Bergtour – Über den Gufelstock (2436m) zum Ober Murgsee

Aus dem Rother Wanderführer “Glarnerland” von Ulrich Tubbesing, © Bergverlag Rother

Bergtour

Über den Gufelstock (2436m) zum Ober Murgsee

Ein Gipfel, ein Bergsee und zwei Pässe

An der Nahtstelle von Flumser Bergen und Glarnerland liegt tief zwischen den Gipfelkämmen eingebettet der Murgsee-Kessel. Er bildet ein sehr beliebtes Ausflugsziel, an dem aus allen Richtungen die Routen zusammenlaufen. Weit sind die Zuwege, namentlich jene, die ganz unten, im Linthtal, ihren Ausgang nehmen. Wer sich den Strapazen gewachsen fühlt, der starte in Schwanden, wandere durch die verschiedenen Vegetationszonen empor zum aussichtsreichen Gufelstock, suche sich in steinreicher Landschaft den Abstieg zum Murgsee, nächtige in der Fischerhütte, nehme den Rückweg übers Widersteiner Furggel nach Engi und kehre im Sernftal nach Schwanden zurück – eine großartige Rundtour.

Talort:

Schwanden (521 m) Bahnhof.

Höhenunterschied/Gehzeit:
2108 m / 10h

Markierungen:
Gelbe Wegtafeln, rot-weiß.

Anforderungen/Wegbeschaffenheit:
Ausdauer, Orientierungssinn, niemals bei Nebel.

Einkehrmöglichkeiten:

Berggasthaus Fischerhütte (Murgseehütte) am Murgsee, 65 Plätze, Juni bis Oktober offen.

Tipp:

Die Benutzung der Äugstenbahn (1499 m) für den Aufstieg bis Ober Fessis erspart 2 Stunden, Rückfahrt dann mit SBB von Schwanden bis Ennenda.

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Wegverlauf:

Am Bahnhof Schwanden zeigt der vielarmige Wegweiser, wo es langgeht: Zunächst neben der Autostraße in den sonnenverwöhnten Weiler Sool, dann durch Obersool zur Gabelung unter dem Burghügel der Ruine Sola. Ein kurzer Abstecher zeigt die Mauerreste der im 13. Jh. abgetragenen Burg. Zurück an der Wegkreuzung wählt man scharf rechts den mit Ächseli bezeichneten Waldweg. Wenn die Route später links abzweigt, wird es anstrengend. Steil schlängelt sich ein Wurzelpfad zwischen Felsblöcken empor zur Krete und folgt ihr über die Lichtungen des niedergeworfenen Hochwaldes zur Hütte von Ächseli (1410 m). Mit Blick auf Tödi, Glärnisch und das Linthtal lässt es sich neben einem munter plätschernden Brunnen gut rasten.

Während der linke Weg die Verbindung zur Seilbahnstation Äugsten herstellt, taucht der rechte Weg erneut in den Wald ein, quert einen Hang und wendet sich dann links in engen Kehren, vorbei an den Hütten von Chüewald, der Alp Ober Fessis (1849 m) zu. Dort gabelt sich die Murgseeroute. Eine Variante ist mit Schwarzstöckli ausgeschildert, die andere mit Gufelstock. Letztere folgt den Markierungspfählen über welliges Alpgelände zur Hangstufe »Bi den Seelenen« (2170 m). Sehr hübsch liegen die verträumten Seeaugen vor einer grandiosen Hochgebirgskulisse. Leider verlieren sich an dieser Stelle die Markierungen, aber über den richtigen Routenverlauf kann kein Zweifel bestehen: An den ersten beiden Seeaugen jeweils links entlang, dann links dicht neben dem Bach aufwärts zum dritten See, dann links um ihn herum zu einem begrünten Buckel. In seiner Flanke gewinnt man rechts die schieferschuttbedeckte Hochfläche, quert diese zum flachen Sattel und ersteigt auf ausgeprägtem Kammrücken den Gipfel des Gufelstocks (2436 m). Er ist die höchste Erhebung im Winkel von Sernf und Linth und bietet demzufolge ein weites Panorama.

Über seinen anfangs breiten Nordgrat verlässt man den Gufelstock, bis rechts unten die Murgseen sichtbar werden. Eine mäßig geneigte Schuttflanke leitet rechts hinab zur ebenen Hangterrasse von Walenfessis. Nordostwärts geht es durch Mulden und Karrenfelder, bis man auf die Markierung der vom Schwarzstöckli herabkommenden Route stößt. Ihr folgt man rechts hinab zur zentralen Murgseefurggel (1985 m) und erreicht in einigen Kehren den blau schimmernden Ober Murgsee (1820 m). Ein lauschiger Uferweg bringt zur Murgseehütte (oder Fischerhütte). Das Berggasthaus ist bekannt für seine Fischspezialitäten und bietet Schlafplätze für 65 Personen. Ein idealer Übernachtungsplaz für diejenigen, die die ganze Runde gehen wollen.

Der zweite Teil der Tour beginnt mit dem moderaten Gegenanstieg in die Widersteiner Furggel (2013 m) und dem jenseitigen Abstieg zum Widersteiner Hüttli am Felsblock. In vielen Zickzacks windet sich der Weg allmählich hinab in den stimmungsvollen Talgrund von Üblital (1190 m). Neben dem mächtig tosenden Mülibach verläuft die Wanderroute talauswärts nach Engi (772 m). Von hier verkehrt der Bus. Wer zu Fuß den Kreis schließen möchte, wandert mit 250 m Gegenanstieg parallel zur Sernf auf dem Suworow- Weg nach Schwanden zurück.

Tourenüberblick:

Tourentipps, Unterkünfte und sonstige interessante Orte:

Karten:

– Swisstopo (Blatt 1154) – Spitzmeilen (Maßstab: 1:25.000)
– Swisstopo (Blatt 237T) – Walenstadt (Maßstab: 1:50.000)
– Swisstopo (Blatt 247T) – Sardona (Maßstab: 1:50.000)

Diese und weitere interessante Wandertouren finden Sie in dem Wanderführer “Glarnerland” vom Bergverlag Rother.

Quelle: Bergverlag Rother

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