Schneeschuhtour – Rehleitenkopf (1337m)

Aus dem Rother Schneeschuhführer “Münchner Berge” von Evamaria Wecker, © Bergverlag Rother

Schneeschuhtour

Rehleitenkopf (1337m)

Wintermärchen zwischen Bichlersee und Hoher Asten

Der Rehleitenkopf versteckt sich gleich zweimal: zuerst südlich vom Großen Riesenkopf, den er dann aber um vorwitzige zwei Meter überragt, und dann so gekonnt hinter einem finsteren Waldstreifen, dass Ortsunkundige oft viel zu früh umkehren. Dabei ist der Gipfel ein wahrer Knüller: ein spitzer Felszahn, den wir nur über einen schmalen Schneegrat erreichen, eine Hochtour in Miniaturausführung, nicht einmal fünf Minuten dauert der spannende Weg. Nur wenig tiefer warten die Astenhöfe auf uns, die höchstgelegenen ganzjährig bewohnten Bauernhöfe Deutschlands. Die schönen alten Gebäude stehen unter Denkmalschutz, und zu unserer großen Freude wird ein Hof nebenbei als Gasthaus betrieben. So gelangen wir in den Genuss einer wunderschönen alten, holzgetäfelten Stube, in der uns Köstlichkeiten aus der eigenen Landwirtschaft serviert werden.

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Ausgangspunkt:
Großer Parkplatz (789 m), an der Sudelfeldstraße oberhalb des Gasthauses »Zum Feurigen Tatzelwurm«.

Verkehrsmittel:
Mit der DB nach Brannenburg, dann mit der Wendelsteinringlinie (nur zwei Kurse am Tag) zur Hst. Abzweigung Tatzelwurm.

Höhenunterschied/Gehzeit:
600 Hm / 5h 45min

Anforderungen/Wegbeschaffenheit:
Leichte Schneeschuhtour, nur am Bichlersee eine kurze, anspruchsvolle Passage. Die letzten Meter auf den Rehleitenkopf sind schwierig.

Orientierung:
Rund um den Bichlersee ohne Spuren schwierig, am Rehleitenkopf wieder einfacher, allerdings sind nicht immer Spuren vorhanden.

Exposition:
West, Süd und Ost.

Lawinengefahr:
Selten lawinengefährdet.

Einkehrmöglichkeiten:
Hohe Asten (1104 m), Fr Ruhetag.

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Wegverlauf:
Vom Parkplatz gehen wir etwa 100 m auf der Straße Richtung Tatzelwurm bis zur Kehre, in der eine nicht geräumte Forststraße abzweigt. Wir folgen ihr durch den Wald bis zu ihrem Ende auf einer Lichtung oberhalb des Gehöfts Zeisach. Auf einer gut erkennbaren Wegspur gehen wir Richtung Osten wieder in den Wald bis zu einem Haus, an dem der deutliche Weg endet. Unmittelbar nach dem Haus überqueren wir einen kleinen Bach und gehen in nordöstlicher Richtung durch dichten Hochwald weiter, einzelne verwaschene Markierungen an den Bäumen helfen bei der Wegsuche. Kurz nachdem rechts ein Weg abgezweigt ist, kommen wir zum tief verschneiten Bichlersee (955 m). Unser Weg führt links am See entlang und wieder in den Wald. Nun folgt eine kurze, etwas heikle Passage: Wir queren ansteigend einen steilen Waldhang (Achtung auf Schneerutsche) zu einem Felsen. Hier wird der Weg kurzzeitig enger, ein Drahtseil hilft über diese ausgesetzte Stelle hinweg. Nun wieder in leichtem Gelände wandern wir in einem großen Linksbogen zu einer Lichtung mit Wegweiser zur Hohen Asten. Wir gehen westlich an der Bichler Alm vorbei und entlang eines Stockhangs wieder in den Wald. Nach einer weiteren Lichtung mit herrlichem Blick zum Heuberg passieren wir das nächste Waldstück, kommen zu einer welligen Hochfläche, gehen an einer kleinen Felsnase vorbei und erreichen die Klammalm (1140 m), die in tiefem Winterschlaf liegt. Hier beginnt ein breiter Weg, der durch eine schöne Waldschneise und über einen bewaldeten Sattel zu einem Forstweg führt, der von der Sudelfeldstraße heraufkommt (Abstiegsmöglichkeit). Auf ihm wandern wir geradeaus, verlassen ihn bei der nächsten Wegteilung nach rechts und gelangen an den Rand einer Lichtung. Hier teilen sich erneut die Wege: Links geht es zum Rehleitenkopf, rechts direkt zur Hohen Asten. Wir nehmen den linken Weg, steigen in einem Linksbogen bergauf in den Wald und queren ansteigend nach Westen bis zum Waldrand. Über den folgenden, steileren Hang steigen wir auf zum weiten Gipfelplateau. An seinem nördlichen Rand leitet uns ein Zaunüberstieg in den dichten Wald, den wir nach Norden durchqueren. Wieder im Freien reckt sich vor uns der Felsen des Rehleitenkopfes in den Himmel. Wir deponieren unsere Schneeschuhe am Waldrand und gehen zu Fuß über den schmalen Grat und die letzten steilen Meter hinauf zum Gipfelkreuz.

Zurück am Gipfelplateau wenden wir uns nach links zu einer kleinen Baumgruppe, queren südlich unter den Bäumen hindurch und gewinnen einen flachen Rücken, dem wir nach Nordosten über eine Kuppe in den Wald folgen. Leicht nach links haltend steigen wir ab bis auf 1160 m, wo wir auf eine nicht geräumte Forststraße treffen. Dieser folgen wir kurz nach rechts und queren auf die Südseite des Rehleitenkopfes zur Hohen Asten (1104 m). Vom Gasthaus wandern wir über freie Wiesenhänge in südwestlicher Richtung, bis wir auf unseren Aufstiegsweg treffen. Auf dem Forstweg wandern wir zurück, bis wir nach rechts zur Sudelfeldstraße absteigen können (Wegweiser), die wir 800 m nördlich unseres Ausgangspunktes erreichen. Nach links, der Straße entlang zum Parkplatz.

Tourenüberblick:

Tourentipps, Unterkünfte und sonstige interessante Orte:

Karten:

– Karte Bayerisches Landesvermessungsamt  – Mangfallgebirge, Tegernsee, Schliersee, Rosenheim (Maßstab: 1:50.000)
– Alpenvereinskarte (Blatt BY 16) – Mangfallgebirge Ost, Wendelstein, Großer Traithen (Maßstab: 1:25.000)
– Kompasskarte (Blatt 8) – Tegernsee, Schliersee, Wendelstein (Maßstab: 1:50.000)
– Freytag & Berndt Wanderkarte (Blatt WK 06) – Tegernsee, Schliersee, Wendelstein (Maßstab: 1:50.000)

Weitere interessante Schneeschuhtouren für die Region finden Sie in dem Schneeschuhführer “Münchner Berge” vom Bergverlag Rother.

Quelle: Bergverlag Rother

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Schöne Bergtouren Team