Wandertour – Arthur-Hartdegen-Weg über Hochgallhütte (2276m)

Aus dem Rother Wanderbuch “Südtirol Ost” von Gerhard Hirtlreiter, © Bergverlag Rother

Wandertour

Arthur-Hartdegen-Weg über Hochgallhütte (2276m)

Über die Kasseler Hütte und die Ursprungalm

Großartige Runde unter dem Hochgall
Einer der markantesten und wohl auch schönsten Berge der Ostalpen dominiert diese Route optisch: der Hochgall (3435 m) – ein begehrter Klassiker für Hochalpinisten. Für die meisten Bergfreunde aber ist die Kasseler Hütte schon das Hauptziel ihrer Wanderung, oft verbunden mit einem Fünf-Minuten-Abstecher zum wirklich malerischen Malersee knapp oberhalb der Hütte. Wer schwindelfrei ist, kann auch noch das direkt darüber aufragende Tristennöckl in kurzer Zeit erklimmen. An teilweise abenteuerlich exponierten Stellen dieses Felszahns wachsen Zirben – eine Sensation in dieser Meereshöhe: In den ganzen Ostalpen gibt es keinen höheren Ort, an dem noch richtige Bäume wachsen. Die Krönung aller Wanderungen im Reintal ist aber der Arthur-Hartdegen-Weg, der auf gletschergeschliffenen Tonaliten und Amphiboliten das eindrucksvolle Vorfeld des Rieserferners quert.

Talort:
Rein (1542 m) im Reintal; Zufahrt von Sand in Taufers (Bus 452).

Ausgangspunkt:
Parkplatz bei der Jausenstation Säge (1591 m) im Bachertal; Zufahrt auf Asphaltstraße, die am südlichen Ortstrand von Rein abzweigt.

Höhenunterschied/Gehzeit:
860 m / 6h 15min

Anforderungen/Wegbeschaffenheit:
Ausdauer und Trittsicherheit; ein Holzbalken über einen Bach sowie eine kettengesicherte Felsrampe verlangen auch etwas Schwindelfreiheit.

Einkehrmöglichkeiten:
Kasseler Hütte (Hochgallhütte, Rifugio Roma).

Variante:
Abstecher aufs Tristennöckl (2465 m): exponierter, gesicherter Steig, nur für Schwindelfreie (»schwarz«!), 1 Std. rauf und runter.

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Wegverlauf:
Von der Jausenstation Säge gehen wir auf dem Fahrweg nur kurz talein. Gleich bei der Brücke über den Reinbach folgen wir dem rechts abzweigenden Pfad, zuerst kurz über eine Wiese, dann für längere Zeit durch Wald. Stellenweise knackig steil schlängelt sich der schattige Pfad hinauf zur Eppacher Alm (2041 m). Gleich danach ist der breite, von Rein heraufziehende Hüttenweg erreicht. Dieser bringt uns zum Tristenbach, der an einer spektakulär eingetieften Stelle überquert wird. Nach einem kurzen Schlussspurt lockt die Kasseler Hütte (2276 m) mit Speis und Trank. Und da dürfen wir uns ruhig gut stärken, eine weitere Einkehrmöglichkeit gibt es nämlich nicht und der Weg ist noch lang.

Starten wir also auf den Arthur-Hartdegen-Weg: Von der Hütte direkt am Nebengebäude vorbei auf den nach Osten führenden Höhenweg, der in weitem Bogen durch das Gletschervorfeld des Rieserferners quert – immer im Angesicht des mächtigen Hochgall. Dabei sind einige Gletscherbäche zu überwinden, was bei höherem Wasserstand etwas knifflig sein kann (vor allem nachmittags und insbesondere an warmen Tagen, an denen der Gletscher besonders viel Schmelzwasser abgibt). Auch die Querung eines glatt geschliffenen Felsbuckels erfordert Trittsicherheit. Der Hauptbach unter dem Rieserferner wird auf einem Balken überquert.

Vor dem Riesernock wendet sich der Steig nach Norden und gewinnt an einer exponierten, aber beidseitig kettengesicherten Rampe nochmals an Höhe (bis 2380 m). Nach einer Abwärtspassage nördlich des Riesernock und einem erneuten Anstieg über stellenweise bewachsene Felsbuckel kommen wir zur ersten Verzweigung (2375 m) seit der Kasseler Hütte. Geradeaus geht es auf dem Weg 8 zum Lenkstein, wir folgen dem Weg 8a Richtung Kofler Alm nach links und wandern über weitere Felsbuckel. Bald nachdem der Abfluss des Lenksteinferners auf einer Brücke überquert ist, wandern wir talaus. Dazu gehen wir bei der folgenden Verzweigung links und kommen so in ein markant eingekerbtes kleines Tälchen. Das leitet nun steil hinab ins Ursprungtal. Unterhalb eines Wasserfalls erreichen wir wieder den Bach. An dessen Ufer scheint sich der Weg in Nichts aufzulösen. Doch einige Meter weiter erreichen wir eine Brücke; über die gehen wir in den lichten Wald auf der anderen Bachseite. Dort heißt es dann, genau auf den nicht immer deutlichen Pfad zu achten, insbesondere im Bereich einer Lichtung, wo es halbrechts weitergeht. Ab der Furtalm (1787 m) ist die Orientierung kein Problem mehr: Auf dem Almsträßchen geht es zur Brücke über den Plattner Bach, dort rechts und talaus zur Jausenstation Säge.

Tourenüberblick:

Tourentipps, Unterkünfte und sonstige interessante Orte:

Karten:

– Freytag Berndt Wanderkarte (WK S3) – Pustertal, Bruneck, Drei Zinnen (Maßstab: 1:50.000)
– Tabacco Wanderkarte (Blatt 035) – Ahrntal, Rieserferner Gruppe (Maßstab: 1:25.000)
– Tabacco Wanderkarte (Blatt 036) – Sand in Taufers (Maßstab: 1:25.000)
– Kompasskarte (Blatt 82) – Taufers, Ahrntal (Maßstab: 1:50.000)

Diese und weitere interessante Wandertouren finden Sie in dem Wanderbuch “Südtirol Ost” vom Bergverlag Rother.

Quelle: Bergverlag Rother

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