Tauferer Ahrntal – Uriges Tal für familiäres Skifahren…

Tauferer Ahrntal –

Uriges Tal für familiäres Skifahren…

Skiurlaub in Südtirol, besser gesagt Skifahren im Tauferer Ahrntal wollten wir erleben. Das Tauferer Ahrntal setzt sich aus dem Tauferer Tal, welches in Bruneck beginnt und sich bis nach Sand in Taufers erstreckt, sowie dem sich anschließenden Ahrntal zusammen. Es ist das nördlichste Seitental Südtirols und erstreckt sich von Gais bis zum idyllischen Talschluss in Kasern.

Das Tauferer Ahrntal wird im Norden von mehr als 80 mächtigen Dreitausendern der Zillertaler Alpen und Venedigergruppe überragt, viele gehören zum Naturpark Rieserferner-Ahrn dazu. Sanfte Almen, große Wiesen und schattige Wälder sind in der Winterzeit in einem weißen Kleid gehüllt und bieten viele Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung.

Tauferer Ahrntal - Skigebiet Speikboden

Skifahren bei schönstem Wetter im Skigebiet Speikboden – Foto: Mario Hübner

 

Drei Skigebiete befinden sich im Tauferer Ahrntal. Das Skigebiet Speikboden mit ca. 37 km Skipisten und der Bergbahn, welche den größten Höhenunterschied überwindet. Das Skigebiet Klausberg mit ca. 30 km Skipisten und der höchsten Achter-Kabinenbahn Südtirols. Das kleine Skigebiet Rein im Taufers mit einem kleinen Hang und zwei Liften, an dem sich Anfänger und Familien vergnügen können.

Aktive Urlauber kommen auf ihre Kosten, Winterwanderer, Rodelfans, Langlauffans und Skitourengeher. Unberührte Winterlandschaften kann man auf zahlreichen Winterwanderwegen entdecken und genießen. Knapp 10 Rodelbahnen sind im Tauferer Ahrntal im ganzen Winter bestens präpariert und einige sind auch per Seilbahn erreichbar. Mit 10 km Länge befindet sich hier in Luttach auch die längste Rodelbahn Südtirols. Auf etwa 51 Loipenkilometern gleitet der Aktivurlauber klassisch oder skatend durch die wunderbare Landschaft des Tauferer Ahrntal.

Tauferer Ahrntal - Gleitschirmflieger

Gleitschirmflieger nutzen das schöne Wetter aus – Foto: Mario Hübner

 

Rush Hour auf der Buslinie 450 – Galamenü mit Speed
Mit der Pustertalbahn erreichten wir am späten Nachmittag Bruneck. Wir stiegen an der Haltestelle Bruneck-Nord aus und liefen 5 Minuten zur Haltestelle der Buslinie 450 vor dem Krankenhaus von Bruneck. An der Haltestelle wurde es langsam voller, der Bus kam pünktlich und nachdem wir unser Reisegepäck unten in den Gepäckfächer des Busses verstaut hatten, fanden wir auch noch einen Sitzplatz im vollen Bus. Der Fahrer hatte uns beim Einsteigen gleich mitgeteilt, das er nur bis Sand in Taufers fahren würde und wir dann umsteigen würden müssen.

Eine Haltestellenanzeige oder –ansage gab es im Bus leider nicht. Für Touristen, welche die Gegend nicht kennen und bei Dunkelheit ist nicht so ideal. In Sand in Taufers angekommen, stiegen wir aus und suchten den Bus, welcher uns nach Luttach hoch ins Ahrntal bringen würde. Es herrschte ein wenig Durcheinander. Plötzlich fuhren 2 weitere Busse der Linie 450 ein. Oben stand Kasern am Bus, das müsste unser sein. Auf Nachfrage beim Fahrer sollten wir in der hinteren Tür mit unserem Reisegepäck einsteigen. Wir quetschten uns hinten in den Bus hinein. Ich stand oben im Gang, meine Begleitung auf der Treppe mit ihrem Gepäck, anders ging es nicht, da der Bus knackend voll war.

Tauferer Ahrntal - Aussicht

Ausblick auf die andere Talseite von der Bergstation auf 2000m Höhe im Skigebiet Speikboden – Foto: Mario Hübner

 

Unsere Haltestelle erkannten wir an der Touristeninformation Ahrntal in Luttach. Glück gehabt, trotz kleinen Hindernissen klappte mal wieder irgendwie alles. Unsere Unterkunft das Hotel „Ahrntaler Alpenhof“ lag nur etwa 200 Meter in Fahrtrichtung entfernt. An der Hotelrezeption empfing uns eine freundliche ältere Dame. Wir tippten gleich auf einen Familienbetrieb und sollten Recht behalten. Unser Zimmer lag im 2. Obergeschoss des vorderen, älteren Hotelteils. Ein angenehmes Zimmer mit Balkon, das einzige Problem war nur, das eines der Zimmermädchen es zu gut mit der frischen Luft gemeint haben musste. Ein Fenster war angeklappt und es war richtig kalt im Zimmer.

Um Abhilfe zu schaffen drehten wir die Temperaturregler von Zimmer und Bad auf Maximum. Ein heiße Dusche und die warme Bettdecke minderten das Übel. Beim Studium der Hotelinformationen stellten wir fest, das der Wellnessbereich schon um 19 Uhr schloss. Heute konnten wir es also nicht mehr erkunden. Das Abendessen fand von 18:30 Uhr bis 20:30 Uhr Zeit, also konnten wir uns noch etwas Zeit lassen. Wir suchten den Weg ins Erdgeschoss und landeten über eine Treppe direkt zwischen Bar und einem großräumigen neuen Speisesaal.

Tauferer Ahrntal - Blick ins Tal

Blick ins Tal – Foto: Mario Hübner

 

Die Kellnerin platzierte uns in der kleinen, rustikalen Gaststube, welche angenehm ruhig war. Heute war „Unsinniger Donnerstag“ wie wir gerade mitbekamen und daher stand im Hotel Ahrntaler Alpenhof ein Galamenü zum Abendessen an. Unsere Bedienung fragte freundlich ob Sie uns die Gänge in schneller Folge servieren darf, da die Küche Druck machte und um 20:30 Uhr Küchenschluss ist. Nach welcher Nationalität dieses Küchenpersonal wohl kam? 😉

Frühstücksfernsehen live im Hotelzimmer – Skifahren bei feinstem Sonnenschein
Die Nacht war etwas kurz gewesen. Die Hotelzimmer im alten Hoteltrakt sind etwas hellhörig. Der Zimmernachbar war abends einer Karnevalssendung im TV verfallen und hatte heute Morgen schon vor 6 Uhr das Frühstücksfernsehen eingeschaltet. Ansonsten hörte man diverse Stimmen und Geräusche der benachbarten Sanitäreinrichtungen. Ab 7 Uhr war auch der vermehrte Verkehrslärm auf der Hauptstraße zuhören. Wie man im Sommer mit offenen Fenstern schlafen sollte, war uns ein Rätsel. Zum Glück sind wir nicht so empfindlich und den ganzen Tag aktiv, so dass wir abends zu Müde waren, um uns daran zu stören.

 

Tauferer Ahrntal - Bergrestaurant Speikboden

Bergrestaurant Speikboden (2000m Höhe) mit der Skischule im Skigebiet Speikboden – Foto: Mario Hübner

 

Nach einem kräftestärkenden Frühstück vom gutem Buffet, fuhren wir mit dem Skibus von Luttach zur Talstation des Skigebietes Speikboden im Tauferer Ahrntal. Knapp 37 km Skipisten mit ca. 80 ha Piste, 7 Liftanlagen, abwechslungsreiches Gelände bieten genügend Zerstreuung für Anfänger und Fortgeschrittene. Vom Gipfel auf 2400 m Höhe kann man bis ins Tal auf 950 m Höhe hinuntergleiten. Astrid unsere heutige Führerin wartete schon auf uns und während wir plauderten traf noch Artur ein Bekannter ein um kurz „Hallo“ zusagen. Beim Skiverleih Speikboden liehen wir uns unsere Skiausrüstung für den Tag. Artur musste sich wieder verabschieden, da sein Terminkalender an diesem Tag gut gefüllt war.

Tauferer Ahrntal - Enzianhuette

Blick auf die Enzianhütte (1950m Höhe) im Skigebiet Speikboden – Foto: Mario Hübner

 

Die Speikboden Kabinenbahn beförderte uns aus dem Tal vom 950 m Höhe zur Bergstation auf 2000m Höhe. Vom kalten, schattigen Tal ging es in einigen Minuten empor auf die sonnigen Skipisten des Skigebietes Speikboden. Wir schnallten die Ski an und begaben uns zum Seenock Sessellift während aus der etwas weiter unten gelegenen Enzianhütte die berüchtigten Apres Ski Hits hinauf klangen. Der Sessellift brachte uns in einen schönen, sonnigen Talkessel auf 2250m Höhe. Breite Pisten ideal für Anfänger oder um sich warm zufahren.

Tauferer Ahrntal - Sonnklarhuette

Die Sonnklarhuette (auf 2400m Höhe) im Skigebiet Speikboden – Foto: Mario Hübner

 

Der Schnee glitzerte, der Himmel war tiefblau und es wehte kein Lüftchen, also ein herrlicher Tag zum Skifahren. Zum Mittag machten wir uns auf mit dem Sessellift auf dem Weg zur Sonnklarhütte auf 2400 m Höhe. Oben angekommen, erklommen wir den Panoramaturm, von wo man einen herrlichen Rundblick hat. Im Norden reihten sich über 80 Dreitausender des Alpenhauptkamms auf und in der anderen Richtung, konnte man alles erkennen, was Rang und Namen hat. Die Sextner Dolomiten mit den Drei Zinnen, die Pragser Dolomiten, der Peitlerkofel, der Schlern, die Marmolata und viele andere Gipfel oder Gebirgsmassive präsentierten sich im Sonnenschein.

Tauferer Ahrntal - Blick auf Zillertaler Alpen

Blick auf die Skipisten und dahinter die Zillertaler Alpen – Foto: Mario Hübner

 

Einkehr auf der Sonnklarhütte – Gleitschirmflieger in der Luft
Auf der Sonnenterasse der Sonnklarhütte fanden wir ein gutes Plätzchen und hatten eine wunderschöne Aussicht. Ja, so kann man es sich gut gehen lassen. Um den vorhandenen Hunger zu lindern bestellten wir jeder eine “Sonnklar-Nudelpfanne“. Leckere Nudeln mit Ragù (Hackfleischsauce), Pilzen, Speck, Morzzarella und Tomaten. In den Sonnenstühlen am Rande der Terrasse ergötzten sich die Leute an der Sonne und von etwas unterhalb war ein Gleitschirmflieger aufgestiegen und schwebte in der Thermik. Es waren noch zwei weitere Gleitschirmpiloten zusehen, welche gerade bei ihren Startvorbereitungen waren, nicht weit entfernt auf einem kleinen Nebengipfel unter uns.

Tauferer Ahrntal - Sonnklar-Nudelpfanne

“Sonnklar-Nudelpfanne“. Leckere Nudeln mit Ragù (Hackfleischsauce), Pilzen, Speck, Morzzarella und Tomaten – Foto: Mario Hübner

 

Die Sonnklarhütte ist noch nicht so alt. Im Jahre 2010 wurde sie eröffnet. Vorher war an diesem Platz noch nichts gewesen. Knappe 4 Jahre später wurde sie im Jahre 2014 als „Schönste Skihütte Südtirols“ ausgezeichnet. Außen und innen ein Schmuckstück, schade das man bei der herrlichen Aussicht und der Einrichtung hier nicht übernachten kann. Langsam wurde es Zeit aufzubrechen, aber irgendwie klebten wir mit unseren Allerwertesten auf den Sitzbänken fest. Endlich überwanden wir unsere Faulheit und brachen auf.

Tauferer Ahrntal - Sonnenliegen

Relaxen in den Sonnenliegen an der Sonnklarhütte im Skigbiet Speikboden – Foto: Mario Hübner

 

Die Mädels würden noch fleißig die Skipisten erkunden, ich würde noch etwas hier oben fotografieren und dann hinab zur Bergstation Speikboden auf 2000 m Höhe fahren, um weitere Fotos zu machen und Treffpunkt war kurz nach 15 Uhr an der Talstation. Nach kurzer Erkundung des Gipfels, fuhr ich hinab zum Bergrestaurant Speikboden und schaut mir noch die Mountain Iglus an, welche hier im Schatten geschützt stehen. 3 Iglus wurden in dieser Wintersaison das erste Mal errichtet und interessierte Urlauber können eine Übernachtung, samt Abendessen, Frühstück und Betreuung buchen. Die meisten Skipisten lagen jetzt schon im Schatten und ich begab mich hinab zur Talstation.

Tauferer Ahrntal - Mountain Iglus

Iglus zum Übernachten an der Bergstation Speikboden – Foto: Mario Hübner

 

„Volle Kraft voraus!“ beim Schlitteln
Während ich mich der Skiausrüstung im Skiverleih Speikboden entledigte, trafen auch die Mädels ein. Sie hatten noch ordentlich ihre Oberschenkel glühen lassen und das sonnige Wetter genossen. Als letzte Aktivität wollten wir jetzt noch schlitteln gehen. Der Ski- und Rodelweg nach Luttach wurde erst in letzter Zeit an vielen Stellen verbreitert und entschärft. Damit sollte eine bessere Sicherheit geleistet werden. Außerdem war es mit 10 Kilometern Länge jetzt die längste Rodelbahn Südtirols. Wir erkundigten uns hier unten ob die Abfahrt bis ins Tal offen war und bekamen eine positive Antwort.

Tauferer Ahrntal - Rodeln

Die drei Teilnehmer des Schlittenrennens nach Luttach 😉 – Foto: Mario Hübner

 

Mit der Speikboden Kabinenbahn ging es wieder hinauf und organisierten uns hier im Skiverleih Speikboden 3 Schlitten. Die Rodelbahn startete nicht weit von der Bergstation der Bergbahn und die Rodelbahn war bis ins Tal offen. Unterwegs bog unsere Rodelbahn dann irgendwann in Richtung Luttach ab. Man kann auch nach Weißenbach runter rodeln, aber von hier fährt nur alle 2 Stunden ein Bus zurück nach Luttach. Auch hier oben fragten wir nochmal nach ob beide Abfahrten offen waren, sicher ist sicher.

Tauferer Ahrntal - Speiky

Maskottchen “Speiky” am Start der Rodelbahn nach Luttach/Weißenbach – Foto: Mario Hübner

 

Die Rodelbahn startet dort wo die berüchtigten Apres Ski Hits gespielt werden, nämlich neben der Enzianhütte. Der Start war schnell erreicht und schon konnte es bergab gehen. Wir mussten nur darauf achten das wir den Abzweig nach Luttach nicht verpassen würden. Für die beiden Mädels war es das erste Mal mit Schlitten rodeln. Dementsprechend vorsichtig fuhren Sie am Anfang, aber Übung macht die Meisterin und ein wenig später waren Sie nicht mehr zu bremsen 😉 .

Tauferer Ahrntal - Rodeln

Auf der längsten Rodelbahn in Südtirol unterwegs – Foto: Mario Hübner

 

Wir erreichten den Abzweig der Rodelbahn nach Luttach, nur war dieser gesperrt. Jetzt war unsere Verwirrung komplett, denn Astrid hatte sich an mehreren Stellen erkundigt, ob die Rodelbahn nach Luttach offen sei. Plötzlich kamen zwei Mütter mit ihren Kids hinab gerodelt. Auch sie staunten nicht schlecht über die Sperrung. Ihrer Meinung nach wird wahrscheinlich die Rodelbahn nicht komplett bis nach Luttach gehen oder vielleicht war die Rodelbahn auch irgendwo zu sehr vereist, so dass die Verantwortlichen auf Nummer sicher gingen.

Tauferer Ahrntal - Rodeln

Kurvenfahren will geübt sein – Foto: Mario Hübner

 

Die Mütter mit den Kids rodelten vor, wir schauten Ihnen nach und rodelten dann einfach hinterher. Das Weißenbachtal war jetzt im Abendlicht der Sonne getaucht und die Kurven wurden enger, die Mädels mutiger und die Schlitten schneller. Eine Mordsgaudi für kleine, wie auch große Leute. Die 10 Kilometer Rodelbahn näherten sich ihrem Ende und die Rodelbahn wurde schlechter, jede Menge Huckel, vereiste Stellen und dann war der Schnee weg. Die letzten 200 Meter mussten wir nach Luttach hinunter laufen. Ein Jammer das er Schluss der Rodelbahn nicht mit Schnee präpariert worden war um den kompletten Rodelspaß zu gewährleisten, das war definitiv verbesserungswürdig.

Tauferer Ahrntal - Rodeln

Das Weißenbachtal leuchtet im Licht der Abendsonne – Foto: Mario Hübner

 

Mit den Schlitten in der Hand liefen wir etwas die Straße hinunter bis zur Sportalm, wo man die Schlitten einfach vor dem Haus abstellt. Zeit war noch genügend und so kehrten wir noch auf ein Heißgetränk und einen Apfelstrudel in der Sportalm ein. Eine heimelige Gaststube mit Kamin, Holzofen welche zum Verweilen einlädt. Wir bedanken uns bei unserer heutigen Führerin und trennten uns an der Touristinformation Ahrntal von ihr.

Tauferer Ahrntal - Rodeln

Schöne Aussicht beim Schlitteln nach Luttach – Foto: Mario Hübner

 

Im Hotel Ahrntaler Alpenhof angekommen probierten wir den Wellnessbereich aus. Ein großes Hallenbad ideal für Kids. Im Anschluss kam ein Saunabereich mit mehreren Saunen, einem türkischen Dampfbad, Whirlpool, Ruhebereich und einer Kneippanlage, welche aber außer Betrieb war. Das Abendessen verlief heute im normalen Tempo ab. Scheinbar hatten es die Köche heute nicht eilig.

Tauferer Ahrntal - Luttach

Wir haben Luttach per Schlitten erreicht – Foto: Mario Hübner

 

Skigebiet Klausberg – Die Belgier sind los…
Mit dem Skibus ging es nach Steinhaus zum Skigebiet Klausberg. Das Wetter war nicht ideal. Bewölkt und die Meteorologen hatten Niederschlag vorhergesagt. Hoffentlich würde es als Schnee fallen hier oben im Tauferer Ahrntal. Das Skigebiet Klausberg hat knapp 30 km Skipisten zu bieten, den Snowpark Funtaklaus auf 2400 m Höhe und die Dino Fun-Line für Kinder wie Freestyle Neulinge, in bieten mit ihren unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden dem Skifahrer und Snowboarder genügend Abwechslung.

Tauferer Ahrntal - Gondeln

Die Gondeln im Skigebiet Klausberg – Foto: Mario Hübner

 

In der Talstation am Klausberg organisierten wir beim Skicenter Klausberg unsere Ausrüstung. Für mich wieder Alpin-Ski, für meine Reisebegleiterin Langlauf-Ski. Ich würde das Skigebiet erkunden und sie die Sonnenloipe in Kasern am Ende des Tauferer Ahrntals. Während unseres Wartens, bemerkten wir, daß der Skiverleih auf einen großen Ansturm von Skifahrern ausgelegt war. Nicht nur hier oben, sondern auch eine Etage tiefer gab es jede Menge Skiausrüstung.

Tauferer Ahrntal - Kristallalm

Die Kristallalm im Skigebiet Klausberg – Foto: Mario Hübner

 

Wir hatten im Tal auf der Herfahrt schon viele Reisebusse aus Belgien gesehen. Jetzt hatten dort Ferien begonnen und viele Familien verbrachten ihren Skiurlaub im Tauferer Ahrntal. Ich fuhr mit der Kabinenbahn hinauf ins Skigebiet Klausberg und meine Reisepartnerin weiter mit dem Linienbus nach Kasern. Die Aussicht auf die umliegenden Berge war heute nicht schön, da es bewölkt war. An der Bergstation der Kabinenbahn befindet sich die Kristallalm. Eine Genussalm, denn in ihrer K-Lounge werden stylische Aperitifs gereicht, in den Stuben gibt es exklusive Gourmeterlebnisse, Après-Ski mir Tiroler Flair, hochkarätige Events und Spaß für die ganze Familie.

Tauferer Ahrntal - Skipiste

Die leichten Skipisten sind nicht so voll – Foto: Mario Hübner

 

Über einen kurzen Ziehweg fährt man in den Hauptbereich des Skigebietes. Hier befindet sich der Treffpunkt für die Skischule, die Dino Fun Line, die breite Skipiste für auch gut geeignet für Anfänger und die Sessellifte, welche die Skifans im Skigebiet Klausberg verteilen und hinauf bis auf 2510 m Höhe bringen. Ein Alpine Coaster endet hier auch. Jeder Skipass enthält eine Gratisfahrt, aber heute brauste keiner runter. Wer die Rodelgaudi liebt, der ist hier Dienstagabends am Klausberg gut aufgehoben. Von 19:30 Uhr bis 22:00 Uhr fährt die Kabinenbahn, in der Kristall-Alm kann man zum Fondue-Abend einkehren und später über die 5 km beleuchtete Rodelbahn ins Tal nach Steinhaus hinunter rodeln.

Tauferer Ahrntal - Dino Fun Line

Die Kids haben Spass in der Dino Fun Line im Skigebiet Klausberg – Foto: Mario Hübner

 

Die Lifte für die Anfänger waren leer und die anderen Sessellifte beförderten die Neuankömmlinge aus Belgien und anderswo rasch hinauf und es herrschte ein reges Treiben auf den Pisten. Ich probierte mehrere Skipisten aus, schaute mir die Kids bei ihren Fahrten durch die Dino Fun Line an. Ideales Wetter zum Fotografieren war heute nicht, die Sicht auf den Pisten bescheiden und viele Stellen vereist. Gestern hatten wir im Skigebiet Speikboden wirklich Glück mit dem Sonnenschein gehabt. Ich fuhr dann später ins Tal hinab, gab meine Skiausrüstung im Skiverleih zurück, in dem jetzt Hochbetrieb herrschte.

Tauferer Ahrntal - Dino Fun Line

Die Kids haben Spass in der Dino Fun Line im Skigebiet Klausberg – Foto: Mario Hübner

 

Die vielen Feriengäste, welche heute angereist waren, organisierten sich alle heute ihre Skiausrüstung, damit sie am Sonntagmorgen direkt auf die Skipisten starten konnten. Mit dem Linienbus fuhr ich in Richtung Prettau – Kasern und stieg dort an der Endhaltestelle aus. Die Fahrt zum Ende des Tals hinauf, war ganz angenehm: sanfte Kurven, links und rechts steile beschneiten Almen wo prächtige Chalets und urigen Bauernhöfe stehen.  Hinter mir in Richtung Westen war es dunkel und es regnete oder schneite dort. Von der Bushaltestelle lief ich in Richtung Naturparkhaus, aber kurz davor kam mir meine Reisepartnerin schon entgegen.

 

Tauferer Ahrntal - Almboden am Klausberg

Foto: Mario Hübner

 

Sonnenloipe in Kasern – Langlaufidylle am Talende
Sie hatte sich für die Loipe in ihrer vollen Länge entschieden: 10 km. Der Loipenanfang ist am Naturparkhaus wo man parken und seine Langlauftageskarte kaufen kann. Die Tageskarte ist auch in einer kleiner Hütte am Start der Loipe erhältlich, Leihausrüstung ist dort auch vorhanden. Die Loipe startet sanft bergauf und führt Richtung Talschluss. Man gleitet angenehm am Fuß der Almen unterhalb des Waldes, dann überquert man einen kleinen Weg, welcher zu einem kleinen niedlichen Haus führt. Nachdem diesem ersten Anstieg geschafft ist, öffnet sich der Blick zum Talschluss wo ein paar Häuser und die berühmte Heilig-Geist-Kirche zu sehen sind. Man erreicht schnell die Talschlusshütte und Prastmannalm, wo viele Skier draußen standen, was vermuten lässt, daß Beide gute Rastplätze für Tourenskigeher und Wanderer sind.

Tauferer Ahrntal - Sonnenloipe

Die Sonnenloipe in Kasern bei schlechtem Wetter – Foto: Mario Hübner

 

Die Loipe verläuft weiter schön bis zur Wende wo sich zwei Hütten befinden, da gibt es eine kleine schwere Passage mit steilem Aufstieg sowie Abstieg. Von dort gleitet man angenehm in Richtung Kasern unterhalb der Kirche vorbei, bevor man links in den Wald abbiegt. Die Loipe im Wald ist malerisch, nur die Sonnenstrahlen hatten heute gefehlt. Eine kurze schwarze Strecke besteht aus einer steilem kurviger Abfahrt ehe man wieder ordentlich im steilem Anstieg schwitzt. Danach sind es nur noch 3 Kilometer bis Kasern, die schön im Wald und am Rand eines Bauernhofs verlaufen. Es ist eine schöne abwechslungsreiche Loipe, malerisch gelegen, wo man sich auspowern kann.

Im Naturparkhaus schaute ich mir in Ruhe die Ausstellung, Gebirgsreliefe und Bilder an. Alles sehr informativ gemacht. Sehr gut sind auch die Sitzgelegenheiten am Ende des Naturparkhauses in Richtung Talschluss. Dort sind die Berggipfel der umliegenden Berggipfel markiert, so dass man im Sommer, wie im Winter erkennen kann wie jeder Gipfel heißt. Meine Reisepartnerin hatte sich warme Kleidung übergezogen und wir spazierten in Richtung Talschluss.

 

Tauferer Ahrntal - Heilig-Geist-Kirche

Die Heilig-Geist-Kirche am Talschluss in Kasern – Foto: Mario Hübner

 

Auf den Langlaufloipen kamen uns jede Menge Skitourengeher mit Rucksäcken entgegen. Auch ein beliebtes Gebiet für Freunde von Skitouren. Weiter vorne rechts im Tal, bei einigen Gebäuden befand sich die Heilig-Geist-Kirche aus dem 15. Jahrhundert. Wohl eine der schönsten Wallfahrtsorte des Landes. Die Heilig-Geist-Kirche diente einst als Knappenkirche für die Bergwerksleute des Prettauer Kupferbergwerks, sowie als Schutz für viele Reisende, welche über den Krimmler Tauern ins Pinzgau oder nach Salzburg wanderten. Wir gingen bis zu diesen Häusern, um hier ein zukehren. Aus der Talschlusshütte hallte laute Musik, also entschieden wir uns für die fast danebenliegende Prastmannalm.

Eine kleine urige Almhütte, die von Familie Hofer bewirtschaftet wird. Wir traten in die warme Hütte ein und schauten uns um. Vorne saßen 2-3 Gäste im TV lief Biathlon und der Gastgeber und die anwesenden Gäste fieberten mit. Durch eine niedrige Tür traten wir links in die Gaststube. Klein, urig mit einem alten Ofen zum Sitzen. Wir ließen uns nieder und orderten zweimal Penne al Ragú und etwas zu trinken. Hier konnte man es sich gut gehenlassen. Im Sommer muss es hier im grünen Talende himmlisch sein. Gute preiswerte, heimische Kost in einer ruhigen Lage.

Tauferer Ahrntal - Prastmannalm

Die Prastmannalm am Talschluss in Kasern – Foto: Mario Hübner

 

Kurze Zeit später verabschiedeten wir uns wieder. Ich ging zu Fuß in Richtung Naturparkhaus und meine Reisepartnerin gleitete auf Langlaufskiern dorthin. Schade dass das Wetter sich am letzten Tag unseres Aufenthaltes nicht von seiner besten Seite zeigte und uns die Schönheiten des Tales heute etwas verborgen blieben. Von Kasern fuhren wir mit dem Linienbus zurück nach Steinhaus, gaben hier das Langlaufequipment zurück.

Nach einer Weile warten auf einen Skibus welcher nicht überfüllt war, kamen wir hinein und waren kurze Zeit später zurück in Luttach. Die restliche Zeit unseres letzten Tages, verbrachten wir im Wellnessbereich des Hotels und beim Abendessen. Danach bereiteten wir unser Reisegepäck vor, denn am nächsten Tag würde es wieder in die Heimat gehen.

Tauferer Ahrntal - Langlauf

Langläufer auf der Sonnenloipe in Kasern – Foto: Mario Hübner

 

In einem Sommer werden wir auf jeden Fall nochmal in diese schöne Ferienregion zurückkehren müssen, um das Tauferer Ahrntal in seiner grünen Pracht zu erleben. Wenn die Almwiesen saftig grün sind, die Kuhglocken läuten und die Sonnenterassen der Almhütten zum Verweilen einladen. Wer das Ahrntal im Winter erleben möchte und zeitlich nicht gebunden, der sollte die belgischen und italienischen Ferien meiden und zu einer anderen Zeit hier halt machen.

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Tourentipps, Unterkünfte und sonstige interessante Orte:

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Reiseinfos:

Anreise:
Mit dem Auto: Über die Brennerautobahn bis Ausfahrt Brixen/Pustertal – anschließend auf der Staatsstrasse (SS 49/E 66) ins Pustertal bis Bruneck, hier abbiegen und weiter nach Sand im Taufers fahren.

Mit der Bahn: Bis zum Bahnhof Bruneck und dann mit Bussen weiter. Die wichtigste Bahnverbindung für die Anreise mit dem Zug ist die Brennerlinie (Innsbruck – Bozen). Um ins Pustertal zu gelangen muss man in Franzensfeste den Zug wechseln und weiter nach Bruneck fahren. Dort auf den Bus umsteigen und nach wenigen Kilometern beginnt das Tauferer Ahrntal.

Beste Jahreszeit:
Zum Wandern, Biken und für alle anderen Sommeraktivitäten von Mai bis Oktober. Zum Skifahren, Schneeschuhwandern von Ende November bis Mitte April.

Die Recherche erfolgte mit freundlicher Unterstützung

des Tourismusverbands Kronplatz

Text & Bilder: Mario Hübner

Schöne Bergtouren Team

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