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Hurtigruten – Der abenteuerliche Beginn einer Norwegen Kreuzfahrt…

Hurtigruten - MS Nordnorge
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Erster Teil unserer Hurtigruten Reise

Alesund mit seinem Hafen und Häusern in Jugendstilarchitektur erstreckte sich unterhalb von uns. Wir genossen gerade das Panorama vom Aksla, dem Hausberg von Alesund. Dunkle Regenwolken und das Himmelblau stritten um ihren Platz am Himmel. Das Novemberwetter war erstaunlicherweise noch relativ angenehm hier oben in Norwegen. Es war Mittag und unten im Hafen von Alesund lief gerade das Hurtigruten Schiff die “MS Nordlys” ein. Unser Postschiff traf endlich ein, seit gestern wären wir eigentlich schon Gäste von Hurtigruten Reisen gewesen, aber unsere Anreise verlief etwas anders als gedacht.

Hurtigruten ist norwegisch für “die schnelle Route” und bezeichnet die traditionelle norwegische Postschifflinie, welche seit 1893 die Orte der über 2700 Kilometer langen norwegischen Küste verbindet. 11 Hurtigruten Schiffe befinden sich immer im Dienst an der Küste Norwegens und werden gleichzeitig als Fracht-, Passagier- und Kreuzfahrtschiff genutzt. Die Schiffspositionen der Hurtigruten kann man übrigens jederzeit auf einer Übersichtkarte einsehen. Knapp 6 ½ Tage benötigen die Schiffe für die Strecke zwischen Bergen und Kirkenes. Im Jahre 1984 wurde der eigentliche Postverkehr eingestellt.

Das Image von Hurtigruten ist ja seit Jahrzehnten eingefahren… Best Ager welche den ganzen Tag an Bord sitzend aus den Fenstern blicken, deren Hauptbeschäftigung die Nahrungsaufnahme bei den Mahlzeiten ist. Während der längeren Aufenthalte werden sie durch Hafenorte geführt oder sitzen bei irgendeinem Ausflug im Bus, um an einem touristischen Punkt wieder herausgelassen zu werden und dann wieder zum nächsten Ort zu fahren.

Hurtigruten - Blick auf Alesund

Blick vom Hausberg Aksla auf Alesund – Foto: Mario Hübner

 

Die meisten Jüngeren werden von dieser Vorstellung natürlich eher abgeschreckt und um die Zielgruppe zu erweitern und auch die jüngeren Generationen als Kunden zu gewinnen, wurden ein neues Expeditionsprogramm ins Leben gerufen. Dieses Expeditionsprogramm ist es, was uns letztendlich neugierig auf eine Reise mit einem der Hurtigruten Schiffe gemacht hat. Auf der MS Nordlys, der MS Nordnorge und der MS Nordkapp fahren die neuen Expeditionsteams bereits mit und ab April 2017 sind auch die MS Kong Harald, MS Polarlys und die MS Richard With als Expeditionsschiffe mit Expeditionsteam an der norwegischen Küste unterwegs.

Ziel ist es den aktiven Urlaubern, Themen und Möglichkeiten anzubieten, wo sie gefordert werden und was für Sie von Interesse ist. Wanderausflüge, Vorträge, Erzählungen von Einheimischen oder Professoren über das Meer, Natur, Kultur und Geschichte Norwegens. Abendliche Treffen mit den Expeditionsteams finden statt, wo man sich austauschen kann und sieht und hört, was am jeweiligen Tag erlebt wurde.

Hurtigruten - Blick vom Aksala Berg

Blick vom Aksala Berg – Foto: Mario Hübner

 

Neu sind auch Workshops zu folkloristischen Tänzen, Buchvorlesungen, Treffen auf dem Außendeck, wenn interessante Punkte auf der Hurtigruten Fahrtroute passiert werden, um den interessierten Gästen weiteres Wissen zu vermitteln. Ein komplett neues, aktives Unterhaltungsprogramm für aktive Passagiere entwickelt sich. Auf unserer Fahrt mit der MS Nordlys ist zum zweiten Mal überhaupt, eines der neuen Expeditionsteams mit an Bord.

Während dieser inoffiziellen Fahrten werden mögliche Wanderausflüge erkundet, Geschichten sowie Themen entworfen und gemeinsam verbessert, das Feedback der Gäste mit eingearbeitet um ab der Frühjahrssaison 2016 offiziell die Anwesenheit und Aktivitäten der Expeditionsteams auf 3 Hurtigruten Schiffen (ab April 2017 auf 6 Schiffen) anbieten zu können. Das Konzept ist interessant und wir sind gespannt wie sich das Image der Hurtigruten Reisen in der Zukunft wandeln wird.

Hurtigruten - Blick auf Alesund

Blick vom Hausberg Aksla auf Alesund – Foto: Mario Hübner

 

Das Novemberwetter in Europa hatte uns gestern einen Strich durch unsere Reisepläne gemacht. Viele Flughäfen waren für Stunden geschlossen und die Flüge starteten verspätet oder gar nicht. Wir landeten mit Verspätung in Oslo und erreichten nicht mehr unseren geplanten Verbindungsflug nach Bergen. Nach unserer eigenen Schätzung würden wir gegen 23 Uhr den Hafen von Bergen erreichen, knapp 30 Minuten nach Ablegen des Hurtigruten Schiffes “MS Nordlys”.

Wir kontaktierten die offizielle Servicehotline von Hurtigruten und nahmen dann den nächsten Flug nach Bergen. Unsere Anspannung stieg und nach unserer Ankunft am Flughafen von Bergen, fuhren mit einem Taxi schnellstens zum Hafen von Bergen. Es war 23 Uhr, also knapp 30 Minuten nach offizieller Abfahrtszeit und wir sahen nichts. Keine MS Nordlys, das Abfahrtsterminal hatte geschlossen, nur noch die nächtliche Notbeleuchtung tauchte das Terminalgebäude in ein geisterhaftes Licht.

Hurtigruten - Innenstadt von Alesund

Innenstadt von Alesund – Foto: Mario Hübner

 

Die ganze Hektik, das Telefonieren hatte nichts genützt und so waren wir in Bergen gestrandet. Unser Taxifahrer wartete freundlicherweise auf uns. Wir kontaktierten die Servicehotline von Hurtigruten erneut, mit der Information das wir jetzt am geschlossenenn Hurtigruten Abfahrtsterminal von Bergen wären. Die Mitarbeiterin bat uns um einige Minuten Geduld, es würde uns jemand zurückrufen. Während wir auf den Anruf warteten, ging uns die ganzen Ereignisse des Tages wieder durch den Kopf.

Schließlich klingelte unser Handy. Hurtigruten hatte für uns, in der Nähe des Flughafens von Bergen, ein Hotelzimmer gebucht. Morgen früh würden wir gegen 7 Uhr von Bergen nach Alesund fliegen, um im Hafen von Alesund endlich an Bord des Hurtigruten Postschiffes “MS Nordlys” zu gehen. Nach einer sehr kurzen Nacht, saßen wir nun bei einem kleinen Frühstück am Flughafen Bergen.

Hurtigruten - Innenstadt von Alesund

Innenstadt von Alesund – Foto: Mario Hübner

 

Pünktlich startete unser kurzer Flug nach Alesund. An Bord der Maschine befanden sich hauptsächlich Geschäftsreisende und einige, wenige Touristen. Nach unserer Ankunft am Flughafen in Alesund schauten wir uns nach einer Möglichkeit um, wie wir in das einige Kilometer entfernte Alesund gelangen könnten. Ein Bus ging erst in etwa 2 Stunden. Die 2-3 Taxen welche vor dem Flughafen gestanden hatten, waren schon weg.

Wir reihten uns in die lange Passagierschlange bei den Taxis ein und kamen mit einem Paar ins Gespräch, welches es gestern auch nicht mehr pünktlich nach Bergen geschafft hatte und zusätzlich war noch ihr aufgegebenes Gepäck verschollen. So lernten wir die ersten Mitreisenden unserer Norwegen Kreuzfahrt kennen. Die Taxis fuhren ihre Gäste nach Alesund und kamen dann wieder zum Flughafen. Endlich waren wir an der Reihe und teilten uns mit dem Pärchen das Taxi nach Alesund.

Hurtigruten - Möwe in Alesund

Möwe in Alesund – Foto: Mario Hübner

 

Knapp 30 Minuten später erreichten wir das Stadtzentrum von Alesund. Unser Gepäck konnten wir freundlicherweise in der Tourismusinformation von Alesund abstellen. Anschließend erkundeten wir Alesund, erklommen den Aksla, den Hausberg von Alesund. Hier oben standen wir nun im Wind, genossen das Panorama über Alesund, den Hafen und die Bucht, während unten unser ersehntes Hurtigruten Schiff im Hafen einlief.

Was für ein abenteuerlicher Start unserer Schiffsreise in Norwegen. Gespannt blickten wir hinunter auf die MS Nordlys und fragten uns: Was für Abenteuer würden uns noch auf dieser Kreuzfahrt in den Norden erwarten? Knappe 3 Stunden hatten wir noch Zeit, bevor die MS Nordlys gegen 15 Uhr ablegen würde. Einige Kleinigkeiten aus einem Supermarkt, ein Rundgang auf der Mole und dann begaben wir uns auf die MS Nordlys, während uns viele Passagiere in den bunten Wetterjacken, bekannter Outdoorfirmen entgegenkamen.

Hurtigruten - Aksala Berg in Alesund

Der Aksala Berg über Alesund – Foto: Mario Hübner

 

Ein kurzes Einchecken und wir nahmen unsere Kabine in Besitz. Sie lag auf dem fünften Deck vorne auf Steuerbordseite, nur einige Meter neben einem Ausgang zum Außendeck. Ideal zum Fotografieren und schnellen Hinauslaufen. Die nächsten 11 Tage würden wir an Bord des Hurtigruten Schiffs sein und auf der Nordroute hinauf bis nach Kirkenes an der russischen Grenze fahren und anschließend auf der Südroute bis nach Bergen. Genügend Zeit uns mit dem Flair von Hurtigruten Reisen vertraut zu machen.

Pünktlich legte die MS Nordlys in Alesund ab. Warm angezogen beobachten wir die Ausfahrt vom hinteren Außendeck. Die Flagge des Postschiffes wehte kräftig im Fahrtwind, Alesund wurde immer kleiner und schließlich begaben wir uns unter Deck. Vieles Neues an Bord galt es zu erforschen und zu entdecken. Die Abenddämmerung kam schnell und die MS Nordlys steuerte gegen 17 Uhr in den Romsdalsfjord. Durch das bewölkte Wetter und die Dunkelheit nahmen wir leider nicht viel von den Romsdalalpen wahr.

Hurtigruten - Ausfahrt von Alesund

Wir lassen den Hafen von Alesund hinter uns – Foto: Mario Hübner

 

Um 17:30 Uhr gesellten wir uns zum täglichen Treffen des Expeditionsteams der MS Nordlys. Gegen 18 Uhr erreichten unser Schiff den Hafen von Molde. Bei einem vorzüglichen Abendessen lernten wir die Atmosphäre einer Reise auf den norwegischen Postschiffen kennen. Ein reichhaltiges Angebot an frischen regionalen Gerichten. Liebhaber von Fisch und Krabben kommen bei einer Hurtigruten Reise voll auf ihre Kosten. Vegane Gäste oder Fleischfans werden jedoch in keiner Weise benachteiligt. Die Ankunft in Kristiansund erlebten wir nur in unseren tiefen Träumen beim Schlafen.

Hurtigruten - Norwegische Küste

Die Abenddämmerung kommt schnell – Foto: Mario Hübner

 

Hier könnt ihr lesen, was bei unserer Schiffsreise in Norwegen noch geschah:

In Kürze…

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Tourentipps, Unterkünfte und sonstige interessante Orte:

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Reiseinfos:

Anreise mit dem Flugzeug: 
Bergen, Trondheim, Tromsø und Kirkenes sind die Hurtigruten Häfen, welche in der Nähe einen Flughafen haben und somit auch über einen Zwischenstopp auf dem Flughafen von Oslo erreicht werden können.

Die Recherche erfolgte mit freundlicher Unterstützung

von Hurtigruten.

Text & Bilder: Mario Hübner

Reiseführer, Wanderführer und Wanderkarten:

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11 Kommentare

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Anke 14. Dezember 2016 - 19:44

hallo mario – eine Traumreise von mir 🙂 Norwegen will ich eh irgendwann mal sehen! Aber erst muss ich meinen Gatten überzeugen. Und wenn, dann auf jeden Fall mal mit dem Schiff! LG Anke

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Monika and Petar Fuchs 14. Dezember 2016 - 20:27

Das erinnert mich sehr an meine vielen Reisen in Alaska und im Yukon. Auch dort bestimmte das Wetter oft den Ablauf der Reise. Das ist es, was ich an diesen Reisen immer so mochte – in diesen Breiten hat der Mensch oft nicht so das Sagen. Da bestimmt oft noch die Natur, wie eine Reise abläuft. Ein toller Bericht, der Lust auf eine Reise in den Norden weckt.

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Katja vom WellSpa-Portal 15. Dezember 2016 - 15:57

Hallo Mario,
das sind traumhaft schöne Erinnerungen, die du mit uns teilst. Sie machen Lust auf eine Reise in den hohen Norden.
Ich muss jetzt aber erstmal die weiteren Reisetage bei euch lesen 🙂
Viele Grüße
Katja

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Gina 16. Dezember 2016 - 05:42

Hallo Mario,

Hurtigruten ist schon lange ein Traum von mir. Wie schön, dass es jetzt auch die Angebote für aktive Reisende gibt. Ein Grund mehr, die Reise auf einen der vorderen Plätze der bucket-list zu setzen.
Die Anreise war sicher sehr nervenaufreibend. Gut zu wissen, dass Hurtigruten dann so guten Service bietet.

Liebe Grüße aus Thailand
Gina

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Susanne 16. Dezember 2016 - 07:45

Hallo Mario,
ein toll geschriebener Einstieg in eine tolle Reise. Hut ab davor, dass ihr im November, in einer wirklich bescheidenen Jahreszeit, diese Reise unternommen habt.
Deine Einstiegsbemerkung mit den Best Age Passagieren finde ich klasse. Genau so habe ich mir das vorgestellt und beschlossen noch 10 Jahre zu warten. Aber wenn das Angebot nun etwas aufgepeppt ist…

Viele Grüße, Susanne

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Claudia Braunstein 19. Dezember 2016 - 16:48

Irgendwann möchte ich einmal diese Strecke mit dem Schiff abfahren. Schöne Eindrücke vermitteln die Bilder. Vor allem von oben. Liebe Grüße, claudia

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Nina 19. Dezember 2016 - 21:12

Wow, was für ein Start in eure Kreuzfahrt. Ich kann mir so gut vorstellen, wie ihr am verlassenen Terminal standet und wahrscheinlich durcheinander wart von Ärger, Verzweiflung, Traurigkeit und Verwirrtheit. So wäre es mir zumindest gegangen. Bin gespannt, wie euer Reisebericht weitergeht.

Ãœbrigens: Ich bin begeistert von euren Bildern. Die sind echt wunderschön!

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Anita 22. Dezember 2016 - 20:30

Ich habe schon so viel über die Hurtigruten gelesen, die Bilder von euch tragen ihr übriges dazu bei, dass mir das total gefallen würde. Norwegen so zu erkunden wäre wirklich toll. Und als Thirty-Something kann man sich auch mit Best-Ager-Passagieren sehr gut arrangieren. Immer noch besser als kreischende Kids 😛 Liebe Grüße aus Kärnten, Anita

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Daniela 26. Dezember 2016 - 12:17

Puh, bei diesem Beginn der Reise habt ihr euch aber auch ein bisschen Erholung verdient. 😉 Von den Hurtigruten habe ich auch schon gehört, habe das bisher allerdings auch mit gemütlichen Ausflügen der Best Ager in Verbindung gebracht. Was ja auch nicht schlecht ist. Umso schöner, wenn sie jetzt auch weitere Zielgruppen bedienen wollen. So eine Tour klingt auf jeden Fall spannend. Wenn da nur nicht meine Abneigung gegen Schiffe wäre… 😀

LG Daniela

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Barbara 30. Dezember 2016 - 03:03

Für sehr alte Reisende klingt das zu abenteuerlich, fürchte ich… 😉

Zum Glück habt Ihr es dann doch noch geschafft, aber das war natürlich anstrengend und zehrte an den Nerven. Ich kenne übrigens auch junge Leute, die schon mit Hurtigruten gefahren sind, oft aber nur Teilstrecken.

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Jessica 1. Januar 2017 - 21:50

Hurtigruten habe ich bis dato immer mit den langweiligen Schiffsreisen, die man so in Frauenmagazinen findet in Verbindung gesetzt. Gut, dass ich nun eines besseren belehrt wurde.

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