Bergtour – Klosterwappen (2076m)

Aus dem Rother Wanderbuch “Wiener Wanderberge” von Franz Hauleitner / Rudolf Hauleitner, © Bergverlag Rother

Bergtour

Klosterwappen (2076m)

Fadensteig

Der beliebteste Anstieg auf den Schneeberg
Mit einem Schneeberg-Besuch nach Schema F per Zahnradbahn wird ein echter Bergsteiger natürlich nicht glücklich. Unter den sonst durchwegs langen und anstrengenden Zugängen ist der hier gewürdigte Fadensteig der beliebteste und gebräuchlichste. Die Route startet an dem von Losenheim per Sessellift erreichbaren Fadensattel und folgt dem anfangs steil und felsig, später sanft und begrünt zur Höhe ziehenden Nordrücken zum Kaiserstein und weiter auf das Klosterwappen. Bei 900 Meter Anstiegshöhe wird eine abwechslungsreiche Wanderung mit ständig sich weitenden Ausblicken auf die umliegenden Berggebiete geboten. Vorsicht ist aber bei Schlechtwetter angesagt, denn seiner isolierten Stellung wegen ist dieser Berg den Wetterkapriolen voll ausgesetzt, so dass es dann fast immer besser ist, den Rückzug anzutreten als sich auf ein Risiko einzulassen.

Talort:
Puchberg am Schneeberg (585 m). Bedeutender Urlaubs- und Erholungsort in einem Talkessel östlich des Schneeberges. Anreise von Wien mit Bahn, Bus oder eigenem Auto (77 km).

Ausgangspunkt:
Von Puchberg mit Bus oder Kfz zur Talstation, 871 m (Großparkplatz), der »Salamander-Sesselbahn Schneeberg« am Oberrand der Fadenwiese in Losenheim, einem kleinen Ort am Ostfuß des Schneeberges, 7 km von
Puchberg.

Höhenunterschied/Gehzeit:
1050 m / 6h 15min

Anforderungen/Wegbeschaffenheit:
Anspruchsvolle, lange Tour auf markierten Steigen und Wegen. Nur für trittsichere und schwindelfreie Geher bei trockenem Wetter.

Einkehrmöglichkeiten:
Sparbacher Hütte (ganzjährig geöffnet, Mittwoch Ruhetag),  Edelweißhütte (ganzjährig geöffnet, Dienstag Ruhetag), Fischerhütte (wie die Schneeberg-Zahnradbahn geöffnet), Kienthaler Hütte (zwischen Ostern und Ende Oktober geöffnet),  Liftstüberl an der Salamanderlift-Talstation

Variante:
Anstieg von Losenheim zu den Schutzhütten am Fadensattel: Vom Großparkplatz an der Salamanderlift-Talstation die Zufahrtsstraße in Westrichtung zu einer Verzweigung (Fahrverbotstafeln, Schranken). Auf unbezeichneter Naturstraße geradeaus den wiesenreichen Lahninggraben aufwärts zu einer Teilung und im Graben steiler bergauf zur nächsten Verzweigung. Die dem Graben folgende Straße führt in Kehren gegen den Fadensattel hoch. Der abkürzende, unbezeichnete Steig folgt der Abfahrtstrasse rechts von ihr. Auf dem Steig westwärts steil und ohne Kehren die Schneise hoch, dann durch lichten Wald und Gesträuch in steilen Windungen in den Fadensattel (1209 m). Auf dem Fahrweg links haltend entweder zur Edelweißhütte oder zur Sparbacher Hütte westlich von ihr.
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Wegverlauf:
Von Losenheim (871 m) mit dem kuppelbaren Salamander-Vierersessellift zur Bergstation (1210 m), südlich des Fadensattels (1209 m) am Ansatzpunkt des Schneeberg-Nordrückens.

Von der Bergstation des Salamanderlifts westwärts kurz über Wiesen empor zur nahen Edelweißhütte (1235 m) und weiter zur benachbarten Sparbacher Hütte (1248 m). Dort den rot und gelb markierten Fußweg Nr. 801 nach links (Süden) aufwärts zu einem Zaun (Gatter). Weiter über Wiesen, dann durch Nadelwald am Kaiserstein-Nordrücken in Kehren hinauf unter einen Felsaufschwung. Dieser wird auf einem guten Steig über Schrofen und Geröll rechts umgangen und danach ein Gratabsatz erreicht. Über den begrünten, später gerölligen Rücken in Kehren empor unter die abriegelnden Fadenwände. Am Oberrand der Geröllhänge vorerst nach rechts (Westen), dann nach links in eine kleine Schlucht mit Steinfänger oberhalb. Über die schrofig geröllige Steilflanke unterhalb einer Wand etwas ausgesetzt nach rechts hinauf zu einer Schulter, dann über Schutt in Kehren empor unter einen Aufschwung. Wiederum nach rechts queren, dann über Felsstufen steil nach Süden hoch zu einer grasigen Schulter (1722 m) am Oberrand der Fadenwände. Auf dem nun breiten Weg (Stangenmarkierung) über Bergwiesen in aussichtsreicher Wanderung aufwärts zur Fischerhütte (2049 m). Dort einen angegrünten Hang scharf nach links (Norden) hoch zum Gipfel des Kaisersteins (2061 m) mit prachtvollem Tiefblick in das Puchberger Becken.

Zurück zur Fischerhütte. Auf dem gelb markierten Weg Nr. 801 über den anfangs breiten Höhenrücken südwestwärts hinab in einen Sattel (2030 m). Jenseits empor zum »Mittelgipfel « (2060 m), danach über den schmalen, begrünten Kamm auf das Klosterwappen (2076 m) mit Gipfelkreuz und umfassender Rundsicht: im Nordosten Dürre und Hohe Wand, im Südosten der Waxriegel (Damböckhaus), dahinter das Gahnsplateau mit Krummbachstein rechts. Links überm Gahns die Bucklige Welt, rechts hinterm Krummbachstein Wechsel, Sonnwendstein und Stuhleck. Im Südwesten und Westen Rax, Veitsch, Hochschwab, Gesäuseberge, Haller Mauern und Totes Gebirge. Im Nordwesten Mürzsteger, Ybbstaler, Türnitzer und Gutensteiner Berge.

Vom Gipfel auf dem blau markierten Steig (Weg Nr. 801, Stangenmarkierung) einen angegrünten Steilhang nach Nordwesten hinunter, dann über Wiesen weniger steil bergab, schließlich durch Latschen und lichten Wald mehr nach links (Westen) abwärts zu einer Felsschulter (Vermessungszeichen). Weiter zu einer kleinen Wiese (1508 m) mit dem querenden, gelb und blau markierten Fadenweg. Auf ihm durch Hochwald in Kehren nach links (Südwesten) abwärts zur nächsten Verzweigung und dort rechts haltend bergab zu der am Sattel zwischen Bergkörper und Turmstein idyllisch gelegenen Kienthaler Hütte (1380 m).

Zurück zu der Stelle, wo im Abstieg der Fadenweg erreicht wurde, 20 Minuten von der Hütte. Auf ihm (gelb markiert) geradeaus im lichten, wiesendurchsetzten Wald vorerst in Nordost-, dann in Nordrichtung empor zum Fleischer Gedenkstein (1528 m) (Wegverzweigung), am weiten Sattel zwischen Kuhschneeberg links und Hochschneeberg rechts.

Von hier lohnt der Besuch des am Kuhschneeberg-Plateau gelegenen Ochsenbodens (1520 m) mit informativem Einblick in die mächtige Nordwestflanke des Hochschneeberges. Im Süden, jenseits des Höllentales, die Raxalpe mit dem canyonartigen Großen Höllental. Im Westen der Sonnleitstein, im Nordwesten der Gippel-Göller-Zug (Mürzsteger Alpen).

Den breiten, gelb und grün markierten Fadenweg durch lichten Wald und über Bergwiesen geradeaus (nordwärts) bergab zu einer Verzweigung. Rechts haltend über eine Anhöhe hinweg, danach durch einen Graben zur braunen Lacke (Große Lacke) und zum Beginn einer Forststraße. Auf ihr das steile Hochtal der Trenkwiesenschlucht nordostwärts in Kehren hinunter zu einem Wendeplatz (Denkmal). Durch die Schlucht weiter abwärts, später an ihrer rechten Begrenzungsflanke unter den Fadenwänden zur nächsten Verzweigung. Rechts von der Straße ab und auf einem guten Fußweg, an steilen Waldhängen entlang, eben nach Osten zu einer Wiese. An ihrem Oberrand durch Wald mehr nach rechts aufwärts zur Sparbacher Hütte und zur Edelweißhütte. Weiter zur Bergstation der Salamander- Sesselbahn und Talfahrt mit ihr zur Talstation in Losenheim.

Tourenüberblick:

Tourentipps, Unterkünfte und sonstige interessante Orte:

Karten:

– Kompasskarte (Blatt 210) – Wiener Hausberge (Maßstab: 1:50.000)
– Kompasskarte (Blatt 228) – Winer Hausberge, Schneeberg, Rax (Maßstab: 1:25.000)
– Freytag Berndt Wanderkarte (Blatt WK 022) – Semmering, Rax, Schneeberg (Maßstab: 1:50.000)

Diese und weitere interessante Wandertouren finden Sie in dem Buch “Wiener Wanderberge” vom Bergverlag Rother.

Quelle: Bergverlag Rother

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Schöne Bergtouren Team