Wandertour – Heimgarten (1790m)

Aus dem Rother Wanderbuch “Mit Bahn und Bus in die Münchner Berge” von Antje Sommer / Gerhild Abler, © Bergverlag Rother

Wandertour

Heimgarten (1790 m)

Auf den Wächter des Werdenfelser Landes

Diese klassische Überschreitung ist ein echtes Highlight und führt uns auf durchwegs schönen Steigen abwechslungsreich vom Walchensee ins Loisachtal. Der Walchensee erfreut sich bei Surfern wegen seiner Windverhältnisse und bei Tauchern aufgrund seines klaren, tiefen Wassers großer Beliebtheit. Sein Wasser wird seit 1924 vom Kraftwerk Walchensee im 200 Meter tiefer gelegenen Kochel zur Stromgewinnung genutzt. Unser Aufstieg erfolgt über einen äußerst reizvollen Steig mit zunehmend freier werdenden Blicken auf den türkisfarbenen Walchensee, in die Südabhänge des Heimgartenmassivs und auf die umliegende Bergwelt. An der Hütte kurz unterhalb des Gipfels und auf dem Gipfel selbst kann es an schönen Tagen durchaus lebhaft zugehen, denn viele Wanderer kommen über den Grat vom Herzogstand her über. In dem Moment, in dem wir den aussichtsreichen Gipfel hinter uns lassen, wird es wieder ruhiger. Unser Abstieg verläuft auf einem wieder sehr schönen Steig, der im unteren Teil wildromantisch an einem Bach entlangführt.

Bayerische Voralpen - Walchensee

Traumhaftes Wetter am Walchensee in den Bayerischen Voralpen. Links der Herzogstand (mit 1.731 m Höhe) – Foto: Mario Hübner

 

Ausgangspunkt:
Bushaltestelle Herzogstandbahn am Walchensee (804 m).

Anfahrt:
Mit dem Zug von München Hbf (Halt auch in München-Pasing) Richtung Garmisch-Partenkirchen bis Tutzing (hierher alternativ auch mit der S-Bahn). Umsteigen in die Regionalbahn nach Kochel. Von Kochel mit dem Oberbayernbus
(Nr. 9608) Richtung Wallgau / Mittenwald / Garmisch-Partenkirchen bis Walchensee Herzogstandbahn.

Endpunkt:
Bahnhof Ohlstadt (636 m)

Rückfahrt:
Zugverbindung nach München Hbf (Halt auch in Tutzing und München- Pasing).

Höhenunterschied/Gehzeit:
1070 m im Aufstieg, 1240 m im Abstieg / 5h 50min

Anforderungen/Wegbeschaffenheit:
Problemlose Steige; nur der Abstieg erfolgt im zweiten Teil auf einem ausgewaschenen, leicht rutschigen Weg. Etwas Trittsicherheit nötig.

Einkehrmöglichkeiten:
Heimgartenhütte (1785 m)

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Wegverlauf:
Von der Bushaltestelle an der Talstation der Herzogstandbahn (804 m) gehen wir noch gut 50 Meter in Fahrtrichtung an der Hauptstraße entlang, biegen dann rechts in ein Sträßchen ab und halten uns an der Gabelung wiederum rechts. Kurz darauf geht das Sträßchen in einen Forstweg über, dem wir an einem Bach entlang durch den Wald folgen. Der Weg wird schmaler und steigt an. Bald darauf treffen wir auf einen quer verlaufenden Weg, der uns nach rechts über einen Bach führt. Wir ignorieren eine Linksabzweigung und folgen kurz darauf an einem Schild dem Weg nach links bergauf. Nun geht es auf einem wunderschön angelegten Steig, teilweise über Stufen, teilweise in Kehren, steil auf einen Rücken hinauf. Immer wieder haben wir dabei einen herrlichen Ausblick auf den Walchensee. Dann steigt der Weg nur noch leicht an, bis er schließlich fast höhehaltend auf dem Rücken entlangführt und sich bald darauf nach rechts wendet. Wir gehen nun mit Einblicken in das fast überraschend zerklüftete Heimgartenmassiv auf einem schönen Höhenweg unterhalb des Rotwandkopfs entlang und dann einige Höhenmeter hinab in den Sattel bei der Ohlstädter Alm (1423 m).

Hier zweigt links ein Weg nach Eschenlohe ab. Wir aber folgen geradeaus dem Schild Richtung Heimgarten. Der Weg führt in Kehren durch lichten Fichtenwald hinauf zur Heimgartenhütte (1785 m). Links um die Hütte herum ist man gleich auf dem Gipfel des Heimgartens (1790 m). Von hier hat man einen herrlichen Blick auf Benediktenwand, Herzogstand, Mangfallgebirge, Walchensee, Rofan, Karwendel, Soierngruppe, Estergebirge, Wetterstein und Ammergebirge sowie im Norden zur oberbayerischen Seenplatte und nach München.

Vom Gipfel folgen wir dem Grat nach Norden, bis unser Weg gleich nach der Rechtsabzweigung zum Herzogstand nach links schwenkt. Kurz darauf führt rechts ein Weg über die Kaseralm nach Ohlstadt. Diesen ignorieren wir, gehen ein paar Meter links, treffen auf einen von der Heimgartenhütte kommenden Weg und folgen diesem nach rechts. An der nächsten Abzweigung (Schild »Ohlstadt«) verlassen wir den Rücken nach rechts. In Kehren geht es erst durch Latschen, dann durch lichten Fichtenwald auf einem schönen Steig mit Blick ins Tal hinab. An einem Bach biegt der Weg nach links und leitet an diesem entlang zur Bärenfleckhütte, einer Selbstversorgerhütte, ca. 1270 m.

Hier führt links ein Wirtschaftsweg weiter, wir aber folgen dem Steig geradeaus und überqueren kurz darauf einen Forstweg. Bald danach biegt unser Steig nach rechts und führt zu einem Bach hinab, dem wir abwärts folgen. Kurz darauf überqueren wir diesen (von rechts mündet ein Forstweg ein) und gehen nun an seinem rechten Ufer auf einem Steig weiter. Zwei Forstwege, die nach rechts abzweigen, ignorieren wir und folgen dem Bach bis zu einem Wasserbecken, 1020 m. Da der Steig, der links am Bach entlang weiterführt, schlecht begehbar ist, folgen wir nun dem hier beginnenden Forstweg. Von rechts mündet ein weiterer Wirtschaftsweg ein. Dann können wir unseren Forstweg nach links auf einem schmaleren, später in einen Steig übergehenden Weg abkürzen. Dort, wo unser Forstweg auf einen Wirtschaftsweg trifft, folgen wir geradeaus einem nicht ausgeschilderten Steig. An einem querenden Pfad halten wir uns links, gehen über einen Bach, die Kaltwasserlaine, und folgen diesem abwärts. Der Steig wird breiter und wechselt wieder die Bachseite. An einem Wanderparkplatz treffen wir auf eine querende Straße, halten uns rechts und biegen gleich darauf links in ein Schottersträßchen ein (Ramweg, Sackgassenschild). An dessen Ende folgen wir links dem Fußweg am Bach entlang. Wir überqueren ein Teersträßchen, kommen an Tennisplätzen und einem Schwimmbad vorbei, überqueren erneut ein Teersträßchen und gehen an einer Gabelung rechts zur Hauptstraße. Auf der anderen Seite folgen wir dem Bahnhofweg bis zum Bahnhof von Ohlstadt (636 m).

Tourenüberblick:

Die GPX-Daten wurden auf Grundlage der geprüften GPX-Daten

des Rother Wanderbuch “Mit Bahn und Bus in die Münchner Berge” erstellt.

Mit freundlicher Genehmigung des Bergverlag Rother.

Rother Wanderbuch - Mit Bahn und Bus in die Muenchner Berge

Foto: Bergverlag Rother

 

Karten:

– Alpenvereinskarte (Blatt BY 9) – Estergebirge, Herzogstand, Wank (Maßstab: 1:25.000)
– Kompasskarte (Blatt 6) – Alpenwelt Karwendel (Maßstab: 1:50.000)
– Kompasskarte (Blatt 06) – Walchensee, Kochelsee, Sylvenstein-Stausee (Maßstab: 1:25.000)
– Kompasskarte (Blatt 07) – Werdenfelser Land mit Zugspitze (Maßstab: 1:25.000)

Tourentipps, Unterkünfte und sonstige interessante Orte:

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Schöne Bergtouren Team