Eggental – Herbstliches Wandern im Antlitz von Rosengarten und Latemar…

Eggental –

Herbstliches Wandern im Antlitz

von Rosengarten und Latemar!

Bei dem Wort “Dolomiten” beginnen mein Augen an zu leuchten. Ein sagenumworbenes Gebirge, welches seit seiner Entdeckung Forscher, Touristen, Wanderer, Kletterer und Abenteurer anzieht. Die Dolomiten begeistern, weil sie so andersartig als alle anderen Berge aussehen. Ihre Beschaffenheit mit ihren mysteriösen, bizarren Anordnungen zieht viele magisch an und wir wollten beim Wandern in Südtirol, die imposanten, schroffen Bergmassive des Rosengarten und Latemar erkunden.

Ende Oktober war es soweit und wir machten uns auf den Weg um das Sagenreich des König Laurin und das berühmte “Enrosadira“, das allabendliche Alpenglühen zu beobachten. Unser Herbstziel war das Eggental, auf einem sonnigen Hochplateau inmitten des UNESCO-Weltnaturerbes Dolomiten gelegen, an den Bergstöcken des berühmten Rosengartens und Latemars. Nur knappe 20 Autominuten von Bozen entfernt, kommen Urlauber, aktive Bergfexe, Naturliebhaber, Erholungsuchende bei einem unvergleichlichen Panorama der Dolomiten auf ihre Kosten.

Ausgangspunkt für unsere Unternehmungen in den nächsten 3 Tagen war das Hotel Gasthof Stern am Dorfplatz in der anschaulichen Gemeinde Deutschnofen. Ein uriger Gasthof mit traditioneller Kost und einem kleinen, feinen Wellnessbereich.

Eggental - Blick zum Rosengarten

Blick vom Labyrinthsteig im Latemar hinüber zum Rosengarten – Foto: Mario Hübner

 

Wandern am Latemar mit Blick über das Eggental
Der Blick aus dem Hotelzimmer versprach keinen schönen Tag zu Füßen der Dolomiten. Der Rosengarten und Latemar waren nicht zu sehen. Graue Regenwolken schoben sich über den umliegenden Bergrücken und im Tal unter uns hingen die Nebelschwaden. Es riss langsam auf und vereinzelt durchbrachen die ersten Sonnenstrahlen die Wolkendecke. Mit dem Bus fuhren wir nach Obereggen. Die Busfahrt ging an saftigen grünen Wiesen vorbei, durch kleine Schluchten und hinten nicht weit entfernt, blitzten immer wieder die zerklüfteten Bergwände des Latemars auf. In Obereggen angekommen, zeigte sich der Herbst von schon von seiner sonnigen Seite. Sonne, blauer Himmel und buntgefärbte Bäume.

Eggental - Morgendstimmung

Unser morgendlicher Ausblick aus dem Zimmer im Hotel Gasthof Stern – Foto: Mario Hübner

 

Der Oktober neigte sich dem Ende zu, die meisten Lifte im Eggental hatten ihren Betrieb schon eingestellt und durch die Zeitumstellung waren die Tage sehr kurz. Als Tagesziel hatten wir uns die Latemarhütte gestellt. Normalerweise eine Tagestour, welche man problemlos schaffen kann, war es für uns fraglich. Wir mussten zusätzliche 600 Höhenmeter bewältigen, um zu dem eigentlichen Ausgangspunkt der Wanderung, an der Bergstation des Oberholz Liftes zu gelangen.

Eggental - Latemar Hoehenweg

Unterwegs auf dem Latemar Höhenweg – Foto: Mario Hübner

 

Im Winter herrscht hier im familienfreundlichen Skigebiet “Skicenter Latemar-Obereggen” reges Treiben, aber heute begegneten wir nur sehr wenigen Menschen. Von Obereggen stiegen wir durch das herbstliche Kleid des Herrenwaldes auf dem Latemar Höhenweg hinauf. Plötzlich flog vor uns auf einer kleinen Bergwiese lärmend der seltene Auerhahn auf.

Eggental - Latemar im Herbst

Überall gelbgefärbte Lärchen am Latemar Höhenweg am Bergmassiv des Latemar – Foto: Mario Hübner

 

Zwischen den Lücken in den Baumwipfeln blitzten öfters die Wände des Latemar hervor, kurze Zeit später passierten wir die Waldgrenze. Vor uns öffnete sich der Bergkessel mit Kirchtagweidspitz, Hoher Stuhl, Erzlahnspitze und Eggentaler Horn. Durch die Flanke eines Geröllfeldes empor, erschloß sich endlich der Blick auf das Hochplateau des Eggentales. Über dem entfernten Etschtal lag eine dichte Wolkendicke und am Rosengarten und über Teilen des Hochplateaus schoben sich Wolkenformationen entlang. Wir genossen die Strahlen der Herbstsonnen und den blauen Himmel über dem Latemar. Die gelben Lärchen unter uns leuchteten im Sonnenschein, wir erreichten bald das Oberholz auf ca. 2100m Höhe, den Ausgangspunkt der eigentlichen Wanderung.

Eggental - Blick in Richtung Eggental

Blick in Richtung Eggental – Foto: Mario Hübner

 

Wir bogen auf den Weg in Richtung Latemarspitzen ab. Die Gipfel des Latemar waren jetzt in weißen Nebel gehüllt, weiter südlich zogen dunkle Wolken vorbei und weiter oben frischte der Wind sehr auf. Windgeschützt hinter einem Felsen genossen wir bei einer Brotzeit die schöne Aussicht. Wir waren jetzt auf ca. 2300 m Höhe. Durch die Anfahrt mit dem Bus waren wir erst um 10 Uhr gestartet, dazu 600 Höhemeter zusätzlichen Aufstieg und jetzt lief uns die Zeit davon. Bis zur Latemarhütte waren es sicherlich noch 2 Stunden und dann 2 bis 3 Stunden im Dunkeln absteigen, musste nicht sein. Die Wetterlage sah auch nicht prickelnd aus, so dass wir uns für einen sofortigen Abstieg entschieden.

Eggental - Rosengarten beim Alpengluehen

Das Gebirgsmassiv des Rosengarten beim “Enrosadira” dem Alpenglühen – Foto: Mario Hübner

 

Wieder am Oberholz angelangt, wanderten wir weiter zur Mayrl-Alm. Von hier stiegen gemütlich über den Perlenweg und die geteerte Forststraße bergab nach. Von Obereggen fuhren wir mit dem Bus zurück nach Deutschnofen. Es dämmerte langsam und vom Balkon unseres Hotelzimmers erblickten wir am Bergmassiv Latemar das berühmte “Enrosadira“, das allabendliche Alpenglühen. Den Abend ließen wir bei traditioneller Küche (Hirschbraten) und einem Besuch im Wellnessbereich des Gasthofes Stern abklingen.

Wandern im Felsenlabyrinth des Latemars
Der morgendliche Blick aus dem Hotelfenster verhieß einen guten Tag. Der Himmel war leicht wolkig, über dem Bergmassiv des Latemar glühten die Wolken rot. Während wir frühstückten, stieß Herbert zu uns. Er ist ein Einheimischer des Eggentals, welcher heute freundlicherweise unser Guide und Wanderführer ist, um uns die schönen Orte der Ferienregion Eggental zu zeigen. Von Obereggen ging es in Richtung Karerpass zum Skigebiet “Carezza” am Bergmassiv des Rosengartens. Wir parkten an der Talstation des Liftes und begannen von hier unsere Wanderung.

Eggental - Grand Hotel Carezza

Das ehrwürdige Gran Hotel Carezza in Karersee – Foto: Mario Hübner

 

Unsere Route führte uns am altehrwürdigen Grand Hotel Carezza entlang, welches an den alten Glanz vergangener Zeiten erinnert. Nach einigen Minuten erreichten wir am Fuße des Latemars den sagenumwobenen Karersee mit seinem sanften, tiefgrünen Wasser. Die Berggipfel des Latemars waren heute in dunkle Wolken gehüllt. Wenn die Sonne günstig steht und der Himmel wolkenlos ist, kann man wunderbar die Spiegelung des Latemars im Karersee fotografieren. Dieser schöne Ort liegt an der Straße zum Karerpass, so dass Besucher ihn entweder früh oder spät, nach den vielen Bustouristen besuchen sollten.

Eggental - Karersee

Der Karersee (auf 1520m Höhe) unterhalb des Bergmassivs Latemar im Eggental – Foto: Mario Hübner

 

Vom Karersee führte uns die Wanderung auf dem Agatha Christie Weg langsam bis zum Mitterleger (auf 1839 m Höhe) empor. Unterwegs zogen die Bergwände immer wieder unsere Blicke an. Vom Karersee bis zum Mitterleger hatten wir nur knapp 300 Höhenmeter Unterschied überwunden. Nach einer kurzen Rast auf der Bank der Almhütte, mit einer kurzen Stärkung, folgten wir unter gelben Lärchen den Wegweiser in Richtung Labyrinthsteig. Der Pfad führte zwischen den Bäumen entlang. Kurze Zeit später wurde es steiniger und wir betraten das Felslabyrinth des Latemars.

Eggental - Mitterleger Alm

Herbst an der Mitterleger Alm (auf 1839m Höhe) im Latemar oberhalb des Eggentals – Foto: Mario Hübner

 

Das Felslabyrinth war bei einem riesigen Felssturz in alter Zeit entstanden. In einem riesigen Geröllfeld türmten sich kleine und riesige Felsbrocken auf. Wir folgten den Wegmarkierungen und wurden so über, zwischen und auch unter den Felsblöcken entlang geführt. Vom Felsenlabyrinth des Latemar glitten unsere Blicke immer wieder zu denen in der Sonne liegenden Bergmassive Schlern und Rosengarten hinüber. Erst sanft über das Geröll, stiegen wir nun tiefer durch das Labyrinth herab.

Eggental - Rosengarten

Blick zum Rosengarten vom Labyrinthsteig des Latemars – Foto: Mario Hübner

 

Wieder ging es in den Wald und dann weiter über einen Teil des Agatha Christie Wegs bergab. Schließlich kamen wir auf Höhe des Grand Hotel Carezza aus dem Wald heraus und kamen einige Minuten später an der Talstation des Liftes an.

Eggental - Felslabyrinth des Latemar

Rückblick zum “Felslabyrinth des Latemar” (ein riesiger Felsabbruch vor Hunderten von Jahren) – Foto: Mario Hübner

 

Rosengartenblick bei Knödeln und Krapfen
Mit unserem Guide Herbert fuhren wir vom Skigebiet “Carezza” zurück nach Deutschnofen. Kurz vor der Gemeinde ging es rechts ab und über eine kleine Straße erreichten wir die Jausenstation Kreuzhof (auf 1439 m Höhe) mit dem Kirchlein St. Helena am Regglberg, ein idealer Platz zum Einkehren bei einer kleineren Rundwanderung oder Schneeschuhwanderung von Deutschnofen aus. Das Wetter war herrlich, etwa kühl und windig aber dafür ein fast blauer Himmel und die späte Herbstsonne tauchte das Kirchlein, den Kreuzhof und die dahinterliegende Rosengartengruppe im Sonnenlicht.

Eggental - Jausenstation Kreuzhof

Das Kirchlein St. Helena mit der Jausenstation “Kreuzhof” und dem Rosengarten dahinter – Foto: Mario Hübner

 

Die vielen Sitzbänke mit Sicht auf den Rosengarten lagen im Schatten und waren dem Wind ausgesetzt. In der Jausenstation Kreuzhof waren wir die einzigen Gäste. Aus dem Gastraum hatte man einen schönen Blick auf den Rosengarten. Bei deftigen Knödeln ließen wir unseren Blick schweifen. Es war etwas kühl im Gastraum und wie uns später bei näherem Hinsehen auffiel, war der Gastraum leider nicht isoliert und der Ofen auch nicht an. Im Winter schön im warmen Sitzen, bei einer leckeren Speise den verschneiten Rosengarten bewundern, war also nur in warmer Kleidung möglich. Schade eigentlich, das war verschenktes Gästepotential.

Eggental - Knoedel mit Parmesan und Butter

Leckere Knödel mit Parmesan und Butter in der Jausenstation “Kreuzhof” am Kirchlein St. Helena – Foto: Mario Hübner

 

Nach ausreichender Stärkung betraten wir noch das benachbarte Hügelkirchlein St. Helena mit seinen kunstvoll gestalteten, hölzernen Giebel und dem offenen Dachstuhl. Die Außenwand schmückten ein Christopherusfresko und eine Kreuzigungsgruppe. Im Kircheninneren überwältigten den Besucher eine Farbenpracht und Vielfalt an Fresken. Die Bilder wurden im frühen 15. Jahrhundert von den Malern der Bozener Schule geschaffen.

Eggental - Kirchlein St Helena

Das Innere des Hügelkirchleins St. Helena an der Jausenstation “Kreuzhof” im Eggental – Foto: Mario Hübner

 

Wallfahrtsort Kloster Maria Weißenstein
Nach der Wanderung im Felsenlabyrinth des Latemars, unserer Einkehr in der Jausenstation Kreuzhof, lotste uns Herbert zu dem über die Grenzen Südtirols hinaus bekannten Wallfahrtsort Kloster Maria Weißenstein. Der Ursprung des Klosters liegt im Jahre 1553, als die Jungfrau Maria dem Leonhard Weißensteiner erschien, um ihn von seiner Krankheit zu heilen. Als Dank dafür bat sie ihn, eine Kapelle zu erbauen, worin die Gläubigen sie um Hilfe anflehen könnten. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Anwesen mehrfach erweitert und umgebaut bis es sein heutiges Aussehen erhielt.

Eggental - Kloster Maria Weissenstein

Im Kircheninneren des Kloster Maria Weissensteins – Foto: Mario Hübner

 

Über einen Seitenaufgang mit Hunderten von Votivtafeln gelangten wir in die Kirche mit dem Gnadenbild der Schmerzhaften Muttergottes mit dem toten Sohn auf ihrem Sohn, der Ursprungskapelle, den mit Blattgold und Blattsilber überzogenen Hochaltar und die schönen Fresken am Gewölbe von Adam Mölk. Ein bedruckender Ort der Geschichte den wir in respektvoller Stille erkundeten.

Eggental - Altar im Eggental - Altar im Kircheninneren

Altar im Kircheninneren des Klosters Maria Weissenstein – Foto: Mario Hübner

 

Nach dem Besuch von Maria Weißstein fuhren wir zurück nach Deutschnofen, ließen den Abend in unserem Hotel Gasthof Stern mit einem Besuch im Saunabereich und Tiroler und Italienischer Küche (Südtiroler Knödel) ausklingen.

Bei Blitz und Donner auf dem E5 Fernwanderweg
Die Wetteraussichten waren lausig: Regen und starker Wind. Kein Wetter um am Rosengarten oder Latemar wandern zu gehen. Am gestrigen Abend hatten wir uns daher für eine Wanderung auf dem E5 Fernwanderweg von Deutschnofen nach Kohlern (oberhalb von Bozen) entschieden. Vom Hotel Gasthof Stern führte uns der Weg entlang von Einfamilienhäusern langsam aufwärts auf die Hügel etwas oberhalb von Deutschnofen in Richtung Gattererhof. Der Himmel war grau, von Wolken verhangen und es nieselte. Deutschnofen verschwand schnell in Nebelschwaden und wir bewegten zwischen Wald und Wiese entlang. Auf der Höhe des Gattererhofs stieß ein neugieriger Vierbeiner zu uns. Wir tippten auf eine Mischung aus Border Collie und anderen Rassen. Jedenfalls würde uns das freche Kerlchen auf den nächsten 9 Kilometern, den kompletten Weg bis zur Seilbahn in Kohlern begleiten.

Eggental - Deutschnofen in Regenwolken

Deutschnofen liegt in Regenwolken – Foto: Mario Hübner

 

Bald erreichten wir den Wölflhof mit seinem Teich voller grüner Entengrütze, den vielen Enten, den schaulustigen Rindsviechern und natürlich nicht zu vergessen, zwei Eseln. Einige Minuten später war der Bauer im Walde ausgeschildert. Unsere Neugier siegte und wir bogen rechts auf eine geteerte Froststraße ab. Allmählich öffneten sich die Himmelsschleusen immer mehr, aus dem Nieselregen wurde Regen und der Regen wich einem Wolkenbruch. Wir beeilten uns, um irgendwo Schutz zu suchen, denn bei den Massen würde uns bald das Wasser aus unseren klatschnassen Hosen in die Wanderschuhe laufen.

Eggental - Hund auf dem E5 Fernwanderweg

Für einige Stunden unserer treuer Begleiter auf dem E5 Fernwanderweg von Deutschnofen nach Bozen – Foto: Mario Hübner

 

In der Ferne sahen wir die Häuser der Siedlung Köhl und plötzlich krachte es markerschütternd hinter uns. Nicht weit entfernt hatte ein Blitz eingeschlagen und der Donner war Ohren betäubend. Wir schauten uns an und gaben Fersengeld. 2 Gestalten und ein Vierbeiner flitzen in Richtung der Gebäude von Köhl. Der nächste Blitzeinschlag lag noch etwas näher und es wurde Zeit für einen Endspurt. Wir erreichten eine Scheune und stellten uns unter. Alter Schwede! Ende Oktober hatten wir Blitz und Donner mit solchen Starkregen noch nicht erlebt. Man lernt halt nie aus!

Eggental - Teich am Woelflhof

Kühe und Enten am Teich des Wölflhofs am E5 Fernwanderweg zwischen Deutschnofen und Bozen – Foto: Mario Hübner

 

Der Wolkenbruch hielt an und aus dem Haus gegenüber kam ein alter Bauer um mit uns einen Schwatz zu halten. Wir unterhielten uns über Gott und die Welt, das einsame Leben hier oben, seine Hackschnitzelheizung und andere banale Dinge. Der Regen ließ nach und wir konnten endlich unsere Wanderung fortsetzen. Von Köhl ging es steiler den Hang bergauf und bald erreichten wir das Tote Moos. Wir folgten den Pfad in Richtung Rotwand, von wo wir aus, einen schönen Ausblick über das Etschtal hatten. Der Wind pfiff ordentlich und wir blieben nicht lange an dem Ort. Ab jetzt ging es langsam, dann steiler bergab bis zu den Schneiderwiesen.

Eggental - Rotwand ueber dem Etschtal

Blick von der Rotwand über das Etschtal – Foto: Mario Hübner

 

Am Gasthof Schneiderwiesen vorbei, erreichten wir schließlich Kohlern. Im Italienischen schlicht “colle“, also Hügel genannt, ist es so etwas wie die Ersatzwahl für die Bozener Sommerfrischler, wenn Sie nicht einen Ausflug auf den Ritten machen möchten. Es ist bei weitem nicht so bekannt und populär, obwohl es direkt mit der Seilbahn erreichbar ist. An der Bergstation der Kohlerer Bahn steht zwischen Bäumen eine alte Kabine der ersten alpinen Luftseilbahn für den Personentransport. Die Pendelbahn wurde 1908 in Betrieb genommen und verbindet auf 1,5 km Länge den Ortsteil Kampill der Stadt Bozen mit Kohlern.

Eggental - Kabine der Kohlerer Bahn

Eine alte Kabine der ersten alpinen Luftseilbahn für den Personentransport – Foto: Mario Hübner

 

Die nächste Fahrt hinunter nach Kampill war erst in knapp 30 Minuten. Wir nutzten die verbleibende Zeit und liefen hinüber zum Kohlerer Turm. Der knapp 36 Meter hohe Turm bietet einen einzigartigen Rundblick auf die Stadt Bozen. Unser vierbeiniger Freund folgte uns noch immer und als wir die knapp 300 Stufen des hölzernen Aussichtsturms hinaufgingen, lief er aufgeregt herum und bellte laut. Oben angekommen, bot sich uns ein schönes Panorama. Im Osten erspäht man die bizarren Zacken der Dolomiten, im Norden erstreckt sich der Alpenhauptkamm in den Wolken versteckt, im Westen die Mendel (ein Hausberg) und ganz weit unten liegt die Landeshauptstadt Bozen.

Bozen - Kohlerer Turm

Der etwa 36m hohe Kohlerer Turm in Kohlern oberhalb von Bozen – Foto: Mario Hübner

 

Nach dem Abstieg vom Kohlerer Turm gingen wir hinüber zur Seilbahn. Unser Freund folgte uns noch immer. Es wurde Zeit Abschied zu nehmen. Bis zu seinem Zuhause waren es fast 9 Kilometer, wir wussten nicht, ob er öfters mit den Wanderern mitläuft und ob er den Heimweg finden würde. Wir schwebten in knapp 7 Minuten hinunter ins Tal nach Kampill. Von hier ging es sofort mit dem Bus weiter zum Bahnhof von Bozen. Es regnete, also kein Wetter für einen längeren Stadtrundgang und so traten wir die Heimfahrt mit dem Bus nach Deutschnofen an.

Kohlern - Ausblick vom Kohlerer Turm

Ausblick vom Kohlerer Turm auf die Stadt Bouen – Foto: Mario Hübner

 

Den letzten Abend im Eggental verbrachten wir bei einem guten Abendessen und anschließend bei einem Gläschen Wein im Salon des Hauses. Es waren 3 schöne Tage voller Abwechslung und neuer Eindrücke. Definitiv eine Gegend wo man wiederkommen muss, und wer weiß vielleicht führt uns unsere nächste Winterreise ja ins verschneite Eggental, wo der Rosengarten und Latemar in weißer Pracht leuchten.

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Tourentipps, Unterkünfte und sonstige interessante Orte:

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Reiseinfos:

Anreise:
Mit dem Auto: Über die Brennerautobahn von München kommend bis zur Autobahnausfahrt Bozen-Nord, erste Abzweigung nach rechts Richtung Eggental, am Kreisverkehr dritte Ausfahrt in den Tunnel, in Birchabruck Abzweigung Richtung Deutschnofen-Obereggen, nächste Abzweigung nach rechts Richtung Deutschnofen.

Mit der Bahn: Deutschnofen selbst liegt nicht an einer Bahnstrecke, ist aber über den Bahnhof Bozen und dann mit Bussen erreichbar. Die wichtigste Bahnverbindung für die Anreise mit dem Zug ist die Brennerlinie (Innsbruck – Bozen). Um ins Eggental zu gelangen muss man in Bozen den Zug verlassen. Dort auf den Bus umsteigen und nach wenigen Kilometern erreicht man das Eggental.

Beste Jahreszeit:
Zum Wandern und Klettern ist die beste Jahreszeit von etwa Mai bis Oktober, je nachdem wie die Wetterverhältnisse sind. Zum Schneeschuhwandern, Langlaufen und Skifahren ist die beste Jahreszeit etwa von Anfang Dezember bis Ende März.

Die Recherche erfolgte mit freundlicher Unterstützung vom

Tourismusverband Eggental.

Text & Bilder: Mario Hübner

Schöne Bergtouren Team

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