Wandertour – Große Runde um Valldemossa

Aus dem Rother Wanderführer “Mallorca” von Rolf Goetz, © Bergverlag Rother

Wandertour

Große Runde um Valldemossa

Auf dem Reitweg des Erzherzogs Ludwig Salvator

Wer nach der »kleinen Runde« Lust auf mehr hat, wird sich mit der um den Mirador de Can Costa erweiterten »großen Runde« ein bisschen mehr gefordert fühlen. Auf alten Reitwegen des Erzherzogs Ludwig Salvator eröffnen sich stets neue Küsten- und Gebirgspanoramen.

Ausgangspunkt:
Plaça Camp de Vànol in Valldemossa (400 m). Gebührenpflichtige Parkplätze an der Durchgangsstraße, kostenlose am Gutshof Son Gual.

Höhenunterschied/Gehzeit:
Jeweils 740 m im An- und Abstieg. / 4h 45min

Anforderungen/Wegbeschaffenheit:
Lange An- und Abstiege auf meist steinigen Pfaden. Für das kurze Stück entlang der Abbruchkante ist vor allem bei Nebel Vorsicht geboten.

Einkehrmöglichkeiten:
Unterwegs keine; zahlreiche Bars und Restaurants in Valldemossa.

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Wegverlauf:
An der Plaça Camp de Vànol in Valdemossa gehen wir gegenüber vom Buswartehäuschen am Taxistand links in den Carrer del Rector Juan Mir. Wir passieren auf ihm sogleich den Carrer Pilar Montaner und biegen 100 m danach am Camp de Futbol rechts ab. Das Sträßchen mündet oberhalb des Sportplatzes in den Carrer de les Oliveres. Diesem folgen wir links bis zu seinem Ende an der Can Massana. Dort läuft links von einem Metalltor ein Pfad an einem Zaun weiter aufwärts.

Der steinige Karrenweg führt durch Olivenbäume und Steineichen. Ein Tor kann auf einem Tritt überstiegen werden; gut 100 m danach knickt vor der Quelle Font de s’Abeurada der Weg rechts ab und windet sich in Schleifen zur Pla des Pouet (685 m) hinauf. Die Hochebene wird nach einem Mauerdurchlass erreicht, das erste steile Wegstück liegt hinter uns. Geradewegs gelangen wir nach 2 Minuten auf eine Lichtung zur Font des Pouet. An der Zisterne gehen wir geradeaus weiter (rechts geht es auf direktem Weg zum Coll de Son Gallard) zum eine Viertelstunde entfernten Mirador de Can Costa (752 m). An exponierter Stelle ließ der österreichische Erzherzog einen von einer Zinnenmauer gesicherten Aussichtsplatz anlegen. Vom Mirador fällt das Hochplateau fast 400 m senkrecht ab. Der Panoramablick reicht bis zum Gipfel des Galatzó im Südwesten.

Vom Mirador folgen wir dem teils mit Stützmäuerchen befestigten erzherzoglichen Reitweg weiter durch dichten Steineichenwald aufwärts. Ein viereckiger trigonometrischer Messpunkt markiert den Gipfel des Pouet (856 m). In nordöstlicher Richtung wird bereits das nächste Etappenziel sichtbar: der Gipfel der Talaia Vella (868 m), auf der eine 2011 restaurierte Schutzhütte aus der Zeit des Erzherzogs steht. Nach Nordosten schauen wir über die steile Felswand des Caragolí­ (zu der wir im weiteren Wegverlauf aufsteigen werden) auf die beiden höchsten Berge Mallorcas, den Puig Major und rechts davon auf die Massanella.

Von der Schutzhütte steigen wir zum Coll de Son Gallard (766 m) ab, immer die schroffe Steilwand des Caragolí­ im Blickfeld. Der Pass mit der im spitzen Winkel gemauerten Sitzbank war früher ein Vogelfangplatz, was leicht an der Art und Weise, wie die Bäume stehen, erkennbar ist. Auf ihrem Weg zu den Schlafplätzen benutzten die Drosseln die wie Einflugschneisen angeordneten Bäume und verfingen sich in den Netzen der Vogelfänger. Der Pass ist gleichzeitig ein Wanderkreuz: Rechts führt ein breiter Weg abwärts zur Pla des Pouet. Wir gehen geradeaus auf dem Reitweg weiter, lassen also die Steinbank, auf der sich wahrscheinlich schon die Arbeiter des Erzherzogs ausruhten, links liegen.

5 Minuten später können wir auf einem Pfad einen kurzen Abstecher zur rechts vom Reitweg gelegenen Cova de s’Ermità  Guiem machen: Nach 3 Minuten gelangen wir zu einer Mauer, hinter der sich ein Felsblock mit einem Holzkreuz darauf befindet. Die Höhle darunter ist mit einer Tür versperrt und bewohnt, wir respektieren die Privatsphäre.

Ein paar Schritte vor dem Eingang der Höhle wenden wir uns an der Mauer entlang aufwärts und treffen kurz darauf wieder auf den Reitweg. Der nun imposante Höhenweg führt bald direkt an der Abbruchkante der Wand entlang und hält auf den nur wenige Meter über das Hochplateau hinausragende Gipfel des Caragolí­­ zu. Eine hüfthohe Steinpyramide markiert den Abstieg nach Deià .

Wir halten weiter auf den vor uns liegenden massigen Teix mit seinen drei Kuppen zu. Bald bietet sich ein kurzer Abstecher auf den Gipfel Caragolí­ (945 m) an, was allerdings keine große Sache ist und innerhalb von einer Minute bewerkstelligt werden kann.

Vom Caragolí­­ steigen wir zum Pla des Aritges (908 m) ab. An einer meterhohen Steinpyramide an einer Kieferngruppe wird ein ausgeschildertes Wegdreieck erreicht. Wir gehen geradeaus weiter. Der Weg steigt nochmals zu einem Aussichtspunkt beim Puig Gros an und führt dann zu einer weiteren Steinpyramide. Hier zweigt links ein Pfad zum Es Teix (1064 m) ab. Der Weg zu dem Tausender-Gipfel führt über Privatbesitz und ist seit 2010 gesperrt.

Wir folgen weiter dem Reitweg und steigen zum Refugi de Son Moragues ab. An der (geschlossenen) Schutzhütte beginnt ein breiter, steiler Fahrweg, der uns durch den Torrent d’Avall (Cairats-Tal) hinunter nach Valldemossa bringt. Fast im Talgrund angekommen gabelt sich der Weg; hier geht man rechts durch ein Metalltor, vor dem sich eingelassene Eisenträger befinden (Viehrost). Am Ortseingang von Valldemossa liegt das von Zinnen bekrönte Gutshaus Son Gual am Weg. Nach dem wehrhaften Anwesen gehen wir links zur Hauptstraße, auf der wir rechts haltend an der Touristeninformation vorbei (gegenüber davon befindet sich das von dem amerikanischen Filmstar Michael Douglas initiierte Kulturzentrum »Costa Nord«) zurück zur Plaça Camp de Vànol kommen.

Tourenüberblick:

Die GPX-Daten wurden auf Grundlage der geprüften GPX-Daten

des Rother Wanderführer “Mallorca” erstellt.

Mit freundlicher Genehmigung des Bergverlag Rother.

Rother Wanderfuehrer - Mallorca

Foto: Bergverlag Rother

 

Karten:

– Welche Wanderkarten gibt es für diese Wandertour? Bitte hinterlasst einen Kommentar. Vielen Dank! 🙂

Tourentipps, Unterkünfte und sonstige interessante Orte:

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