Wandertour – Col de Balme (2204m)

Aus dem Rother Wanderführer “Unterwallis” von Michael Waeber / Hans Steinbichler, © Bergverlag Rother

Wandertour

Col de Balme (2204m)

Vom Trientgletscher zum Logenplatz vor dem Mont Blanc

Diese Wanderung führt uns zunächst entlang einer alten Wasserleitung an die Gletscherfelder des Trientplateaus, des nördlichsten Zipfels der Mont-Blanc-Gruppe. In früherer Zeit wurde hier im Sommer Eis abgebaut, mit Wagen ins Tal und dann per Eisenbahn zu den Großstädten in die Kühlhäuser gebracht – erst die elektrischen Kühlanlagen beendeten diese Ära. Vom Bereich um die Les-Grands-Hütte hat man besonders schöne Ausblicke auf die Gletscher, auch hinunter ins Trienttal. Der Col de Balme ermöglicht schließlich freie Sicht ins Tal von Chamonix mit dem alles überragenden Mont Blanc.

Talort:
Martigny (476 m); Zentrum und Verkehrsknotenpunkt am Rhôneknie im Unterwallis. Bahnhof der SBB-Linie Lausanne-Sion. Trient (1279 m); kleiner Ort an der Straße nach Chamonix. Postauto-Linie von Martigny über den Col de la Forclaz (bis zu 4 Verbindungen täglich, 40 Min. Fahrzeit, 35 km von Martigny).

Ausgangspunkt:
Col de la Forclaz (1526 m); Straßenpass auf der Strecke Martigny-Chamonix. Postautolinie (5 min Fahrzeit von Trient).

Höhenunterschied/Gehzeit:
680 m im Aufstieg, 930 m im Abstieg / 6h 10min

Anforderungen/Wegbeschaffenheit:
Gute und ausreichendmarkierte Bergwege (Teilstück der Tour du Mont Blanc/TMB).

Einkehrmöglichkeiten:
Hotel-Restaurant am Col de la Forclaz. Châlet du Glacier, in der Sommersaison bewirtschaftetes Restaurant unter dem Trientgletscher (Erfrischungen und einfache Speisen). Les-Grands-Hütte (2113 m), in einem Seitental des Grandsgletschers auf einer Almfläche gelegen (Privathütte einer Genfer SAC-Sektion, im Sommer meistens bewartet, man sollte sich allerdings nicht darauf verlassen, da sie durchaus auch einmal für einige Tage verschlossen sein kann). Restaurant am Col de Balme (2204 m).
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Wegverlauf:
Am Col de la Forclaz dem Wegweiser zur Wasserleitung folgen und fast eben taleinwärts. Unterwegs wird im Wald immer wieder die Sicht in den Talboden frei, und ohne Mühe erreicht man das Châlet du Glacier im Talgrund und mittlerweile einen guten Kilometer von der Zunge des Trientgletschers entfernt. Man überquert den Bach und steigt in lichtem Bergwald aufwärts, um an malerischen Felsen vorbei an die Ecke oberhalb der Einmündung des Grands-Tales zu gelangen. Auf einer merkwürdig schrägen Almterrasse zwischen zwei Felszonen führt der Weg in Kehren aufwärts, dann mit einer künstlichen Treppe durch die oberen Felsen auf die darüberliegende Almfäche mit der Les-Grands-Hütte – hier lässt sich’s gut rasten, vor allem wenn der Hüttenwart anwesend ist und Getränke anbieten kann. Doch es gibt noch eine Steigerung: Nach einigen Minuten durch das mit wenigen malerischen Zirben bestandene Gelände kommt man an eine Kante, wo sich der Blick nach Norden und wieder hinab ins Trienttal öffnet. Wie auf einem Panoramapfad geht es nun dahin, allerdings mit einigem Auf und Ab, bis man dann am Col de Balme über dem Chamonixtal dem Mont Blanc gegenübersteht.

Wer nicht zum Auto am Col de la Forclaz zurückkehren muss, sollte eine gute Karte zur Hand nehmen und auf der Westseite des Passes am Croix de Fer vorbei (als Abstecher zu empfehlen, 2 Std. zusätzlich) zur MC-Bahnstation Châtelard absteigen (etwa 2 Std.) und mit dem Zug nach Martigny zurückfahren – dies ist sicher die schönste Runde an diesem Berg. Ansonsten steigen wir auf dem Weg direkt nach Trient ab, auf den Wiesenhängen über dem Nant-Noir-Bach, dann in steilen Serpentinen zum Talboden hinunter. Hier entweder 1,5 km eben zum Ort (Bushaltestelle) oder in etwa 1 Std. Gegenanstieg zur Wasserleitung am Col de la Forclaz zurück.

Tourenüberblick:

Tourentipps, Unterkünfte und sonstige interessante Orte:

Karten:

– Swisstopo Wanderkarte (Blatt 282 T) – Martigny (Maßstab: 1:50.000)
– IGN Wanderkarte (Blatt 3630 OT) – Chamonix, Massif du Mont Blanc (Maßstab: 1:25.000)

Diese und weitere interessante Wandertouren finden Sie in dem Wanderführer “Unterwallis” vom Bergverlag Rother.

Quelle: Bergverlag Rother

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