querend kamen danach die nächsten Hürden in Sicht. Der Gjaidsteig führte über große Latschenkieferwurzeln auf und ab. Gegen 15:30 Uhr fing es dann an, zuregnen. Ich spannte meine Zeltunterlage an den Latschenkiefern ab und zog mir in Ruhe meine Regensachen an.
Es regnete immer stärker, der Regen wurde zu Schneeregen und so setzte ich den Weg wieder fort. Die Geschwindigkeit sank immer mehr, da die Wurzeln jetzt nass und glitschig waren. Man rutschte auf den Wurzeln, auf den Steinen und auf der Matscherde. Also ging es schön im Schritttempo vorwärts.
Langsam wurde es dunkler, und das “Karwendelhaus” rückte nur langsam näher. Die Klamotten weichten langsam aber sicher durch. Um kurz nach 19 Uhr passierte ich die Hochalm und schleppte mich die letzten Meter auf dem Wirtschaftsweg zum “Karwendelhaus“.
Schnell eingecheckt und ich bekam einen Platz im Lager. Die nasse Kleidung hängte ich in den Trockenraum und schleppte dann meinen Rucksack hinauf ins Lager. Zum Essen standen leider nur noch „Nudeln mit Fleisch“ zur Auswahl.
Die Berliner Leute hatten schon gewartet, dass ich endlich auftauchte. Ich aß genüsslich die Nudeln und trank mein wohlverdientes Bier! Es war eine lustige Runde und als Nachtisch aß ich mit den Anderen noch einen leckeren Buchweizenkuchen. Danach war Bettruhe angesagt.
Ich ging noch schön heiß Duschen (wer weiß, wann die nächste Möglichkeit dafür kam) und zog mir frische, saubere Klamotten an. Das Matrazenlager war gut gefüllt, aber ich hatte eine große Liegefläche für mich alleine. Die Nacht wurde zu einem richtigen Schnarchkonzert, und ich war froh über die neu erworbenen Ohrstöpsel.
(Strecke: 23,4 km, Aufstieg: 839m, Abstieg: 804m, reine Gehzeit: -h)
3. Tag (Ruhetag auf dem Karwendelhaus)
Um 8 Uhr gab es ein schönes Frühstück und das Wetter sah draußen auch nicht so prickelnd aus. Es wehte ein starker Wind und es schneite kräftig. Da ich sowieso in den Beinen und Rücken einen mordsmäßigen Muskelkater hatte, entschied ich mich für einen Ruhetag.
Ich reinigte und trocknete meine Fotoausrüstung, wusch meine vermoderten Sachen durch und hing Sie in den Trockenraum. Ein bisschen Lesen, Gammeln und dann machte ich um die Mittagszeit einen Spaziergang zum Hochalmsattel.
Gegen 14 Uhr bezog ich dann ein 2-Bett-Zimmer und schüttete, um die Sachen zutrocknen und neu zuverpacken, meinen Rucksack aus. Danach hielt ich noch ein schönes Nachmittagsschläfchen. Gegen 18 Uhr ging ich in den Gastraum und setzte mich zu Karin an den Tisch.
Außerdem saß noch ein Frisch an gekommenes Pärchen aus Landau da. Ich orderte Rindsgulasch mit Spätzlen und ein Bier. Wir redeten fröhlich und spielten Rommé. Es war sehr lustig und gegen 22 Uhr gingen wir zu Bett.
(Strecke: – km, Aufstieg: -m, Abstieg: -m, reine Gehzeit: -h)
4.Tag (Karwendelhaus – Falkenhütte)
Um 7 Uhr stand ich auf, und war im Gastraum der Erste zum Frühstücken. Ich bestellte diesmal ein gesundes Frühstück (Müsli + Kaffee). Das Müsli war relativ gut, wenn man Haferflocken und Joghurt mag. Nach einem kurzen Kriegsrat gingen Sebastian, Karin und ich los.
Der Schneesturm war kräftig, aber der Wind wehte in Gehrichtung. Wir kamen ganz gut voran. Auf dem Hochalmsattel wurde der Schnee etwas tiefer und wir entschieden uns für den Wanderweg, welcher durchs „Untere Filztal“ führt, da der breite Mountainbike-Weg nicht gut zuerkennen war und auch dicht an die Felswände heranführte.
Es ging relativ gut bergab. Einmal folgten wir einem falschen Weg, aber dank GPS fanden wir die richtige Route. Uns kam eine junge Vierer-Truppe entgegen und weiter unten am „Kleinen Ahornboden“ trafen wir Peter, welcher von der “Falkenhütte” herüberkam.
Sebastian bog am Hermann von Barth Denkmal in Richtung Hinterriß ab, und Karin kam nach einigem Hin- und Herüberlegen in Richtung “Falkenhütte” mit. Wir folgten Peters Fußspuren, aber zum Glück kannte ich den Weg noch gut von Pfingsten und wir brauchten nicht alle unnötigen Schlenker, die er gemacht hatte, mitlaufen.
Kurz bevor der Weg auf die Wirtschaftsstraße zur “Falkenhütte” traf, machte ich eine Pause, da der Rucksack nun doch schon sehr schwer auf den Schultern lastete. Karin ging jetzt vor und spurte den Weg. Ich hatte ihr gesagt, dass der Wirtschaftsweg direkt zur “Falkenhütte” führt und Sie nicht auf die Karte schauen muss.
An der Ladizalm genossen wir eine Pause, da wir den größten Teil der Strecke geschafft hatten. Aber das schlimmste Stück sollte erst noch kommen. Weit sehen konnte man nicht, und der Wirtschaftsweg zog sich immer mehr. Endlich konnten wir die “Falkenhütte” erkennen, aber der Weg führte immer höher und wollte nicht enden.
Endlich ging es die Spirale um die Hütte hoch. In der letzten Kurve kam mir Cornelia und Anja entgegen, wie sich später herausstellte, und grüßten. Oben in der “Falkenhütte” angekommen, empfing mich Fritz der Hüttenwirt. Kurze Augenblicke später lernte ich den Arbeitsgehilfen von Fritz namens Pasang kennen.
Pasang ist ein Sherpa, welcher durch ein Austauschprogramm zwischen Nepal und Österreich hierher kam. Ich zog derweil meine Klamotten aus und hing Sie zum Trocknen über den Holzofen im Gastraum auf. Als Erstes orderte ich ein Kännchen heißen Tee und Fritz stellte Kuchen auf den Tisch. Ich wählte den Apfelstrudel aus.
In der Zwischenzeit unterhielt ich mich Pasang. Es war sehr interessant, da er auch einige Male im Garwhal-Himalaya war. So hatten wir genügend Stoff zum Erzählen und ich polierte mein Englisch wieder ein bisschen auf. Als mir wieder warm war, orderte ich eine frische Buttermilch mit Himbeersirup.
Ich brachte meine Sachen ins Lager und dann wurde es auch schon Zeit für eine ordentliche Abendmahlzeit. Ich bestellte bei Fritz dem Hüttenwirt Leberkäse mit Kartoffelsalat und dazu noch ein Käseomelett mit Salat. Das Ganze löschte ich mit einem großen Bier ab.
Nach dem Abendessen plünderte ich das Spielefach im Gastraum und wir spielten zu viert „Mensch ärger Dich nicht“. Draußen schneite es stark weiter. Kurz nach 20 Uhr tauchten auf einmal 2 Neuankömmlinge auf. Manfred mit seiner Tochter Rebecca.
Sie hatten den Weg nur durch unsere vorhandenen Fußspuren gefunden. Sie waren auch völlig durchnässt und komplett fertig auf der Bereifung. Sie zogen sich um und die triefnassen Klamotten fanden ihren Platz auch über dem Holzofen.
Wir spielten in der Zwischenzeit weiter und ich gewann die Runde. Danach war es an der Zeit schlafen zugehen. Bei mir im Lager schliefen Manfred und Rebecca mit. Ich nahm mir 4 Decken, aber so richtig kuschelig wurde es nicht.
(Strecke: 15,9 km, Aufstieg: 689m, Abstieg: 682m, reine Gehzeit: 5h 15min)
5.Tag (Ruhetag auf der Falkenhütte)
Als ich gegen 7:45 Uhr aufstand, schneite es unvermindert weiter. Die Sicht war lausig und draußen waren -2°C. Ich erfrischte mich mit dem eiskalten Wasser und putzte mir die Zähne. Unten im Gastraum war ich wiedermal der Erste zum Frühstück und langsam wurde es auch durch den Holzofen warm.
Ich nahm ein Kakaofrühstück, und jetzt trudelten die Anderen nach und nach ein. Die Laune war allgemein bedrückt, da Fritz gesagt hatte, dass es sicherer wäre, nicht in diesem starken Schneetreiben abzusteigen. Alle grübelten über Ihren Wanderkarten nach, ob es noch irgendeine Alternative als Abwarten gab.
Aber die Wege zur “Lamsenjochhütte” waren unpassierbar und zur Laliders Alm auch. Ich plauderte wieder ein bisschen mit Pasang und half ihm beim Schnee schaufeln. Wir befreiten den Weg zum Notausgang und dann die ganze Länge zum Generatorhaus. Das dauerte über 1 Stunde und er bedankte sich vielmals für die Hilfe.
Ich hatte Bewegung, frische Luft, und er brauchte dadurch draußen nicht so lange alleine in der Kälte arbeiten. Zum Mittagessen genoss ich „Tiroler Speckknödel in Suppe“ und gönnte mir ein Weizenbier. Vom Schnee schaufeln und dem warmen Mittagessen wurde ich richtig müde.
Ich holte mir von oben aus dem Lager ein Kissen und legte mich im Gastraum auf eine Bank. Als ich mich eine halbe Stunde später mal umdrehte, lagen auf einmal alle lang (soviel zum Thema Vorreiter
). Ich schrieb danach aus Langeweile mein Tagebuch weiter. Irgendwann am späten Nachmittag sagte Fritz der Hüttenwirt, dass die Köchinnen am nächsten Tag mit dem Helikopter ausgeflogen werden.
Wenn jemand wegen des Abstieges Angst hätte (durch den hohen Schnee zu spuren), dann sollte er es sagen. Aus Jux und Langeweile schaufelte ich später den Haupteingang der “Falkenhütte” vom Schnee frei. Wir maßen die Schneehöhe und machten Fotos. Kurze Zeit später kam Fritz und fragte, ob wir ihm helfen und einen Helikopter-Landeplatz neben dem Haus im Schnee ausheben.
Ich, Manfred und Cornelia zogen uns an und gingen zum Arbeiten hinaus. Karin drückte ich meinen Fotoapparat in die Hand, mit dem Auftrag fröhlich los zuknipsen. Ich hatte noch einen guten Einfall zwecks des Abtransportes des Schnees, da wir ja eine ziemlich große Fläche freischaufeln mussten.
Fritz bedankte sich für den Vorschlag wie man die Schneekarre effektiv einsetzt einige Male und nach einer Stunde waren wir fertig. Als Dankeschön gab es für alle Schnitzel mit Kartoffelsalat und ein Getränk. Ich machte natürlich wieder eine Ausnahme und nahm noch ein Süppchen zusätzlich. Als wir fertig waren, saßen wir noch ein wenig und gingen dann relativ zeitig zu Bett.
(Strecke: -km, Aufstieg: -m, Abstieg: -m, reine Gehzeit -h:)
6.Tag (Falkenhütte – Hinterriß – Bad Tölz)
Gegen 7:15 Uhr stand ich auf, da Fritz am Abend zu Pasang gesagt hatte, das er gegen 7:30 Uhr den Ofen im Gastraum einheizen sollte. Ich war wiedermal der Erste im Gastraum und geheizt war auch noch nicht. Fritz kam dann und gab Bescheid, dass er es gleichmacht.
Ich ging dann vor die “Falkenhütte” um die Lage draußen zusondieren. Der Schnee war zusammengesackt und es taute sehr stark. Als ich wieder drinnen war, hatte Fritz schon den Ofen angefeuert. Ich bestellte wieder ein Kakaofrühstück und die anderen Mitbewohner trudelten ein.
Wir frühstückten gemütlich und packten dann unsere Sachen zusammen. Gegen 9:30 Uhr brach die Karawane auf, und ich führte den Trupp zum Spuren an. Ich spurte den Wirtschaftsweg die Spirale hinunter und machte kurz Pause um meinen Hinkelstein auf dem Rücken zu Recht zurücken.
Manfred übernahm kurzer Hand das Spuren und ich marschierte als Letztes hinterher. Das Spuren von denen half mir aber nicht wirklich. Wenn ich in die Fußstapfen der Anderen trat, komprimierte ich den Schnee durch mein 145kg Gesamtgewicht noch einmal und rutschte dann nach links oder rechts weg.
Kurze Zeit später taten mir die Fußgelenke weh und ich legte meine eigene Spur. Das war zwar anstrengender, aber schonte meine Gelenke. An der Ladizalm legten wir eine Tee-Pause ein, und danach nahm die Schneehöhe ab und der Weg nach Johannestal wurde angenehmer. Nach vielen Serpentinen und Kehren kamen wir am Jagdhaus Schwarzlacker an. Hier wurde die Mittagspause eingelegt und wir befreiten uns von der Winterausrüstung.
Manfred und Rebecca setzten ein Süppchen auf ihrem Kocher an, und nach einer halben Stunde brachen wir wieder auf. Der Weg führte mit kleinen Gegenanstiegen immer weiter talabwärts. Wir überquerten den Johannes Bach auf einer kleinen Brücke und dann ging es links an den Hängen entlang in Richtung Hinterriß.
Unten im Tal konnte man den von der Schmelze angestiegenen Rissbach sehen. Gegen 15:30 Uhr erreichten wir endlich Hinterriß. Karins Vater begrüßte uns vor dem Gasthof Post und wir gingen dann ins Café Klosterle hinein. Ein preiswertes und gutes Café.
Man muss zwar etwas warten, aber dafür wird alles frisch zubereitet. Ich nahm ein Kännchen Kaffee und ein Stück Aprikosen-Käsekuchen. Alle diskutierten, wie man am besten von dort wegkommt. Nach etlichen hin und her einigte man sich. Cornelia und Anja würden von Karin und ihrem Vater nach Pertisau gefahren werden, wo ihr Auto stand.
Ich, Manfred und Rebecca fuhren mit dem Bus um 16:23 Uhr von Hinterriß los. Die beiden stiegen dann am Sylvensteinsee aus, wo Sie von Cornelia & Anja abgeholt werden sollten. Sie wollten bis München fahren, und sich dann dort trennen. Manfred und Rebecca wollten sich bis zum nächsten Morgen im Mc Donalds am München-Hauptbahnhof aufhalten, bis Sie mit Ihrem Wochenendticket endlich in Richtung Thüringen losmachen konnten.
Wir verabschiedeten uns dann alle herzlich. Ich kam gegen 17 Uhr in Lengries an und entschied mich dazu in Bad Tölz zu übernachten. Dort hatte ich die Adresse von 2 Gasthäusern, und da es noch nicht allzu spät wäre, könnte ich noch Einkäufe tätigen. Im Bahnhof von Bad Tölz holte ich mir noch die Verbindungsdaten für morgen.
Anschließend folgte ich den Wegweisern zur Stadtmitte von Bad Tölz. Ich kam an einem Plus-Markt vorbei und kurze Zeit später tauchte rechts der „Gasthof Zantl“ auf. Ich ging aber noch weiter zur Marktstraße, da ich in der Touristeninformation eine preiswertere Übernachtung organisieren wollte.
Die hatte aber leider schon um 18 Uhr geschlossen. Also ging es zum „Gasthof Zantl“ zurück und ich erkundigte mich nach einem Zimmer für eine Nacht. Die nette Dame sagte 30,00 € + Kurtaxe. Dusche und WC waren zwar auf dem Flur aber das Frühstück war inclusive und so nahm ich das Zimmer. Ich quartierte mich ein und schickte Gregor eine SMS mit der Bitte mir die Adresse einer “Deutschen Bank” in Bad Tölz rauszusuchen, damit ich meinen durch die ganzen Improvisationen angeschlagenen Geldhaushalt auffüllen konnte.
Ich marschierte zum Plus-Markt, kaufte Riegel und was zum Abendessen ein. Danach ging ich zur Deutschen Bank, in der Marktstraße, Geld tanken und dann noch in die Drogerie Müller um Imprägnierspray und Rasiercreme zuholen. Im „Gasthof Zantl“ angekommen futterte ich erstmal heißhungrig meine Brötchen mit Fleischsalat und Käsescheiben, das Ganze wurde mit Kirsch-Bananen-Milch abgelöscht.
Jetzt kam der gemütliche Teil. Ich duschte eine halbe Stunde und rasierte mich in Ruhe. Wieder frisch duftend und vom Dreck befreit, was für eine Wohltat. Danach waren meine stinkenden Klamotten zur Wäsche dran und ich hängte Sie überall im Zimmer zum Trocknen auf. Es war dann kurz nach 21 Uhr und eigentlich wollte ich dann noch am Reisetagebuch schreiben, aber ich legte es kurzerhand zur Seite und schlief den Schlaf der Gerechten.
(Strecke: 21,4 km, Aufstieg: , Abstieg: , reine Gehzeit: )
7.Tag (Bad Tölz – Niedervintl – Leachenalm)
Gegen 7:30 Uhr stand ich auf und machte mich frisch. Danach sortierte ich meinen Rucksack komplett neu und verstaute die Regen- und Wintersachen ordentlich. Zu 8 Uhr ging ich langsam in den Speiseraum hinab, aber die Wirtin war gerade erst beim Anrichten.
Solche Frühaufsteher waren Sie scheinbar nicht gewöhnt. Ein paar Minuten später kamen die Brötchen. Das Frühstück war nicht schlecht. Die Dame des Hauses machte noch alles selber. Das „Gasthaus Zantl“ hat zwar schon ein paar Jahre auf dem Buckel, und man könnte trotzdem noch einiges draus machen.
Ich checkte dann aus, holte meinen Rucksack von meinem Zimmer, und schon ging es in Richtung Bahnhof. Die “Bayrische Oberlandbahn” fuhr um 09:32 Uhr in Bad Tölz los. Um 10:39 Uhr kam ich schon am Hauptbahnhof in München an. Ich schlenderte gemütlich zum Bahnsteig 14 und ließ mich auf einer Bank nieder.
Kurze Zeit später wurde mein Zug auch schon bereitgestellt, und ich machte es mir im Abteil bequem. Um 11:30 Uhr fuhr der Zug los. Ich schlief die meiste Zeit, und wenn nicht, schaute ich mir die schneebedeckten Gipfel an. Es sah bis zum Alpen-Hauptkamm hin alles weiß aus. Nach dem Brennerpass wurde es warm und sonnig.
In Fortezza/Franzensfeste stieg ich aus, und erwarb ein Anschlussticket bis Vandois/Niedervintl. 20 Minuten später traf der Zug ein, und ich stieg ein. Da es bis zu meinem Bahnhof nur 10 Minuten waren, blieb ich im Türbereich stehen. Kurz vor der Abfahrt stieg noch ein nettes kanadisches Mädel ein. Wir plauderten etwas, und wie sich herausstellte, war Sie das erste Mal in den Dolomiten.
Sie mag das Hiking und wollte für 7 Tage auf den Dolomiten Höhenweg Nr. 1 unterwegs sein. Ihre erste Etappe sollte am Prager Wildsee beginnen. Ich erzählte, dass meine Route auch später auf den Dolomiten Höhenweg Nr. 1 trifft, und vielleicht sah man sich ja noch mal. Sie erwähnte noch, dass Sie danach noch kurze Zeit in Rom bleibt.
Jetzt musste ich leider schon aussteigen und wir verabschiedeten uns und wünschten uns gegenseitig eine gute Reise. Schade das Ich mit dem schweren Gepäck und der Routenplanung so an meiner „München-Venedig“ Route gebunden war. Aber mit 30kg Gepäck ist man am Anfang sowieso zu langsam. Ansonsten wäre es bestimmt lustig geworden.
Am Bahnhof wechselte ich erst mal von Winterbekleidung auf Sommerbekleidung um. Kurze Hose, T-Shirt, Boonie Hat und Sonnenbrille wurden angelegt. Ich betankte mein Camelbak, die Sigg-Flasche und ging noch mal auf das WC, um mich von einigem unnötigen Gewicht zu befreien
. Nachdem ich aufgesattelt hatte, ging ich in den Ort hinauf in Richtung Kirche, wo ich dann dem beschriebenen Routenverlauf folgte.
Nachdem ich die Bundesstraße unterquert hatte, ging es über den Fluss Rienz, und dann folgte ich links dem Straßenverlauf. An einem Gehöft bog ich rechts ab und der Wirtschaftsweg führte langsam den Hang hinauf. Nach kurzer Zeit überquerte ich den Kaerbach, und dann führte der Pfad immer wieder gnadenlos steil bergauf.
Es war warm, ich hatte einen Hinkelstein auf dem Rücken und ich schwitzte und pfiff wie eine Dampflok. Nach einigen Pausen und vielem Fluchen war ich 600 Höhenmeter aufgestiegen, und erreichte gegen 18 Uhr die Leachenalm. Ich entschied mich dafür hier zu biwakieren und suchte mir hier auf der Alm ein schönes Fleckchen.
Am Waldrand stand eine Schutzhütte, und nach dem ich mir meine Lagerstelle eingerichtet hatte, befestigte ich an der Schutzhütte eine Wäscheleine (Reepschnur) und hing meine feuchten Klamotten auf. Auf dem noch freien Stück baumelte ich meine Regenbekleidung an, und imprägnierte Sie sowie meine Bergstiefel ordentlich.
Danach setzte ich heißes Wasser für meine Spaghetti mit Käsesoße und meinem Tee auf. Es wurde schon schnell dunkel und kalt, sodass ich alle meine Sachen regendicht verpackte und mich gegen 21 Uhr in den Schlafsack verkroch. Langsam waren die ersten Sterne am Nachthimmel erkennbar, und sie wurden immer mehr.
Es war eine sternklare Nacht und ich sah einige Sternschnuppen, Satelliten und Flugzeuge. Gegen 22 Uhr schlummerte ich ein, und wurde dann gegen 01:30 Uhr, als meine Blase arg drückte noch mal wach. Also pellte ich mich aus dem Schlafsack und der Goretex-Hülle. Ich erledigte mein Bedürfnis und bewunderte den Orion am Sternenhimmel, um dann wieder schnell ein zuschlafen.
(Strecke: 8,8 km, Aufstieg: 638m, Abstieg: 89m, reine Gehzeit: 2h)
8.Tag (Leachenalm – Kreuzwiesenhütte)
Um kurz nach 6:30 Uhr wurde ich wach. Draußen waren knapp 4°C und die Sonne erleuchtete gerade erst die Gipfel der Bäume. Zwei Rehe kamen von den Almgebäuden her auf die Wiese und grasten in 50 Metern Entfernung. Nach etwa 10 Minuten bemerkten Sie mich und verschwanden wieder in den Wald.
Als die Sonne etwas höher stand, warf ich den Gaskocher an, um Kaffee und Milch für die Cornflakes zu bereiten. Ich hängte meine Sachen von der Leine ab und frühstückte in Ruhe. Anschließend packte ich gemütlich meine Sachen zusammen und brach dann erst gegen 10 Uhr auf. Jetzt wärmte die Sonne schon ordentlich.
Der Weg führte mich allmählich über Forstwege und Pfade aufwärts. Nach einiger Zeit kam ich an der Hirschleitenalm vorbei, wo die Rindsviecher frei herumrennen durften. Ca. 15 Minuten später kam schon die “Ronerhütte” in Sicht, wo ich mir ein großes Bier gönnte.
Dort sah ich auch Peter, Jörg und Dieter wieder, welche mich einige Zeit zuvor überholt hatten. Später sollte ich die Drei kennenlernen. Die “Ronerhütte” war am Tage sehr voll, da Sie von Normalgästen überrannt wurde, welche auf mehreren leichten Wegen zur Hütte gelangen konnten.
Von der “Ronerhütte” ging ich auf gemütlichen Wirtschaftswegen in Richtung Planer Kreuz, Laieralm. Kurz vor der “Starkenfeldhütte“, bog ich auf den Wanderweg 2A in Richtung Steieralm rechts ab. Hier führte der Weg ein kurzes Stück steil bergauf und auf schmalen Pfaden kam ich an der Raffreialm vorbei.
Dann dauerte es nur noch ca. 15 Minuten und die “Kreuzwiesenhütte” tauchte linker Hand auf. Dort tollten überall Kinder herum und es waren viele Tagesgäste anwesend. Hier traf ich auch wieder auf Peter, Jörg und Dieter, zu denen ich mich dann auch gesellte. Bei einem Bier schaute ich mir die Wanderkarte und den weiteren Verlauf in Ruhe an. Als Feststellung kam am Ende raus, das die Turnaretschhütte mindestens 3 Stunden entfernt war.
Es war 15 Uhr, und da die Drei hier auch übernachten wollten, entschied ich mich dafür auch hier zubleiben, und nicht mehr weiter zu hetzen. Draußen in der schönen Sonne lüftete ich meine Füße und schrieb am Reisetagebuch weiter. Peter machte noch einen kleinen Ausflug aufs Astjoch und die Anderen erfrischten sich.
Bald konnte ich mein Zimmer auch beziehen. Eine Dusche war auch auf dem Gang vorhanden, und so genoss ich eine gründliche körperliche Vollpflege. Danach wusch ich meine stark nach Iltis stinkenden Sachen durch. Es ward wieder ein zivilisierter Mensch geboren.
Zum Abendessen saßen wir drinnen, da man auch von hier schön den Peitlerkofel sehen konnte. Der Gästeraum hatte ein wunderschönes Panorama. Ich bestellte mir ein Omelett mit Preiselbeeren, und dazu ein zünftiges Bier. Das Omelett schmeckte sehr gut. Wie sich herausstellte, waren Peter und Dieter aus Heidelberg und Jörg kam aus Berlin.
Eine witzige Truppe, und Jörg und Dieter sind genauso Foto verrückt. Wir versuchten ordentlich den ganzen Sonnenuntergang am Peitlerkofel auf die Speicherkarte zubannen. Gegen 22 Uhr gingen wir dann alle zu Bett.
(Strecke: 16,1 km, Aufstieg: 676m, Abstieg: 279m, reine Gehzeit: 3h)
9.Tag (Kreuzwiesenhütte – Maurerberghütte)
Kurz nach 7 Uhr stand ich auf und die Anderen waren schon beim Frühstücken. Es gab ein kleines Frühstücksbuffet und man konnte sich nehmen, was man wollte und soviel man wollte. Gegen 9:30 Uhr marschierte ich los und wählte den Pfad in Richtung Astjoch. Der Weg zog steil die Flanke des Berges hoch und ich schwitzte schon gut zu Beginn des Tages.
Weiter oben wählte ich die falsche Pfadrichtung aus und es kam kein Aufstiegsweg mehr in Sicht. Ich hatte dann auch keinen Bock mehr das ganze Stückchen zurück zugehen. Der Weg führte mich an einer Pferdeweide und Murmeltierland vorbei. Kurze Zeit später stieg ich nach links den Mont Campiglio empor und nahm ein Gipfelkreuz mit.
Danach stieg ich über Wiesen und Matten auf der Flanke des Berges in Richtung St. Jakobstöck (kleine Kapelle) ab. Hier folgte eine gemütliche Pause und danach ging es wieder bergauf zum Jakobskopf und endete mit einer Rast bei der Wieseralm. Hier genoss ich bei feinstem Sonnenschein eine Hopfenkaltschale.
Die Alm wurde von einem alten Ehepaar betrieben. Die alte Dame machte alles und ihr Mann hatte einen Sauerstoffschlauch in der Nase und konnte nur zuschauen. Ein paar nette Leute waren das. Als die nächsten Gäste in Sicht kamen, machte ich mich schnell aus dem Staub. Es ging gut und steil die Seite des Glittnerjoch hinauf und nach kurzer Zeit kam der Glittner See in Sicht.
Diesen bewohnten 2 Schwäne und irgendjemand hatte für die Zwei ein Häuschen auf dem Wasser gezimmert. Im Hintergrund erhob sich wuchtig der Peitlerkofel, der Beginn der Dolomiten. Von hier aus ging es steil ca. 150 Höhenmeter bergab und gleich darauf tauchte auch schon die Turnaretschhütte am Hang liegend auf. Wie es schien, wurde diese auch von einem älteren Ehepaar betrieben.
Ich rastete hier aber diesmal nicht und wanderte auf dem Wirtschaftsweg weiter. Kurze Zeit später führte der Pfad rechts hinab zum Lüsener Joch. Von hier begann ein guter Weg, der in schönem Auf und Ab an der Flanke des Maurerberges entlangführte. Kurz vor meinem Tagesziel, so gegen 15 Uhr kam ich an einer Schutzhütte vorbei.
Da hier eine Wasserquelle war, entschied ich mich dafür den Rucksack zu erleichtern und bereitete mir eine Tüte „Curry Huhn mit Reis (indischer Art)” zu. Ich überlegte hin und her, ob ich hier nicht schön biwakieren sollte. Schlussendlich entschied ich mich aber dagegen und die Wahl sollte sich als die Richtige herausstellen. Nach etwa 20 Minuten erreichte ich auf einem schmalen Bergpfad die Maurerberghütte.
Diese Hütte gegenüber dem Peitlerkofel lag auf 2157m Höhe in bester Lage. Die Terrasse war durch Scheiben an den Seiten windgeschützt und hinter dem Haus liefen Ziegen und Kaninchen frei rum. Außerdem hielte Sie dort noch Hühner. Ich bestellte mir ein frisch gezapftes Bier und erkundete das Anwesen.
Danach schrieb ich gemütlich an meinem Reisetagebuch weiter. Es wurde langsam kühl und so bezog ich mein Zimmer. Es gab hier wieder eine Dusche und ich reinigte mich gründlich und wusch meine Sachen. Zu Gast waren außerdem ein Mountainbiker und ein Astronom, welcher hier vor Ort seinem Hobby frönte und schöne Weltallaufnahmen machte.
Zum Abendbrot gönnte ich mir einen Maurerbergteller (Spinatknödel, Speckknödel, gefüllte Teigtaschen), das Ganze mit Butter und Parmesan bestreut, dazu Holundersaft und ein Radler. Ich quasselte einige Zeit mit dem Mountainbiker aus Ulm und dem Hobbyastronomen. Ansonsten schrieb ich das Reisetagebuch weiter.
Der Astronom hatte ein paar feine Aufnahmen gemacht und witzigerweise hat er denselben Nachnamen wie ich. Gegen 22 Uhr ging ich dann schlafen. Später um Mitternacht wurde ich von starken Regen wach! Gut, das ich nicht biwakiert hatte.
(Strecke: 18,7 km, Aufstieg: 883m, Abstieg: 692m, reine Gehzeit: 5h 39min)
10.Tag (Maurerberghütte – Puezhütte)
Gegen 7:30 Uhr stand ich mal wieder auf und sah verblüfft, dass es draußen schneite. Ich packte in Ruhe meinen Rucksack und ging zum Frühstück fassen hinunter in den Gastraum. Es gab Brötchen, Brot, Wurst, Käse, selbst gemachte Marmeladen und ein frisches Frühstücksei aus dem Hühnerstall.
Es mundete vorzüglich und ich kann die Hütte nur wärmstens empfehlen. Nach diesem ordentlichen Frühstück ging es auf dem Wirtschaftsweg bergab in Richtung Würzjoch. Die Sonne kam raus und aus den Schneeflocken wurden Regentropfen, aber es wurde bald trocken. Der Wirtschaftsweg führte in Serpentinen gemütlich ins Tal.
Unten traf der Weg auf einen Parkplatz und von hier ab führte die Route steil am Hang zum Würzjoch hinauf. Gegen 10 Uhr traf ich dann am Würzjochhaus ein. An der Hütte war ein Parkplatz und es wanderten viele Normaltouristen in Richtung Peitlerscharte. Auf einem gemütlichen Wirtschaftsweg ging es langsam zur Peitlerscharte hinauf.
Der Peitlerkofel erhob sich imposant mit seiner über 600 Metern hinaufragenden Nordwand. Der Wirtschaftsweg ging in einen schmalen Pfad über und von der anderen Seite sah man sich den Dolomiti Höhenweg Nr. 2 hinaufwinden. Es wurde immer steiler und gegen 12 Uhr erreichte ich die Peitlerscharte auf 2361m Höhe.
Durch die Sandalentouristen herrschte hier reges Treiben, und nachdem ich die Aussicht über die anliegenden Berge genossen hatte, ging es weiter in Richtung Schlüterhütte. In der Ferne ragten die Bergwände der Geisler Gruppe empor. Um 13:30 Uhr erreichte ich dann schon die Schlüterhütte.
Ich bestellte ein Radler und setzte mich auf der Terrasse in die Sonne. Das Radler genießend, studierte ich den weiteren Weg bis zur Puezhütte, dadurch, dass es erst 14 Uhr war, entschied ich mich die Strecke noch in Angriff zu nehmen. Ab der Schlüterhütte ging es 200 Höhenmeter bergauf zum Bronsoijoch. Dann zog der Weg unterhalb des Sobutsches, wo im Sommer viele Edelweiße wachsen sollen, zum Kreuzjoch entlang.
Von hier ging es unterhalb der Felsenwände weiter und führte zur Forc de la Roa empor. Das letzte Stück zur Scharte stellte sich als heikel heraus, da viele Stellen des Pfades vereist waren. Um 17:45 Uhr hatte ich es geschafft.
Von der Scharte gab es 2 Möglichkeiten, um zur Puezhütte zu gelangen. Eine führte durch eine Klettersteigpassage, an den Felsbändern in direkter Richtung zur Puezhütte, bei der Anderen stieg man ins Tal ab und am anderen Ende wieder hinauf und dann ging es ein Stückchen zurück, zu der Stelle, wo sich beide Routen wieder vereinigten.
Ich wählte wegen meines schweren Rucksackes die zweite, leichtere Variante. Die Sonne stand schon sehr tief und ich beeilte mich, damit ich noch im Tageslicht an der Puezhütte ankommen würde. Eine Stunde später hatte ich die Senke durchquert und war wieder auf gleicher Höhe. Die beiden Wegvarianten vereinigten sich an dieser Stelle.
Von hier ab führte der Pfad in Leichtem auf und ab unter den Puezspitzen vorbei. Der Weg war gut und so legte ich ein ordentliches Tempo vor. Kurz vor der Hütte verlief der Weg in einem weiten Rechtsbogen unterhalb des Puezkofels vorbei. Die Sonne stand jetzt schon tief, aber ich schaltete meine Stirnlampe noch nicht ein, da ich im Restlicht die Senken besser sah.
Bei der Überquerung eines Flussbettes rutschte ich allerdings aus und knickte um. Zum Glück sind meine Bänder schon so kaputt, dass es mir nicht viel ausmachte. Nach 30 Minuten erreichte ich im Dunkeln die Puezhütte leicht humpelnd. Nach 30,6 Kilometer Tagesleistung betrat ich durchgeschwitzt den Gastraum. Die Hüttenwirtin fragte mich, wo ich denn um diese Zeit herkommen würde.
Ich antwortete müde lächelnd, das ich heute Morgen von der Maurerberghütte gestartet sei. Sie staunte nicht schlecht. Ich bekam hier unten im Erdgeschoss einen Bettplatz. Leider war in dem 4-Bettzimmer nur noch oben etwas frei. Ich stellte meinen Rucksack ab, holte mir eine warme Suppe und ein Bier am Tresen.
Als ich mir ein Plätzchen zum Essen suchte, sah ich Peter, Jörg und Dieter beim Wein sitzen. Wir plauderten gemütlich und tauschten uns über die letzten beiden Tage aus. Sie waren heute von der Schlüterhütte herüber gekommen. Eine Stunde später war dann schon Bettruhe angesagt.
Ich ging noch in den Waschraum und wusch mich ordentlich. Danach quälte ich mich das Doppelstock-Bett hinauf und stöpselte mir die Ohren zu, damit ich bei der Geräuschkulisse besser schlafen konnte. So wurde es für mich eine relativ, ruhige Nacht.
(Strecke: 30,6 km, Aufstieg: m, Abstieg: m, reine Gehzeit: )
11.Tag (Puezhütte – Pisciadúhütte)
Gegen 7 Uhr stand ich auf und ging in den Waschraum um mich zu erfrischen. Danach zum Frühstück und einenn große Kaffeepott später, schaute ich mir draußen die Umgebung der Puezhütte an, da ich ja gestern im dunklen nicht gesehen hatte. Links hinter dem Hang am Puezkofel pfiffen die Murmeltiere.
Die ersten Gruppen wanderten schon los, aber ich ließ mir Zeit und zog erst um 08:30 Uhr los. Der Weg folgte dem Bergrücken auf gleicher Höhe und führte in einem weiten Bogen zum Ciampaijoch. Links die Felsen und rechts sah man weit hinab ins Langental bis nach Wolkenstein.
Gegen 9 Uhr hörte ich einen Helikopter und die täglichen Versorgungsflüge für die Puezhütte begannen. Eine kurze Pause am Ciampaijoch, die Landschaft genießend ging es weiter in Richtung Crespeinajoch. Der Weg führte über die Crespeina Hochfläche, am Crespeinasee vorbei und dann in Serpentinen hinauf zum Crespeinajoch. Nach der Mammut-Tour gestern lief es heute nicht ganz so rund.
Auf der anderen Seite des Langentals sah ich die Puezhütte und gegen 11 Uhr hatte ich die erste Hürde des Tages geschafft. Die Aussicht an diesem sonnigen Tag war wunderschön. Auf der noch vor mir liegenden Strecke konnte ich schön den Verlauf der weiteren Route sehen.
Wolkenstein, die Cir-Spitzen und ganz weit dahinter war das Sellamassiv zuerkennen. Ich futterte eine Schüssel Müsli und machte mich dann schnell auf den Weiterweg. Vom Grödner Joch waren nämlich jede Menge Sandalentouristen auf den Weg hierher. Eine Stunde später stand ich unterhalb der Cir-Spitzen und von hier ging es 300 Höhenmeter bergab zum Grödner Joch.
Zwischen Felsennadeln führte der Weg schnell und steil bergab. Eine schöne Abwechselung gegenüber dem Start am frühen Morgen. Hinten auf der rechten Seite lag Wolkenstein und dahinter ragte die Langkofel Gruppe auf. Um 13 Uhr kehrte ich unten am Grödner Joch ein und genoss ein Bier.
Vor mir ragte das gewaltige Sellamassiv empor. 500 Höhenmeter und dann würde ich an meinem Tagesziel der Pisciadúhütte ankommen. Von hier aus führte der Weg über Wiesen und über später Geröll aufwärts. Nach einer Weile bog ich in das schmale Val Setus hinein, wo es im Geröllfeld steiler wurde. Jede Menge Klettersteigler und Wanderer kamen von oben herab. Am höher gelegenen Wegteil waren einige Stellen vereist und der Pfad führte drahtseilversichert steil hinauf.
Mit den Klettersteighandschuhen zog ich mich kräftig, wegen des schweren Rucksackes, an den Seilen und Halterungen empor. Andauernd musste ich wegen des Gegenverkehrs warten, aber das kam mir bei meinem Geschnaufe gerade richtig. Die kalte Luft hier kühlte einen ordentlich und ich war zufrieden, dass ich unten am Einstieg zum Val Setus Pullover und Weste angezogen hatte.
Um 17 Uhr stand ich oben auf dem Sellamassiv und genoss den Rückblick auf die Puez Gruppe. Ich verschnaufte etwas und 15 Fußminuten später tauchte die Pisciadúhütte vor mir auf. Ich stellte mein Gepäck ab, holte mir ein Radler und checkte ein. Der Hüttenwirt wollte mich in ein 12-Bettzimmer verfrachten, was ich natürlich nicht so gut fand. Ich erkundete die Hütte und entdeckte das leere Matrazenlager.
Daraufhin fragte ich beim Wirt nach, ob ich das beziehen könne und er gab mir sein Amen. Ich suchte mir eine schöne Ecke am Fenster und breitete meine Ausrüstung aus. Später gesellten sich noch 7-8 Leute ins große Lager dazu. Ich nutzte die Dusche im Erdgeschoss und saß dann wieder mit Peter, Jörg und Dieter beim Bier im Gastraum.
Nach einer leckeren Polenta mit Fleisch und Pilzen und danach einem Obstsalat ging ich vor die Hütte um die Berge beim Sonnenuntergang, zu fotografieren. Anschließend wurde es noch ein fröhlicher Hüttenabend und im Lager schlief ich auch dank meiner Ohrstöpsel selig ein.
(Strecke: 23,0 km, Aufstieg: m, Abstieg: m, reine Gehzeit: )
12.Tag (Pisciadúhütte – Klettersteig – Pisciadúhütte)
Um 7 Uhr stand ich gemütlich auf. Die anderen Wanderer hatten sich schon einige Zeit vorher herhoben. Da ich heute nur den Pisciadú-Klettersteig auf meinem Tagesplan hatte, ließ ich mir Zeit. Nach der morgendlichen Wäsche und einem reichhaltigen Frühstück packte ich meine Klettersteig-Ausrüstung zusammen.
Mit Helm, Klettersteig-Set, Hüftgurt, Camelbak und Müsliriegeln bewaffnet, ging es los. Das Wetter war einmalig, blauer Himmel und über dem Tal lag noch ein leichter Dunst. Gegen 9 Uhr machte ich mich auf den Weg hinunter ins Val Setus, wo ich den Tag vorher heraufgekommen war. Eine Gruppe aus Sachsen, war auch bergab unterwegs, um dann den Pisciadú-Klettersteig wieder hinauf zuklettern.
Ich fragte, ob ich mich zwecks Sicherheit bei Ihnen anhängen könnte und so wurde ich kurzerhand in die Truppe integriert. Den Abstieg genoss ich heute aufgrund des fehlenden Hinkelsteins auf meinem Rücken richtig. Um kurz nach 11 Uhr standen wir dann am Einstieg des Klettersteiges. Jetzt galt es 650 Höhenmeter, zu bewältigen.
Als Erstes ging es an Klammern, eine etwa 50 Meter hohe, steile Wandstufe empor. Von hier führte die Route über einen normalen Wanderweg bis kurz vor einen Wasserfall und hier begann der eigentliche Hauptteil des Klettersteiges. Steil und ausgesetzt, aber gut gesichert geht es hinauf. Das war mein erster Klettersteig dieses Jahr und so haushaltete ich mit meinen Kräften nicht so optimal.
Das Adrenalin pumpte am Anfang ordentlich durch mich, mit den Armen arbeitete ich zu viel und mit den Füßen zu wenig. Gegen 12:45 Uhr machten wir an einer schönen Stelle im Klettersteig eine kleine Pause. Ich aß 2-3 Müsliriegel und saugte fleißig mein Camelbak leerer. Ca. 30 Minuten später erreichten wir einen kleinen Schrofenkessel.
Von hier zweigt ein Notausstieg zur Pisciadúhütte ab. An der nächsten Felswand war gerade ein ordentlicher Verkehrsstau. Ich setzte mich hin und genoss in der Sonne das Schauspiel im Klettersteig. Mein Camelbak war leer, die Arme schwer und so entschied ich mich dafür die letzten 150 Höhenmeter nicht mehr heute zuklettern. Hier am Exnerturm wurde es noch einmal deutlich schwieriger.
Ich fotografierte die sächsische Truppe beim Durchstieg des letzten Teilstückes und während des Highlights, der Hängebrücke am Schluss des Klettersteiges. Kurz vor 15 Uhr saßen wir schon vor der Pisciadúhütte auf der Terrasse und genossen das eine oder andere Bier. Abends ging ich noch hinaus um in der Dämmerung den Sonnenuntergang mit Fotoapparat ein zufangen.
Die Gipfel der Puez Gruppe waren noch rötlich eingefärbt und von Corvara schoben sich Wolken durch das Tal. Um 20 Uhr saßen wir bei einem geschmackvollen Abendessen (ich hatte heute Spaghetti Carbonara genommen) und tranken zwei oder drei Gläser Rotwein. Es wurde wieder ein sehr feuchtfröhlicher Abend.
Gegen 21:30 Uhr ging ich noch einmal an die frische Luft hinaus, um die beleuchteten Ortschaften im Tal zu fotografieren. Oben im Matrazenlager angekommen, war ich dort heute komplett alleine und konnte meinen Schlaf auch ohne Ohrstöpsel genießen.
(Strecke: km, Aufstieg: m, Abstieg: m, reine Gehzeit: )
13.Tag (Pisciadúhütte – Klettersteig – Pisciadúspitze – Pisciadúhütte)
An diesem Morgen frühstückte ich und schritt kurz darauf den Notweg hinab, um das letzte Stück des Klettersteiges noch zuklettern. Ich war leider nicht der Erste, denn ich sah ein Pärchen oben am Exnerturm. Unten am Notweg beim Klettersteig angekommen, kam gerade ein Alpini mit Funkgerät hochgeklettert. Die Vorhut für eine Truppe der italienischen Armee/Polizei.
Ich legte meine Ausrüstung an und stieg in Ruhe ein. Frisch ausgeruht ging es wunderbar und ich arbeitete in Ruhe mit den Beinen, nicht so wie gestern. Zwischendurch legte ich kleine Fotopausen ein und genoss die Aussicht.
Hätte ich gestern so ausgepumpt wie ich war dieses Teilstück noch gemacht, dann wäre es brenzlig geworden. Um 10:30 Uhr stand ich schon auf der Hängebrücke, dem letzten Gag des Klettersteiges. Um 11 Uhr war ich wieder an der Pisciadúhütte, genoss eine Schorle, aß etwas und gegen 12:30 Uhr beschritt ich den Anstieg zum Hausberg über der Hütte, den Piz Pisciadú.
Gegen 13:45 Uhr erreichte ich den Gipfel auf 2985m Höhe. Von hier hatte man eine prächtige Aussicht über das Sellaplateau mit dem Piz Boè, im Norden die Puez Gruppe und weit am Horizont der schneebezuckerte Alpen-Hauptkamm. Nach einer halben Stunde Gipfelrast stieg ich ab.
Den Rest des Tages verbrachte ich mit herumstromern an der Hütte oder auf der Terrasse gemütlich in der Sonne sitzend und als Abschluss gönnte ich mir abends Maccheroni 4 Formaggi und eine Karaffe Rotwein.
(Strecke: km, Aufstieg: m, Abstieg: m, reine Gehzeit: )
14.Tag (Pisciadúhütte – Pordoijoch – Bindelweghütte)
Um 8 Uhr brach ich gemütlich auf und es ging den gleichen Weg wie gestern entlang. Bei der Abzweigung zum Piz Pisciadú ging es weiter nach rechts und ich stieg ein Geröllfeld im Halbkreis an den Kesselwänden entlang in Richtung Sass de Mesdi. Von hier oben hatte man einen guten Überblick über das Hochplateau.
Danach ging es stückweise bergab in Richtung Rifugio Boè. Gegen 12:30 Uhr erreichte ich es und ließ den Piz Boè aber links liegen. In einem weiten Halbkreis ging es fast auf gleicher Höhe bleibend in Richtung Sass Pordoi, welcher sich auf der anderen Seite des Talkessels erhob. Um kurz vor halb zwei erreichte ich dann das Rifugio Forcella Pordoi und stieg das letzte Stück zur Bergstation am Rifugio Maria empor.
Von hier nahm ich die Bergbahn zum Pordoijoch hinunter. An der Talstation angekommen, beeilte ich mich hier schnell weg zukommen, da es sehr voll war. Auf der anderen Seite des Pordoijoches stieg ich den Bindelweg hinauf. Nach 150 Höhenmetern führte die Route dann auf fast gleicher Höhe bleibend dahin.
Auf der anderen Seite des Tales erhob sich die Marmolada majestätisch mit ihrem Eispanzer. Nach etwa einer Stunde kamen dann in der Ferne die Bindelweghütte und der Fedaiasee langsam in Sicht. Etwa die gleiche Zeit später saß ich schon draußen vor der Bindelweghütte beim Bierchen und genoss die herrliche Aussicht auf die Marmolada übers Tal. Ich entschied mich dafür hier zu übernachten und nahm mir ein Zimmer.
Nach großer Wäsche meiner schmutzigen Klamotten ging ich zu 18 Uhr hinunter in den Gastraum, bestellte eine Portion Spaghetti Bolognese und trank dazu einen Rotwein. Das Essen der Mama des Hauses schmeckte extrem lecker. Ich saß mit einigen Anderen am Tisch, welche mit Mountainbikes unterwegs waren. Ab und zu war ich mal draußen um die herrliche Aussicht im Sonnenuntergang ab zulichten. Und gegen 22 Uhr begab ich mich zu Bett.
(Strecke: 20,6 km, Aufstieg: m, Abstieg: m, reine Gehzeit: )
12.Tag (Bindelweghütte – Fedaiasee – Malga Ciapela – Sottoguda – Alleghe)
Um kurz vor 7 Uhr wurde ich wach und nach einem ordentlichen Frühstück brach ich gegen 8:30 Uhr auf. Zuerst ging es auf gleicher Höhe weiter. Ich hatte eine schöne Aussicht auf die Marmolada und an einer Stelle konnte ich noch einmal einen Blick auf den zwischen den Wolken hervorschauenden Piz Boè erhaschen. Eine Stunde später führte der Pfad langsam zum Fedaiasee hinunter und zum Ende hin ging es in scharfen Kehren, rasch an Höhe verlierend, bergab.
Die Route führte über die Staumauer zum anderen Ufer hinüber und ging dann auf einer alten Straße am Ufer entlang. Ab dem Fedaiapass verlief die Route dann auf den Wiesen, welche im Winter als Skipiste fungierten, bergab. Dann und wann passierte ich eine Murmeltierkolonie, aber ansonsten verlief der Weg ganz unspektakulär nach Malga Ciapela hinunter.
Im Sommer ist dieser Ort eine richtige Geistersiedlung. Alles ist verlassen, nichts los. Von hier aus ging es auf einer alten Straße immer tiefer in die Sottogudaschlucht hinein. Die Schlucht war sehr schön, da man oft auf Brücken den Fluss quert, welcher der Straße folgte. Nach einiger Zeit kam ich in dem Örtchen Sottoguda an. Ein schönes, ruhiges Fleckchen mit sehenswerten Holzhäusern.
Danach ging es unspektakulär auf einem Waldweg, auf der rechten Seite des Flusses immer weiter in Richtung Rocca Pietore. Hier ging es wieder etwas bergauf und ich kürzte die Wegstrecke nach Alleghe etwas ab. In Pezze füllte ich an einem Dorfbrunnen mein Camelbak auf. Von hier verlief der Weg nach rechts und folgte dem Flussbett. In S. Maria delle Grazie legte ich an der Kirche eine Pause ein und lüftete meine Schuhe.
In der Ferne konnte ich schon die Steilwände der Civetta sehen. Kurz vor Alleghe überquerte ich den Fluss und es ging an der Straße weiter, welche dann direkt am Ufer des Alleghe Sees verläuft. Gegen 19 Uhr kam ich endlich in Alleghe an und machte ich mich auf die Suche nach einer Unterkunft. Ich fand auch etwas Ordentliches und ließ mir das Abendessen schmecken.
Am Tisch saß noch ein München-Venedig-Trekker und so kamen wir ins Gespräch. Am nächsten Tag ging es mit dem Bus im Regen nach Belluno und von hier nach Venedig. In Venedig stieg ich in den Euro-City nach München und spät nachts kam ich dann nach vielen unvergesslichen Eindrücken und Erlebnissen wieder in Berlin an. Vielleicht schaffe ich es ja mal die restlichen Etappen noch nach Zuholen.
(Strecke: 30,0 km, Aufstieg: m, Abstieg: m, reine Gehzeit:)
To be continued… someday!
Zur kompletten Bildergalerie der Alpendurchquerung:
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