Bergtour – Salmhütte (2638m) und Glorerhütte (2642m)

Aus dem Rother Wanderbuch “Glockner-Region” von Walter Mair, © Bergverlag Rother

Bergtour

Salmhütte (2638m) und Glorerhütte (2642m)

Zu den Steinböcken im Leitertal und Ködnitztal

Die hier vorgestellten Hüttenwanderungen führen durch Kärntner und Tiroler Nationalparkgebiet und lassen sich verschieden kombinieren. Die 2828 m hohe Pfortscharte trennt die Bundesländer Kärnten und Tirol sowie das Leiter- vom Ködnitztal. Die Schutzhütten im Ködnitztal sind auch vom Lucknerhaus (1918 m) erreichbar, zu dem die 7 km lange, asphaltierte Kalser Glocknerstraße (Maut) vom Glocknerdorf Kals (1325 m) über den Ortsteil Burg heraufführt. Zwischen Lucknerhaus, Glorerhütte und Salmhütte wurde 2004 ein geomorphologischer Lehrpfad errichtet.

Talort:
Heiligenblut (1301 m)

Ausgangspunkt:
Parkplatz Zasch (1290 m), Gößnitzbachbrücke. Von Heiligenblut (Zentrum) in den Ortsteil Winkl (Hadergasse), über die Möllbrücke und am Bauhof vorbei (großes Wegkreuz). Zur Retschitzbrücke und weiter zur Wolfgangbauerkapelle, ca. 2 km. Eine für Anrainer befahrbare Straße führt noch 400 m weiter zum Parkplatz Zasch und zur nahen Brücke am Gößnitzbach. Die Variante Zasch – Lucknerhaus ist keine Rundtour, daher öffentliche Verkehrsmittel, bzw. vor Tourbeginn ein Fahrzeug am Lucknerhaus deponieren.

Höhenunterschied/Gehzeit:
1500 m / 8h 30min
Variante: Salmhütte – Ködnitztal: 580 m im Auf-, 1270 m im Abstieg;
Variante: Stüdlhütte – Glorerhütte: 130 m im Auf-, 280 m im Abstieg;

Anforderungen/Wegbeschaffenheit:
Teils hochalpines Gelände, dem angepasste Bergausrüstung, nur bei sicherem Wetter, beste Zeit Juli – September. Markiert, Tafeln.

Einkehrmöglichkeiten:
Salmhütte (2638), Glorerhütte (2642 m, geöffnet Mitte Juni – Mitte Oktober und an Wochenenden im Winter (bei Bedarf). Lucknerhaus (1918 m) am Endpunkt der Kalser Glocknerstraße (geöffnet vom 25. Dezember – Anfang November), Lucknerhütte (2241 m, geöffnet Anfang Juni – Mitte Oktober). Stüdlhütte (2802 m, geöffnet Mitte Juni – Anfang Oktober).
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Wegverlauf:
Wir beginnen unsere Hüttenwanderung in Heiligenblut-Winkl. Vom Parkplatz Zasch zur Salmhütte. Ab der Salmhütte (2638 m) bieten sich vorerst zwei Steige an. In westlicher Richtung bei sanftem Gefälle zum verästelten Leiterbach (Brücke), ca. 2493 m, 20 Min., und allmählich über eine mit Geröll geprägte Hangstufe aufwärts. Rundholztreppen und Seilversicherungen erleichtern den Aufstieg zum Unterstand am Glatzberg (2631 m) ½ Std. Diese Steigpassagen können umgangen werden, indem wir von der Salmhütte am Kehrensteig in südlicher Richtung zum Leiterbach (Brücke) absteigen (ca. 2433 m) 25 Min. Jenseits vom Bach folgen wir ebenso einem Kehrensteig auf schmalen, rasenbedeckten Hangleisten hinauf zum Unterstand am Glatzberg, 35 Min. Der weiterführende Steig schlängelt sich entlang, leicht welliger Hochtalweiden zum malerischen Oberen Glatzsee, und schließlich um einen Felsrasenriegel zur Glorerhütte am Berger Törl (2642 m) ½ Std.

Der Abstieg, bzw. Rückweg verlässt die Glorerhütte nordöstlich in das Glatztal. Im Bereich des Glatzbaches gelangen wir zur steingemauerten Berger Ochsnerhütte (2170 m) 50 Min. Nun wieder im Leitertal und links des gleichnamigen Baches zum Hüttenweg, den wir vom Aufstieg kennen. Stationen sind die Trogalm, später die Bruchetalm (1554 m) ehe wir, teils ziemlich steil und nah am Gößnitz-Wasserfall vorbei, den Parkplatz Zasch (1290 m) erreichen. (Ca. 3¼ Std. von der Glorerhütte).

Eine lohnende Variante (1) ab der Salmhütte stellt der Übergang über die Pfortscharte ins Ködnitztal dar. Wir steigen von der Salmhütte in westlicher Richtung ca. 60 m hinab zum Leiterbach, dessen verästelte Arme silbern auf erdigem Grund schimmern. Im Aufstieg wird ein Kammast der Langen Wand nach links (südlich) umschritten, ehe wir auf einer steilen, nach oben enger werdenden Blockriese zur Pfortscharte (2828 m) kommen (1 Std.; Standplatz der Steinböcke. Hier bietet sich für Schwindelfreie die luftige Grattour auf die Lange Wand an (3088 m) ¾ Std.). Von der Pfortscharte führt ein Kehrensteig hinab in die steinübersäte, breite Bucht im Pfortwinkel, wo anschließend eine von der Langen Wand südwestlich abstreichende Hangkante überschritten wird. In fast nördlicher Richtung folgen wir der neuen und etwas höher führenden Route des Johann-Stüdl-Weges, der später die zur Adlersruhe führende Materialseilbahn unterläuft. Mit etwas Aufstieg auf grün durchsprenkelten Schutthängen und Rasenrücken übersetzen wir die vom Ködnitzkees abfließenden, milchtrüben Gletscherbäche und erreichen schließlich, westlich schwenkend, die Stüdlhütte auf der Fanatscharte ((2802 m) 1½ Std. von der Pfortscharte).

Zum Lucknerhaus führt uns ein Kehrensteig südöstlich hinab auf die sogenannten Viehböden (2550 m). Anschließend folgen wir dem teils erdigen und streckenweise felsgesäumten Steig über eine markante Talstufe abwärts, an deren Fuß wir den Ködnitzbach überschreiten und links von ihm zur Lucknerhütte kommen (2241 m) 1½ Std. Über eine weitere Talstufe ist das Lucknerhaus am vorderen Ende des Trogtales auf einem bequemen, abschließend fast ebenen Weg erreichbar, 1 Std. Hinab nach Kals oder hinauf zur Glorerhütte am Berger Törl und wieder zurück nach Heiligenblut durchs Leitertal.

Über eine weitere Variante (2) lässt sich die Stüdlhütte mit der Glorerhütte verbinden. Diese Etappe ist nur bei schneefreier Jahreszeit ratsam und setzt bei Tafeln nördlich der Stüdlhütte an. In östlicher Richtung überschreiten wir Gletscherbäche, später grüne Rasenrücken und Schutthänge, ehe etwas Abstieg erforderlich ist. Der Steig unterläuft die zur Adlersruhe führende Materialseilbahn und verbindet etwas später mit der alten Route des Johann-Stüdl-Weges. Nach insgesamt 1 Std. erreichen wir eine von der Langen Wand südwestlich abgleitende Hangkante, nach der wir die Steigteilung in der steinübersäten Bucht im Pfortwinkel erreichen.

Der Steigabschnitt zum Medelsattel verlangt Tritt sicherheit und quert den zerfurchten Westhang der Glatzschneid. Ein wackeliges Holzbrett hilft über eine Felsstelle und Seilsicherungen entschärfen abschüssige Schrofenfluchten, Rinnen und Gräben. Zum Medelsattel (2676 m) ist noch ein Aufstieg notwendig, ehe die alpine Wanderung im Bergwiesengelände bei der Glorerhütte ausklingt, 1¼ – 1½ Std. vom Pfortwinkel. Zurück nach Heiligenblut geht’s dann hinab durchs Glatz- und Leitertal.

Tourenüberblick:

Tourentipps, Unterkünfte und sonstige interessante Orte:

Karten:

– Alpenvereinskarte (Blatt 40) – Glocknergruppe (Maßstab: 1:25.000)
– Kompasskarte (Blatt 50) – Nationalpark Hohe Tauern (Maßstab: 1:50.000)
– Kompasskarte (Blatt 40) – Gasteiner Tal, Goldberggruppe (Maßstab: 1:50.000)

Diese und weitere interessante Wandertouren finden Sie in dem Buch “Rother Wanderführer – Glockner-Region” vom Bergverlag Rother.

Quelle: Bergverlag Rother

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Schöne Bergtouren Team