Wandertour – Naturfreundehaus Neubau (2175m)

Aus dem Rother Wanderbuch “Gasteinertal” von Sepp Brandl, © Bergverlag Rother

Wandertour

Naturfreundehaus Neubau (2175m)

Stätten des ehemaligen Goldbergbaus und Gletscherschaupfad

Im Talkessel von Kolm-Saigurn werden bis in unsere Zeit nicht nur staunenswerte Mineralienschätze gefunden, hier wurde bereits vor 4000 Jahren das Tauerngold entdeckt. Hier besteht in der Zimmererhütte, einem ehemaligen Knappenhaus, eine besuchenswerte Nationalpark-Infostelle, deren Thematik im Talmuseum von Rauris ergänzt wird. Kolm-Saigurn, der Ort mit dem fremd klingenden Doppelnamen, wurde vor rund 1300 Jahren von den Slawen gegründet. Sein Name leitet sich vom mundartlichen »Kolm« (Kolben, die in den Pochwerken eingebaut waren) und »saigern« (Erz schlemmen, reinigen) her. Auf dem Naturfreundeweg von Kolm-Saigurn zum Naturfreundehaus-Neubau erhalten wir den besten Überblick über den Bergkessel. Der anschließende Tauerngold-Rundwanderweg führt uns in Verbindung mit dem Gletscherschaupfad an ehemaligen Stationen des Goldbergbaus sowie am Gletschertor des Vogelmaier-Ochsenkar-Keeses (Goldberggletscher) vorbei und verdeutlicht uns den Gletscherrückgang seit 1850.

Talort:
Kolm-Saigurn (1598 m)

Ausgangspunkt:
Parkplatz Lenzanger (1550 m), 1,4 km vor Kolm-Saigurn. Mautstraße von Bodenhaus oder Bus nach Kolm-Saigurn.

Höhenunterschied/Gehzeit:
Gut 600 m zum Naturfreundehaus-Neubau und zusätzlich ca. 300 m am Tauerngold-Rundwanderweg / 6h 30min

Anforderungen/Wegbeschaffenheit:
Gut markierte Wanderwege. Der Abstieg über den Barbarafall ist steiler als der Naturfreundesteig und zuletzt häufig nass und rutschig. Gletscherschaupfad und Tauerngold-Rundwanderweg weisen gewöhnlich bis in den Sommer Schneefelder auf und erfordern stellenweise Trittsicherheit, sind bei günstigen Bedingungen aber auch mit Kindern zu begehen (Auskunft im Neubau). Bei Nächtigung im Neubau kann die Tour auf zwei Tage verteilt werden.

Einkehrmöglichkeiten:
Naturfreundehaus (fast ganzjährig bewirtschaftet), Ammererhof (bewirtschaftet Ostern bis Ende Oktober), Naturfreundehaus-Neubau (bewirtschaftet März bis Oktober).

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Wegverlauf:
Vom Parkplatz Lenzanger gehen wir am Fahrweg nach Kolm-Saigurn, an der Straßengabelung davor aber links zum Ammererhof hinauf. Dahinter wandern wir auf Weg Nr. 119 über die Erlehenalm sowie durch einen schönen Zirben-, Fichten- und Lärchenwald auf einen Rücken, schließlich im Rechtsbogen zur Waldgrenze und über Weidehänge und einige Gräben (Lawinenreste bis in den Hochsommer) ostseitig um den Talkessel herum zum Naturfreundehaus-Neubau, wo der Tauerngold-Rundwanderweg beginnt.

Rechts vom Neubau gehen wir am Eingang des Augustinstollens vorbei und dann leicht fallend zum Bruchhof und zur Ruine des Radhauses, der Bergstation eines 1500 m langen Schrägaufzuges weiter. Von dort steigen wir zu einer Weggabelung und rechts zu einem Steg an, wo der Gletscherschaupfad mit mehreren Schautafeln beginnt. Entlang des Gletscherbaches wandern wir über den Obermayer-Felsen (2275 m) zum Fuß des Rojacher Riedel, dem höchsten Punkt des Rundweges hinauf. Nun steigen wir zum Gletschersee (Gletschertor des Vogelmaier-Ochsenkarkeeses) und am schäumenden Bach entlang zu einem Steg ab. Jenseits des Gewässers gelangen wir über eine Randmoräne und Abraumhalden zur Ruine des Knappenhauses, dem einstigen Wohn und Wirtschaftsgebäude der Bergknappen. Die Trasse einer horizontalen Schleppbahn führt uns zum Bremserhäusl (oberste Stelle des Schrägaufzuges, Umladestelle für Golderz und Versorgungsgüter), von dem es in Serpentinen zum Neubau hinabgeht.

Für den Abstieg nach Kolm-Saigurn schlagen wir den Weg Nr. 122 über den Barbarafall vor. Dieser zweigt kurz unter der Hütte von unserer Aufstiegsroute links ab, orientiert sich zunächst an großen Steinmännern und zieht sich dann als ausgetretener Pfad nach Kolm-Saigurn. Von dort geht es auf der Straße zum Lenzanger hinaus.

Tourenüberblick:

Tourentipps, Unterkünfte und sonstige interessante Orte:

Karten:

– Freytag Berndt Wanderkarte (Blatt WK 193) – Sonnblick, Großglocknerstraße, Unterpinzgau (Maßstab: 1:50.000)
– Alpenvereinskarte (Blatt 42) – Sonnblick (Maßstab: 1:25.000)
– Freytag Berndt Wanderkarte (Blatt WK 5121) – Großvenediger, Nationalpark Hohe Tauern, Krimml, Mittersill (Maßstab: 1:35.000)
– Kompasskarte (Blatt 50) – Nationalpark Hohe Tauern (Maßstab: 1:50.000)

Diese und weitere interessante Wandertouren finden Sie in dem Wanderführer “Gasteinertal” vom Bergverlag Rother.

Quelle: Bergverlag Rother

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