Bergtour – Mosermandl (2680m) und Graihorn (2221m)

Aus dem Rother Wanderbuch “Dachstein-Tauern-West” von Sepp Brandl, © Bergverlag Rother

Bergtour

Mosermandl (2680m) und Graihorn (2221m)

Schroffe Kalkburgen am Rande einer weiten Karsthochfläche

Die Tour zum Mosermandl ist eine der anspruchs- und eindrucksvollsten Touren dieses Wanderführers. Wie eine Burg überragt der Gipfel den Südrand des reich gegliederten Gasthofkares, einer Miniausgabe des Steinernen Meeres. Auf dem Weg durch die weite, z.T. unübersichtliche Karsthochfläche erleben wir großartige Landschaftsbilder, die mit dem Gipfelpanorama ihre Krönung erfahren. Das Graihorn (auch Grailhorn) bricht am Nordrand des Kares 1000 m senkrecht ins Marbachtal ab und liegt am Weg zum Mosermandl; es stellt für den Wanderer eine lohnende, vom Gasthofkar gut erreichbare und vergleichsweise bescheidene Alternative dazu dar.

Talort:
Flachauwinkl

Ausgangspunkt:
Gasthofalm beziehungsweise Tauernalm (1205 m)

Höhenunterschied/Gehzeit:
1600 m / 8h 45min

Anforderungen/Wegbeschaffenheit:
Ausreichende Sicht und stabiles Wetter, sehr gute Kondition, alpine Erfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit zwingend erforderlich. Seilsicherung am Gipfelaufbau nicht immer intakt (»schwarz«). Die Tour ist etwa ab August erst empfehlenswert, wenn die Markierungen im unübersichtlichen Karstgelände schneefrei sind. Nicht bei Nässe und Vereisung! Wesentlich kürzer und einfacher ist das Graihorn zu besteigen (»rot«).

Einkehrmöglichkeiten:
Nur am Ausgangspunkt (Gasthofalm bzw. Tauernalm).

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Wegverlauf:
Von der Gasthofalm führt ein Sträßchen (Weg 711) parallel zur Autobahn südwärts in Richtung Nordportal des Tauerntunnels und noch ein Stück weiter zu einer riesigen Kiesgrube hinauf. An ihrer Einfahrt zweigen rechts zwei Sandsträßchen ab, von denen wir das rechte, leicht fallende wählen. Es führt uns in mehreren Schleifen durch steilen Bergwald hinauf und setzt sich dann als Pfad fort, der sich zur verfallenen Oberen Gasthofalm am Rande des gleichnamigen Kares hinaufwindet. Über wellige Böden geht es am Fuß des Geißkopfes südwestwärts zu einer Wegverzweigung, an der die Route 731 in Richtung Hochbirg und auch zum Mosermandl links ausschert. Für den Aufstieg dorthin schlagen wir die Route 731 und für den Abstieg die Route 730/711 vor. Auf diese Weise können wir das Gasthofkar umrunden.

Unsere Aufstiegsroute zum Mosermandl führt am Ostrand des Kares über einen Rücken und etwas abseits einer kleinen Hütte aufs Hochbirg zu. Am Rand einer tiefen Grube springt die Spur rechts über eine Felsstufe hinauf und erreicht kurz darauf eine Wegteilung (2210 m). Zum Mosermandl beschreibt unser Pfad nun einen großen Rechtsbogen auf einen markanten Felsriegel zu, den er von rechts her angeht und dann seinem Scheitel folgt. Über die wellig aufsteigende Karsthochfläche steuern wir südwärts auf das zeitweise sichtbare Mosermandl zu. An seinem Nordfuß zieht der Steig quer durch einen ausladenden Schutthang westwärts hinüber. Wenn man die Felsaufbauten weitgehend hinter sich hat, geht es kurz in der Falllinie, dann im Rechtsbogen zu einer kaminartigen, brüchigen, aber nicht zu steilen Rinne hinauf, die mit Hilfe eines dicken Drahtseiles und einiger Steigbügel den Durchstieg ermöglicht. Zuletzt schlüpfen wir durch einen engen Felsspalt auf den Westgrat und über diesen zum Gipfel des Mosermandl.

Durch den Aufstiegskamin zurück, dann am sehr brüchigen Kamm westwärts in die Scharte vor dem Windischkopf (2460 m) hinab (bei einer Markierungsstange rechts bleiben!) und rechts davon stets auf Weg 730 über grobes Blockwerk nordwärts ins Gasthofkar hinaus, das zunehmend angenehmer zu begehen wird. An drei Wegteilungen halten wir uns jeweils rechts und umkurven den Graikopf auf z.T. schmalem Steig von der Westauf die Nordseite. Der Weg 711 läuft schließlich südlich am Graihorn vorbei – Abstecher problemlos möglich – und ostwärts über einen Rücken sowie durch Mulden zur Oberen Gasthofalm hinab und entlang der Aufstiegsroute zur Gasthofalm bzw. Tauernalm zurück.

Tourenüberblick:

Tourentipps, Unterkünfte und sonstige interessante Orte:

Karten:

– Freytag Berndt Wanderkarte (Blatt WK 103) – Pongau, Hochkönig, Saalfelden (Maßstab: 1:50.000)
– Alpenvereinskarte (Blatt 45/2) – Niedere Tauern II (Maßstab: 1:25.000)
– Alpenvereinskarte (Blatt 45/3) – Niedere Tauern III (Maßstab: 1:25.000)

Diese und weitere interessante Wandertouren finden Sie in dem Wanderführer “Dachstein-Tauern West” vom Bergverlag Rother.

Quelle: Bergverlag Rother

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